Auf Ein Wort – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 26 Jul 2026 11:11:45 +0000 de hourly 1 Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2026/08/rueckblick-ausblick/ Fri, 31 Jul 2026 22:08:57 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13991 Albrecht Kessel

Die Ferien stehen vor der Tür, wir haben die Auszeit schon in greifbarer Nähe. Sommerfeste lassen uns aber noch einmal zur Höchstform auflaufen, es ist schon fast so stressig wie in der Vorweihnachtszeit. Ich freue mich trotz aller schöner Veranstaltungen darauf, dass es eine Zeitspanne gibt, in der einmal nichts passiert. Das Gute daran ist, dass dann Zeit bleibt, um den eigenen Gedanken nachzuhängen. Und […]]]>
Albrecht Kessel

Die Ferien stehen vor der Tür, wir haben die Auszeit schon in greifbarer Nähe. Sommerfeste lassen uns aber noch einmal zur Höchstform auflaufen, es ist schon fast so stressig wie in der Vorweihnachtszeit. Ich freue mich trotz aller schöner Veranstaltungen darauf, dass es eine Zeitspanne gibt, in der einmal nichts passiert.

Das Gute daran ist, dass dann Zeit bleibt, um den eigenen Gedanken nachzuhängen. Und da fällt dann auf, was alles an Gutem und Überraschendem geschehen ist. Manches geht im Alltag so schnell vorbei, dass es gar nicht so richtig auffällt. Oder ich gehe zu schnell darüber hinweg und koste es gar nicht aus.

Da denke ich jetzt an das Team der Rasselbande, die eine große Gruppe an Kindern betreut und immer eine Gruppenstunde anbietet. Und mein Highlight: das Team macht weiter. In leicht anderer Besetzung, aber die erlebnissreichen Freitage in der Rasselbande gehen weiter, die Kinder können hier mit anderen Kindern eine tolle Zeit erleben.

Und ich denke an das Team der Bücherei, das so viele Veranstaltungen anbietet, dass für jeden etwas dabei ist. Hier wird von Spielenachmittagen für die ganze Familie über Bastelstunden für Kinder bis zu Krimilesungen für Erwachsene eine für die Größe unserer Bücherei ungewöhnlich große Bandbreite angeboten.

Wenn ich so weiterdenke, kommen meine Gedanken natürlich auf unsere Kirchenrenovierung. St. Veit ist bald fertiggestellt, der Windfang ist eingebaut, die Infowand an der Rückseite der Kirche ist aufgehängt. Ich sehe, dass sehr viele sehr unterschiedliche Menschen zusammengearbeitet haben, um die Kirche als religiöses Zentrum für die Zukunft zu sichern. Und so manches Hindernis wurde doch überwunden, obwohl es zwischendurch unlösbar zu sein schien.

Es tut gut, die Gedanken schweifen zu lassen und in die Langeweile zu gehen. Denn da passieren die wichtigen Dinge, für die im Alltag kaum Zeit bleibt: wahrzunehmen, was mir an wunderbaren Dingen begegnet, die Dankbarkeit in mir anschwellen zu lassen, die guten Gefühle festzuhalten und so mich mit allem Guten verbunden zu fühlen.

Eine frohe Sommerzeit wünscht Ihnen Ihr
Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2026/06/alles-wird-neu-2/ Sun, 31 May 2026 22:17:12 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13787 Albrecht Kessel

Geistliches Zentrum – Geist im Zentrum Die Kirchensanierung kostet viel Arbeits- und Finanzkraft, das ist ganz klar festzuhalten. Wer eine Kirche in der Größenordnung erhalten will, um sie als religiöses Zentrum zur Verfügung zu stellen, der muss investieren. Das bedeutet aber auch, dass für andere Dinge kein Geld zur Verfügung steht und die Arbeitskraft nicht für alle Ideen und Aufgabenfelder frei ist. Um es auf den kurzen […]]]>
Albrecht Kessel

Geistliches Zentrum – Geist im Zentrum

Die Kirchensanierung kostet viel Arbeits- und Finanzkraft, das ist ganz klar festzuhalten. Wer eine Kirche in der Größenordnung erhalten will, um sie als religiöses Zentrum zur Verfügung zu stellen, der muss investieren. Das bedeutet aber auch, dass für andere Dinge kein Geld zur Verfügung steht und die Arbeitskraft nicht für alle Ideen und Aufgabenfelder frei ist. Um es auf den kurzen Nenner zu bringen: Investition in Stein gegen Investition in Geist.

Die Frage, die die Landeskirche gerade stellt ist, welche Gebäude wollt ihr erhalten? Alle können wir nicht mehr finanzieren. Die Antwort ist meistens: auf die Kirche wollen wir nicht verzichten. Weil wir so viele und intensive Erlebnisse mit ihr verbinden, weil sie unsere Glaubensheimat ist, weil sie ein besonderer Raum ist. Deshalb haben wir auch so viel in die St. Veitkirche investiert und freuen uns, wenn ein Gottesdienst gelingt, bei dem Groß und Klein ihre Freude haben, wie man auf dem Titelfoto sehen kann. Und wir wissen, dass die nächsten Jahrzehnte dieses Gebäudes gesichert sind.

Auf der anderen Seite garantiert so ein Steingebilde nicht, dass sich in ihr auch etwas regt. Es gibt ja auch Steine, die einengen und abtöten, was eigentlich wachsen will.

Deshalb finde ich Pfingsten so gut. Dieser Feiertag erinnert uns daran, dass nicht alles planbar, lenkbar ist und immer ordnungsgemäß abläuft. Der Heilige Geist weht bekanntlich, wo er will. Und er weht nicht immer dort, wo ich es will. Und umgekehrt kann er wehen, wo ich es nicht erwartet habe. Das weist darauf hin, dass wir uns zwar ein Bild von Gott machen (er macht alles gut), aber das Bild muss nicht stimmen. Denn das Leben kann auch schlecht laufen. Mir kommt nicht immer Liebe entgegen. Gott ist und bleibt für uns unverfügbar. Deshalb ist das andere Bild so wichtig: der Geist weht, wo er will.

Und dann kann es passieren, dass sich nach längerer Zeit plötzlich junge Menschen melden, die Lust haben, eine Gruppe für Jüngere anzubieten. Das hatte niemand geplant oder gelenkt. Da hat niemand gefragt. Es kam einfach auf und alle haben dankbar Ja gesagt.

Das bedeutet nicht, dass wir nichts anbahnen oder lenken müssten. Pfingsten bedeutet, dass wir keine Garantie haben, dass alles so läuft, wie wir das gerne hätten. Aber Pfingsten bedeutet sehr wohl, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass manches kommt, was so unerwartet und überraschend ist. Um dann zuzugreifen, es anzunehmen, dankbar zu sein.

Ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen
Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2026/04/kirche-st-veit/ Tue, 31 Mar 2026 22:45:45 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13764 Albrecht Kessel

Das religiöse Zentrum von Ottensoos! Mit diesem Schlagwort haben wir bei den Fördergeldgebern geworben, um unsere St. Veit-Kirche wieder fit für die nächste Generation zu machen. Aber ist es ein religiöses Zentrum, wenn nicht so viele Menschen den Weg hinauf finden, sondern die Kirche eher aus dem Abstand heraus betrachten? Sich an Heilig Abend mit „und einen guten Rutsch, wir freuen uns auf Ostern“ verabschieden? […]]]>
Albrecht Kessel

Das religiöse Zentrum von Ottensoos!

Mit diesem Schlagwort haben wir bei den Fördergeldgebern geworben, um unsere St. Veit-Kirche wieder fit für die nächste Generation zu machen. Aber ist es ein religiöses Zentrum, wenn nicht so viele Menschen den Weg hinauf finden, sondern die Kirche eher aus dem Abstand heraus betrachten? Sich an Heilig Abend mit „und einen guten Rutsch, wir freuen uns auf Ostern“ verabschieden?

Bei der Einweihung ist natürlich viel geboten. „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ So sagt das Jesus im Lukasevanglium. Nicht über unsere Wiedereinweihung von St. Veit, sondern über Gottes Reich, das überall dort anfängt, wo wir uns mit Gott und seiner schöpferischen Kraft verbinden. Aber das ist genau der Punkt: wo sind wir verbunden, wo docken wir an die große Liebesmacht des „Schöpfers aller Dinge“ an?

Da fange ich nicht außen an, sondern in meinem Inneren. Wo spüre ich eine große Verbundenheit? Im Herzen? Im Geist? In meinem Selbst? Hier bin ich meinem Gott ganz nahe. Denn er hat sich ja so klein gemacht, dass er in die Welt kommen konnte, also auch zu mir kleinem Menschen.

Aber manchmal brauche ich eine besondere Umgebung, um mich verbunden zu fühlen. Das kann tatsächlich der Wald sein. Oder eben ein spirituelles Gebäude wie die Kirche. Bei der Sanierung von St. Veit sind wir vom Bauausschuss in alle Winkel bis unters Dach gekrabbelt und haben gesehen, wie besonders das ehrwürdige Gebäude ist. Ehrwürdig, weil es schon viel ausgehalten hat und vielen Menschen als religiöses Zentrum gedient hat. Generationen wurden hier getauft, konfirmiert, getraut und auch betrauert. Hier haben ganze Familien die Fest-Gottesdienste mitgefeiert. Hier steckt eine hohe emotionale Bindung zwischen den Mauern. Und eben eine intensive Möglichkeit mit Herz, Geist und allen Sinnen anzudocken. Und seinen eigenen Weg der Spiritualität zu finden, um sich mit der schöpferischen Kraft zu verbinden.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2026/02/alles-wird-neu/ Sat, 31 Jan 2026 23:04:53 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13680 Albrecht Kessel

Alles wird neu! Mit dieser Jahreslosung sind wir gestartet und es fühlt sich großartig an! Die Kirchensanierung muss noch innen fertig werden. Jetzt ist Eile angesagt, denn wir wollen Ende März kurz vor Ostern die Wiedereinweihung feiern. Und es gibt schon noch einiges zu tun. Aber Ostern und Konfirmation sollen unbedingt in der Kirche stattfinden, […]]]>
Albrecht Kessel

Alles wird neu!

Mit dieser Jahreslosung sind wir gestartet und es fühlt sich großartig an! Die Kirchensanierung muss noch innen fertig werden. Jetzt ist Eile angesagt, denn wir wollen Ende März kurz vor Ostern die Wiedereinweihung feiern. Und es gibt schon noch einiges zu tun. Aber Ostern und Konfirmation sollen unbedingt in der Kirche stattfinden, also setzen wir alles daran, dass es klappt. Zumindest im Großen und Ganzen. Kleinigkeiten können natürlich noch nachgearbeitet werden. Auf der Spendenuhr ist unser erstes Ziel von 100.00 Euro bald erreicht, nur noch eine kleine Fläche ist übrig; wenn die Kirche fertig ist, werden wir in der Abrechnung sehen, was wir noch zusätzlich beisteuern müssen.

Alles wird neu! Aber natürlich stimmt das so nicht. Wir stellen die Kirche wieder her, damit wir sie die nächsten Jahrzehnte weiterhin gut als spirituelles Zentrum nutzen können. Dachgebälk und Mauern sind wieder gefestigt. Aber es wird sich nicht so viel verändern. Vor allem im Eingangsbereich gibt es eine Auflockerung. In neue Technik mit Licht und Ton wird investiert. Aber der Blick in die Kirche bleibt der gleiche. Für die einen eine gute Nachricht, andere werden es bedauern.

Auf der anderen Seite ist der Kirchenvorstand mit den neuen Strukturen beschäftigt. Wir schließen uns immer weiter in der Region zusammen und wir werfen auch darüber hinaus noch einen Blick, da sich die Rahmenbedingungen in unserer Landeskirche so schnell verändern. Also doch alles neu? Ich denke, im Vertrauen auf den Gott, der das sagt, lassen wir so manches los, was uns bisher begleitet hat, um zu sehen, was davon bleibt und was sich verändert und zu etwas Neuem wird. Alt ist manchmal vertraut und bodenständig, manchmal überholt und nicht mehr von dieser Welt. Neu ist manchmal genau richtig und zukunftsfähig, manchmal zu viel oder führt nicht weiter. Es geht darum, sich dem anzuvertrauen, der das sagt: Siehe ich mache alles neu. Es braucht manchmal die Veränderung, um das zu behalten, wie es war; und es braucht den Blick für das, was bleiben soll, um den Weg weiter gehen zu können.
Das wird uns nicht nur in diesem Jahr begleiten.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/12/advent/ Mon, 01 Dec 2025 20:15:31 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13670 Albrecht Kessel

Und schon ist er da, der erste Advent. Das Bild auf der Titelseite des Kirchenboten zeigt vermeintlich unsere renovierte Kirche. Leider ist der Innenraum der Kirche noch auf Christo-Art verhüllt und kann weder im Advent noch an Weihnachten genutzt werden. Wir hoffen mit der Fertigstellung jetzt auf Ostern. Aber der Weihnachtsschmuck macht sich gut in der […]]]>
Albrecht Kessel

Und schon ist er da, der erste Advent.

Das Bild auf der Titelseite des Kirchenboten zeigt vermeintlich unsere renovierte Kirche. Leider ist der Innenraum der Kirche noch auf Christo-Art verhüllt und kann weder im Advent noch an Weihnachten genutzt werden. Wir hoffen mit der Fertigstellung jetzt auf Ostern. Aber der Weihnachtsschmuck macht sich gut in der Kirche und erinnert uns an den Advent.

Was bedeutet der Advent für Sie, für dich? Bedeutet er viel Arbeit, weil viel vorbereitet werden muss für die diversen Weihnachtsfeiern, für das Weihnachtsfest, für die darzubietenden Köstlichkeiten? Bedeutet er Hektik, weil noch geplant und eingekauft werden muss?

Bedeutet er Langeweile, weil zwar andere viel zum Feiern fort sind, aber ich alleine zu Hause sitze und niemand zu mir kommt? Was bedeutet der Advent für mich?

Der Advent bedeutet eine Zeitspanne, in der wir uns vorbereiten. Und das kann sehr unterschiedlich aussehen. Für die einen bedeutet das, sich genau zu überlegen, was dem anderen denn gefallen könnte, mit was er viel anfangen kann, was er sich aber selbst nicht gönnen würde. Für andere bedeutet das, schon mit Freunden und Bekannten zusammenzukommen, mal entspannt zu reden über Dinge, die gut gelungen sind, die Freude ins Leben bringen.

Und für manche bedeutet es, noch zu Ende zu bringen, was das Jahr über offen blieb und endlich einen Abschluss braucht.

Einerseits jammere ich gerne über den Advent und den Stress und die Notwendigkeiten; andererseits bietet der Advent eine wundervolle Chance: sich vier Wochen lang mit dem Fest der Liebe innerlich zu verbinden und die inneren Verknüpfungen zu mir lieben Menschen zu finden. Die Liebe zu meditieren, die wir ohne unser Zutun empfangen dürfen, einfach, weil wir Geschöpfe sind.

Auch wenn oft viel zu tun ist in dieser Zeitspanne Advent, wir dürfen immer wieder einen Augenblick nehmen, in dem wir dem nachspüren: der Liebe, der Verbundenheit allen Lebens, des Angenommenseins.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/10/erntedank/ Wed, 01 Oct 2025 18:30:56 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13534 Albrecht Kessel

Wen ich durch unseren Garten gehe, wachsen mir die reifen Früchte manchmal quasi in den Mund. Die Zibberla fallen reif herunter und werden zu einem Benefizessig für die Kirchensanierung verarbeitet. Die Weintrauben biegen die Reben am Pfarrhaus tief herab und schmecken zu Käse wunderbar. Die Pfirsiche fallen mit roten Bäckchen herunter und geben einen guten Nachtisch. Die Zwetschgen werden von Baum zu Baum unterschiedlich nacheinander reif und […]]]>
Albrecht Kessel

Wen ich durch unseren Garten gehe, wachsen mir die reifen Früchte manchmal quasi in den Mund. Die Zibberla fallen reif herunter und werden zu einem Benefizessig für die Kirchensanierung verarbeitet. Die Weintrauben biegen die Reben am Pfarrhaus tief herab und schmecken zu Käse wunderbar. Die Pfirsiche fallen mit roten Bäckchen herunter und geben einen guten Nachtisch. Die Zwetschgen werden von Baum zu Baum unterschiedlich nacheinander reif und geben einen wunderbaren Pflaumenkuchen, natürlich mit Sahne zu genießen.

Ich gebe zu, dass ich es nicht immer rechtzeitig schaffe, die wundervolle Ernte einzubringen, das schaffen unsere Landwirte perfekt. Aber sie leben auch von den Erträgen. Wenn im Garten Früchte überreif werden und von verschiedenen Tieren gegessen werden (und der Igel ist auch immer in der Dämmerung unterwegs), dann empfinde ich das nicht als Verschwendung von Lebensmitteln, sondern sehe auch hier einen Kreislauf am Werk. Unser Ökosystem lebt davon.

Auf den Feldern ist fast alles eingebracht, beim Schreiben der Zeilen steht noch der Mais auf kurzen Stengeln am Acker. In diesem Jahr gab es den Regen zur falschen Zeit, der Mais wurde dadurch ausgebremst. Auf der anderen Seite haben wir auf der Exkursion der Herbstzeitlose mit Landwirtschaftsdirektor a. D. Werner Wolf vom Tabakbauern im Kammersteiner Land gehört, dass es sich für diese Pflanze gut ergeben hatte. Für die Landwirte ist die Erntezeit immer eine stressige Zeit, denn es darf auf den letzten Metern mit dem Wetter nichts mehr schief gehen. Ich weiß, dass die Bauernfamilien sehr dankbar sind, wenn alles gut gegangen ist und sie die Früchte ihrer Arbeit von einem Jahr sehen.

Wir reden oft von Dankbarkeit. Ich finde aber, dass wir nicht oft genug die Dankbarkeit zum Ausdruck bringen können. Zwischen vielen Dingen, die problematisch sind oder uns den Wind aus den Segeln nehmen, gibt es so viel, wofür wir dankbar sein können. Erntedank ist eine gute Gelegenheit, sich Gedanken zu machen und festzuhalten: dafür bin ich Gott dankbar in meinem Leben.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/08/neue-wege-mit-der-kirche/ Thu, 31 Jul 2025 22:43:06 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13496 Albrecht Kessel

Endlich ab in die Ferien! Wie lange haben wir schon auf den Urlaub gewartet. Jetzt heißt es: raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben. Wir lieben die Abwechslung, weil wir grundsätzlich neugierig sind und weil uns die gleichen Abläufe einfach ermüden. In unserer Kirchengemeinde erleben wir allerdings so manche Veränderung als ungeahnte Herausforderung. Wir können unsere Kirche bis Jahresende nicht nutzen (aber hoffentlich Weihnachten wieder dort feiern). Was also tun stattdessen? Was bedeutet das […]]]>
Albrecht Kessel

Endlich ab in die Ferien! Wie lange haben wir schon auf den Urlaub gewartet. Jetzt heißt es: raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben. Wir lieben die Abwechslung, weil wir grundsätzlich neugierig sind und weil uns die gleichen Abläufe einfach ermüden.

In unserer Kirchengemeinde erleben wir allerdings so manche Veränderung als ungeahnte Herausforderung. Wir können unsere Kirche bis Jahresende nicht nutzen (aber hoffentlich Weihnachten wieder dort feiern). Was also tun stattdessen? Was bedeutet das und was müssen wir nun anders machen? Und wir suchen nach neuen Orten und neuen Möglichkeiten: was geht denn und was geht nicht? Es ist ein Ausprobieren und Erforschen. Wie ist es mit anderen Kirchen? Geht es auch draußen? Wenn wir im Pfarrgarten sind, gehen dann auch andere locations? Vor dem Wirtshaus – ja? Und dann wird überlegt, wie es gehen könnte. Und einfach mal ausprobiert. Also feiern wir unseren Gottesdienst am 3. August vor dem Roten Ross und gehen dann zum Frühschoppen über.

Die Versuchung ist groß, gleich zu sagen: nein, das geht doch nicht, das kann man nicht machen! Nachdem wir nicht an unserem gewohnten Ort sein können, ist es aber die Gelegenheit schlechthin, etwas auszuprobieren. Raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben! Und hinterher steht natürlich die kritische Abwägung: Wie war es? Was hat es gebracht? Sollen wir das wieder machen?

Beim Experimentieren an neuen Horizonten ist die Neugier wichtig und die Energie, sich gegen die Beharrungskräfte zu stemmen. So erleben wir es natürlich auch in unserer neuen Region Mittleres Pegnitztal. Wir eröffnen neue Horizonte und denken über unsere Kirchengemeinde hinaus. Das muss erst mit der Zeit wachsen und geht nicht von jetzt auf gleich.

Aber wir tun das alles mit dem Vertrauen auf den, der einmal gesagt hat: Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? (Mt 6, 26)

Mir gibt das viel Vertrauen in die Abwechslung und den Versuch: Schau mer mal, dann wer ma sehn.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/06/die-sache-mit-dem-format/ Sat, 31 May 2025 22:53:01 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13406 Albrecht Kessel

Die Sache mit dem Format Wenn jemand von Format ist, dann ist der wer. Der hat es drauf und wird gesehen. Alle staunen: oh, schau mal, was der kann. Wer unseren Kirchenboten im neuen Format in der Hand hat, staunt sicherlich auch: Oh, was ist denn das für ein Format? Ist das der Kirchenbote von Schönberg oder von Reichenschwand? Nein, hier steht ja „Ottensoos“. Und […]]]>
Albrecht Kessel

Die Sache mit dem Format

Wenn jemand von Format ist, dann ist der wer. Der hat es drauf und wird gesehen. Alle staunen: oh, schau mal, was der kann.

Wer unseren Kirchenboten im neuen Format in der Hand hat, staunt sicherlich auch: Oh, was ist denn das für ein Format? Ist das der Kirchenbote von Schönberg oder von Reichenschwand? Nein, hier steht ja „Ottensoos“.

Und dann kommt es ein bisschen darauf an, ob jemand das Gewohnte liebt oder gerne auch mal was Neues ausprobiert.

Ich gebe es zu: ich liebe das Gewohnte. Jeden Morgen Kaffee und Müsli und dabei die Zeitung lesen. Wenn die mal nicht im Briefkasten liegt, dann bin ich aufgeschmissen.

Unser Kirchenbote im neuen Format durchbricht das Gewohnte. Was folgt daraus? Wir schauen, was daraus wird. Wir gleichen die Formate in der Region an. Wir haben nun mehr Platz auf einer Seite, dafür aber weniger Seiten. Manches muss neu angeordnet werden.

Hier auf der zweiten Seite findet das Impressum seinen Platz, was sonst auf der vorletzten Seite zu finden war. Manches dreht sich um und einiges ordnet sich neu.

Ich denke hier weiter und komme gedanklich auf Pfingsten. Es steht vor der Tür, aber nicht im Mittelpunkt. Wir nehmen die Ferien gerne an. Aber was fangen wir mit dem Fest an?

Pfingsten durchbricht das Gewohnte und stellt um auf ein neues Format: Gott ist nicht nur der „Durchbrecher aller Banden“ und Türöffner für ein neues Leben. Er ist auch der „Mutmacher“, der uns wach küsst. An Pfingsten macht Gott deutlich: ich bin und bleibe wirksam.

Der Hl. Geist gibt Mut und Kraft, ist Energie und durchdringt unsere Welt. Wir sind nicht den Kräften dieser Welt allein ausgesetzt. Und das ist der Mutmacher: Gott ist mit einem neuen Format bei uns. Da sortiert sich manches neu. Türen öffnen sich. Es ist gut, wenn wir mit offenem Herzen dort hindurchschauen und für Veränderungen offen sind.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

P.S.: Den neuen Kirchenboten gibt es hier

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/04/7-wochen-ohne-panik/ Mon, 31 Mar 2025 22:11:58 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13340 Albrecht Kessel

7 Wochen ohne Panik Ich finde das Motto für die Fastenzeit wundervoll! Attraktiv! Himmlisch! Und völlig unrealistisch. Das hat schon gleich vom ersten Tag an nicht geklappt. Wie soll das in den kommenden Wochen gehen? Trump trampelt alles jenseits von demokratischen Entscheidungen nieder, was ihm nichts nützt, und in vielen Teilen der Erde sterben Menschen durch diese Handlungsweise. Mein Paniklevel ist da schnell hoch: wo hat das […]]]>
Albrecht Kessel

7 Wochen ohne Panik

Ich finde das Motto für die Fastenzeit wundervoll! Attraktiv! Himmlisch! Und völlig unrealistisch. Das hat schon gleich vom ersten Tag an nicht geklappt. Wie soll das in den kommenden Wochen gehen? Trump trampelt alles jenseits von demokratischen Entscheidungen nieder, was ihm nichts nützt, und in vielen Teilen der Erde sterben Menschen durch diese Handlungsweise. Mein Paniklevel ist da schnell hoch: wo hat das seine Grenzen? Er redet mit Putin, aber offenbar geht es beiden nicht darum, dass die Menschen in Frieden leben können. Wie geht das auf europäischem Boden weiter? Meine Gedanken rennen panisch im Kopf herum und finden keinen Ruhepunkt. In meinem Alltag geht es mit der Panik weiter: habe ich vergessen den Antrag in Bezug zur Kirchensanierung rechtzeitig zu stellen? Wenn ich hier was verpasse, kann das teuer werden. Nur keine Panik, sage ich mir und manchmal gelingt es mir auch, ruhiger zu werden.

Fasziniert hat mich schon immer die Anti-Panik-Brille in Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. Immer wenn akute Gefahr bevorstand, wurde die Brille schwarz, so dass keine Panik entstehen konnte. Wer die Gefahr nicht sieht, kann auch keine Panik bekommen. Oder? Manchmal hätte ich gerne so eine Brille für sieben Wochen, dann könnte ich doch locker das Fastenmotto erfüllen. Diesen Biedermeier-Gedanken schiebe ich beiseite und mache mir klar: je besser ich sehe, desto weniger Panik habe ich. Ich kann mich vorbereiten, ich kann mich innerlich stählen, ich kann rechtzeitig ändern, was ich ändern kann. Und ich kann einen weiten Blick bekommen, der über mich und meine Welt hinausgeht. „Ich bin bei euch bis an der Welt Ende“, sagte Jesus. Ein billiger Trost? Nicht, wenn es Resonanz in meinem Glaubensleben findet. Wenn ich da schon Begleitung erlebt und erkannt habe. Die Panik wird abgefedert. 7 Wochen ohne Panik? Ich glaube. Es geht.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/02/konfirmation/ Fri, 31 Jan 2025 23:29:33 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13289 Pfarrer Kessel Notfallseelsorge

Was nehmen wir aus unserer Konfirmandenzeit mit? Was prägt uns aus unserer Kindheit und Jugend? Wenn wir das aktuelle Konzept anschauen, nehmen wir sicherlich den großen Unterschied wahr. Der eigene kirchliche Unterricht war eher von Lernen, Können und Frontalunterricht geprägt. Beim Konfi im mittleren Pegnitztal geht es um Gemeinschaft und Beziehung. Es geht nicht darum zu sagen, dass das eine gut und das andere schlecht war. Jedes […]]]>
Pfarrer Kessel Notfallseelsorge

Was nehmen wir aus unserer Konfirmandenzeit mit? Was prägt uns aus unserer Kindheit und Jugend?

Wenn wir das aktuelle Konzept anschauen, nehmen wir sicherlich den großen Unterschied wahr. Der eigene kirchliche Unterricht war eher von Lernen, Können und Frontalunterricht geprägt. Beim Konfi im mittleren Pegnitztal geht es um Gemeinschaft und Beziehung. Es geht nicht darum zu sagen, dass das eine gut und das andere schlecht war. Jedes Konzept hat seine Zeit und muss zu den Jugendlichen passen, die die Zeit jeweils hervorbringt. Es passiert viel im Miteinander und Gespräch, im Gedankenaustausch, aber auch im Ausprobieren. Hand und Herz müssen dabei sein, damit etwas für die Zukunft mitgenommen werden kann. Damit es nicht auf der Strecke bleibt, weil es nicht relevant war.

Relevant ist, was mit meinem Leben zu tun hat und was im Alltag passiert. Die Jahreslosung ist da cool: Prüfet alles und behaltet das Gute. Ich habe aus meinem Konfirmandenunterricht mitgenommen, dass ich von Gott gesehen werde. Auch wenn mich ein Gefühl von Einsamkeit umgibt, bin ich doch nicht allein. Ich gehe meinen Lebensweg begleitet. Und auch wenn ich stolpere und stürze, bin ich behütet. In der evangelischen Jugend habe ich wahrgenommen, dass ich nicht alleine auf diesem Weg bin. Gemeinschaft hatte ich durch diese doppelte Verbindung, mit anderen Christinnen und Christen und mit Gott.

Darauf kommt es letztlich an: dass wir unser Christsein gemeinsam leben und unser Geschenk des Lebens entfalten können. Ich freue mich, dass in der Konfi-Zeit dafür viel Raum gegeben wird. Ihr

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

Bildnachweis: Kessel

]]>