Kirchenbote – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 03 Dec 2017 20:47:03 +0000 de hourly 1 Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2016/12/auf-ein-wort-4/ Thu, 01 Dec 2016 11:45:21 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=235 Albrecht Kessel

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede. Der Vers aus Jeremia 6, 14 kommt mir immer wieder in den Sinn. Denn so nehme ich unsere Lage wahr. Wir haben Frieden in Deutschland, und das weiß ich sehr zu schätzen. Aber der Friede ist nicht sicher. Manches passiert. Und wir fühlen oft keinen Frieden, […]]]>
Albrecht Kessel

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Der Vers aus Jeremia 6, 14 kommt mir immer wieder in den Sinn. Denn so nehme ich unsere Lage wahr. Wir haben Frieden in Deutschland, und das weiß ich sehr zu schätzen. Aber der Friede ist nicht sicher. Manches passiert. Und wir fühlen oft keinen Frieden, sondern eine unbestimmte Bedrohung.

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Manche sagen: wir dürfen jetzt gar keine Flüchtlinge mehr bei uns reinlassen, weil die unseren Frieden bedrohen. Dabei wird ganz vergessen, dass Flüchtlinge ja vor Krieg und Anschlägen fliehen, und Frieden suchen.

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Krieg in anderen Ländern gab es schon oft, die Welt ist aber näher zusammengerückt. Wir bekommen viel mehr mit, was so in der Welt passiert. Und viele Menschen haben die Möglichkeit, über das Meer oder über den Landweg zu uns nach Europa und Deutschland zu kommen. Das gab es vorher nicht, weil die Länder auch vertraglich niemanden durchgelassen haben. Nach den Umwälzungen in Nord-afrika und im Nahen Osten hat sich die Lage geändert. Es ist auf der Welt nicht Friede, Friede. Wir bekommen das in Form von Nachrichten mit, aber auch durch die Ankunft von Flüchtlingen bei uns.

„Friede, Friede“, sagt uns der Engel der Weihnachtsgeschichte. „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ werden wir in unseren Gottesdiensten hören. Und es ist doch kein Widerspruch. Friede haben wir durch Gott, der in Jesus zu uns kommt. Er bringt uns seinen Frieden. Indem er uns nahe kommt. Indem er nichtwegschaut, wo kein Friede ist. Indem er nicht nur Mitleid hat, sondern mitleidet, als Mensch unter Menschen. Er bringt seinen Frieden nicht machtlos, aber liebevoll. Mit der Macht der Liebe. Wir bereiten uns im Advent darauf vor, wir feiern das an Weihnachten. Mitten im Krieg der Welt feiern wir den Frieden Gottes. Und hoffen auf seine Strahlkraft, auch auf uns.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2016/10/auf-ein-wort/ Sat, 01 Oct 2016 22:01:59 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=97 Albrecht Kessel

In der Kirche wird es wieder recht bunt zugehen, wenn unser Mesner Klaus Kratzer die Kirche für Erntedank schmückt. Gelbe Sonnenblumen und goldener Mais, braune Kartoffeln und grüne Trauben, rote Äpfel und blaue Zwetschgen und über allem die Erntekrone. Die Erntegaben werden aber weniger, so ist der Eindruck bei einem Blick in die Kirche. Das […]]]>
Albrecht Kessel

In der Kirche wird es wieder recht bunt zugehen, wenn unser Mesner Klaus Kratzer die Kirche für Erntedank schmückt. Gelbe Sonnenblumen und goldener Mais, braune Kartoffeln und grüne Trauben, rote Äpfel und blaue Zwetschgen und über allem die Erntekrone. Die Erntegaben werden aber weniger, so ist der Eindruck bei einem Blick in die Kirche. Das muss auch nicht wundern, gibt es doch die schönen Bauerngärten mit ihrem reichen Inhalt nicht mehr an jedem Gehöft. Es wird nicht mehr so viel geerntet.
Aber stimmt das?
Geerntet wird immer noch viel, aber es ist nicht mehr so einfach sichtbar. Wenn an diesem Fest der Dank für ein erfolgreiches Jahr ausgedrückt werden soll, dann könnte der Schüler auch die Urkunde über den Schulabschluss hinlegen oder die Geschäftsfrau die Jahresbilanz der Firma. Damit könnte ausgedrückt werden: „Ich danke dir, Gott, dass du mir geholfen hast.“
Genau das war und ist der Sinn des Erntedankfestes: Dass man Bilanz zieht über die Ernte eines Jahres und Gott für seinen Anteil am Gelingen dankt.
Ich bin gespannt, ob nach diesen Gedanken nicht noch ganz andere Dinge in die Kirche gelegt werden: Ein Babystrampelanzug. Die Urkunde zur Goldenen Hochzeit. Das aus Dank gemalte Kinderbild.
Was könnten wir in die Kirche legen, um unseren Dank für die Erfolge eines Jahres auszudrücken?

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2016/08/auf-ein-wort-2/ Mon, 01 Aug 2016 23:42:10 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=115 Albrecht Kessel

Das Gefühl unserer eigenen Geborgenheit wird erschüttert. Von Anschlägen. Von Amokläufen. Von  Starkregen und Hochwasser. Von Ereignissen, deren Auswirkungen über unsere Vorstellungskraft weit hinausgehen. Wir wollen uns gar nicht so sehr vorstellen, wie es ist, mitten in solchen Ereignissen zu stecken. Eigentlich reicht es uns schon, wenn wir davon hören, um darum zu beten, sowas niemals erleben zu müssen. Das Gefühl von Geborgenheit ist aber wichtig. Es sorgt dafür, dass wir […]]]>
Albrecht Kessel

Das Gefühl unserer eigenen Geborgenheit wird erschüttert. Von Anschlägen. Von Amokläufen. Von  Starkregen und Hochwasser. Von Ereignissen, deren Auswirkungen über unsere Vorstellungskraft weit hinausgehen.
Wir wollen uns gar nicht so sehr vorstellen, wie es ist, mitten in solchen Ereignissen zu stecken. Eigentlich reicht es uns schon, wenn wir davon hören, um darum zu beten, sowas niemals erleben zu müssen.
Das Gefühl von Geborgenheit ist aber wichtig. Es sorgt dafür, dass wir uns nicht in unser Schneckenhaus zurückziehen, sondern uns öffnen. Denn es gibt ja in unserer Welt viele Dinge, die schön sind, glücklich machen und unsere Seele erfüllen. Wir müssen sie nur finden. Und das geht nur, wenn wir dafür offen sind und daran glauben, dass es das gibt.
Auf der Familienfreizeit haben wir das bewusst gesucht: wie zeigt sich die Liebe, die wir füreinander empfinden? Und wir haben so manche zwischenmenschliche Momente bewusst erlebt, die besonders waren – weil wir die Momente gesucht und besonders darauf geachtet haben. Es war ein beglükkendes
Familien-Wochenende.
Das Gefühl von Geborgenheit findet meistens unbewusst statt, im Verborgenen. Wir spüren es, wenn wir uns wohl fühlen. Und merken es oft erst, wenn das Gefühl fehlt.
Ich finde es großartig, dass wir so viel dafür tun, um schon und gerade Kindern dieses Gefühl von  Geborgenheit zu geben: in den Familien, im Kindergarten, in der Schule. Die ersten Jahre sind die wichtigsten, um das Urvertrauen aufzubauen: das Urvertrauen ins Leben, dass Gott die Welt gut gemacht hat, wie es in der Schöpfungsgeschichte ausgedrückt wird. Und gut meint eine Welt, in der wir uns geborgen fühlen dürfen, weil wir nicht alleine gelassen werden, weil wir Gottes geliebte Kinder sind.
Wenn das gelingt, sind wir gewappnet gegen die Erschütterungen des Lebens. Gewappnet und geborgen.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2016/04/auf-ein-wort-3/ Fri, 01 Apr 2016 18:50:10 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=154 Albrecht Kessel

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel! So haben wir immer gerufen, wenn uns eine große Dummheit begegnet ist. Ich fand das einen lustigen Spruch. Aber mittlerweile sehe ich die Verbindung zum Heiligen Geist. Da, wo es an Sinn und Verstand fehlt, möge Gott das Manko ausgleichen und mit seinem Heiligen Geist helfen. In unserer Kirche haben wir einige Darstellungen des Heiligen Geistes. Die Taube als Symbol ist an der […]]]>
Albrecht Kessel

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!
So haben wir immer gerufen, wenn uns eine große Dummheit begegnet ist. Ich fand das einen lustigen Spruch. Aber mittlerweile sehe ich die Verbindung zum Heiligen Geist. Da, wo es an Sinn und Verstand fehlt, möge Gott das Manko ausgleichen und mit seinem Heiligen Geist helfen.
In unserer Kirche haben wir einige Darstellungen des Heiligen Geistes. Die Taube als Symbol ist an der Kanzel
(s. Titelbild) und über dem Taufsteindeckel zu finden. Das bedeutet, Gott hat zugesagt, da zu sein: in der Bibel und deren Auslegung, und in der Taufe. Der Heilige Geist kann zwar nicht festgemacht werden, man kann nicht sagen: „da ist er und da nicht“. Aber die Gottesdienstgemeinde bittet um den Heiligen Geist und hofft gleichzeitig darauf, dass er kommt.
Bei der Konfirmation nach Ostern wird wieder der Heilige Geist erbeten, wenn die Konfirmanden am Altar eingesegnet werden. Der Wunsch ist: der Heilige Geist möge die Konfirmierten auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten und ihren Glauben stärken.
Beim ersten Mal kam der Heilige Geist überraschend. In der Apostelgeschichte (Kap. 2) ist davon zu lesen. Er gibt den ängstlichen Jüngern Mut, öffentlich von Jesu Tod und Auferstehung zu sprechen. Und er sorgt dafür, dass diese Botschaft alle verstehen können, obwohl dort viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen sind. Am Pfingstfest erinnern wir uns daran. Es ist nicht einfach, als Christ oder Christin auf den Heiligen Geist zu hoffen und zu vertrauen. Oft macht sich die Resignation breit: es ist ja doch wie immer, da ändert sich nichts. Doch wenn ich von Hoffnung spreche, muss ich auch auf den Heiligen Geist hoffen können. Und manchmal ist es dann nicht wie immer und ich werde überrascht. Ja, und manchmal ist doch wieder das Stoßgebet nötig: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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