Schwerpunkt – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 31 May 2026 18:15:14 +0000 de hourly 1 Wiedereinweihung St. Veit https://pfarramt-ottensoos.de/2026/06/wiedereinweihung-st-veit/ Sun, 31 May 2026 22:51:26 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13801

Großer Festtag am Palmsonntag Zur Veitshymne, sozusagen dem Mottolied der Kirchensanierung, zogen Dekan Schäfer, Pfarrer Kessel, der Kirchenvorstand und beteiligte Planer und Handwerker durch das Blumenspalier des Kinderhauses Regenbogen in die Kirche ein. Das war für alle ein sehr bewegender Moment. Flotte Lieder hatten die Kinder für die Gemeinde angestimmt, bevor sie in den Kindergottesdienst entlassen wurden. Welche Aufgaben waren im […]]]>

Großer Festtag am Palmsonntag

Zur Veitshymne, sozusagen dem Mottolied der Kirchensanierung, zogen Dekan Schäfer, Pfarrer Kessel, der Kirchenvorstand und beteiligte Planer und Handwerker durch das Blumenspalier des Kinderhauses Regenbogen in die Kirche ein. Das war für alle ein sehr bewegender Moment.

Flotte Lieder hatten die Kinder für die Gemeinde angestimmt, bevor sie in den Kindergottesdienst entlassen wurden.

Welche Aufgaben waren im vergangenen Jahr zu bewältigen?

Das stellten Andrea Falkner und Birgit Lehmeier in einem launigen Dialog vor Augen. Der eigentlichen Sanierung gingen schon Planungen, Schadensaufnahmen und Anträge zur finanziellen Unterstützung bei den verschiedensten möglichen Geldgebern voraus. Damit war schon der vorherige Kirchenvorstand gut beschäftigt gewesen.

Nach der Konfirmation 2025 ging es dann richtig los und der Bauausschuss mit Pfr. Kessel, Architekt Manfred Hofmockel, Kirchenpflegerin Dagmar Schienhammer und den Kirchenvorsteherinnen Andrea Falkner und Nadine Luber trafen sich regelmäßig, oft wöchentlich, um die anstehenden Arbeiten zu besprechen und mit den Handwerkern zu koordinieren.

Drei große Bereiche standen an:

  • die Ausbesserungen an den vielen teilweise morschen Dachbalken
  • das Verfugen von Rissen im Mauerwerk und das Verhindern des Auseinanderdriftens der Mauern durch das Einfügen von Nadelankern
  • die Bekämpfung des Salpeters im Mauerwerk und das anschließende Streichen. Hierbei war es besonders zeitraubend, dass die alte Dispersionsfarbe komplett abgekratzt werden musste.

Dazu kamen die kleineren Arbeitsbereiche, neue sparsame LED-Lampen, eine neue Verstärker- und Schließanlage, WLAN, ein Windfang aus Glas und die Informationswand hinten beim Eingang.

Nicht alles war bei der Wiedereinweihung schon fertig.

Zu allen diese Erläuterungen stellte Ute Pürkel biblische Parallelen her, die häufig aus dem Bericht über den Tempelbau Salomos stammten. Bei den Aufgaben aus dem Bereich Elektrik gelangen aus bekannten Gründen natürlich keine biblischen Parallelen.

Ganz wichtig war es dem Vorbereitungsteam des Gottesdienstes auch allen zu danken, die zum Gelingen beigetragen hatten, allen voran natürlich den Handwerksbetrieben aber auch allen, die durch finanzielle oder zeitliche Unterstützung dabei beteiligt waren, dass es gelungen war, in der relativ kurzen Zeit von etwas über einem Jahr die angestrebte Summe von 100 000 € für die Sanierung zu sammeln, das waren einerseits viele, viele Spenden aber auch das Kirchgeld, das dem Zweck gewidmet wurde.

Besonders eindrucksvoll war die „Hymn“ von Barclay James Harvest , die Martin Wagner mit den Chören, Harald Braun an der Orgel, Pfr. Kessel und Gerhard Schlagbaum an den Gitarren, Percussion mit Otto Fürsattel sowie einigen Bläsern des Posaunenchors zu einem Gesamtgemeinde-Musikstück vereint hatte, so dass nach Aussage einer Gottesdienstbesucherin sogar die Empore bebte.

Dekan Tobias Schäfer hielt die Festpredigt und legte die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ an diesem Festtag aus. Es erscheint so, als wäre die Losung speziell für die Ottensooser ausgesucht worden!

Außerdem nahm er gemeinsam mit Pfr. Kessel eine Weihehandlung vor und wünschte, dass die Kirche St. Veit auch weiterhin das geistliche Zentrum des Dorfes bleibt und Menschen bei wichtigen Lebensabschnitten begleitet.

Im Anschluss wurde noch zum Kirchenkaffee geladen und viele ließen sich einladen, auch um die Bilderausstellung mit Informationen zu Sanierung und Vorher-Nachher-Aufnahmen zu sehen.

Wer wollte, konnte auch noch eine Kirchenführung machen und sich z.B. von dem instand gesetzten Gebälk am Dach überzeugen.

Natürlich steht und fällt ein Festgottesdienst auch mit der Musik und so war es wunderbar, dass neben dem Posaunenchor und dem Frauensingkreis auch der Männergesangverein, der kein kirchlicher Chor ist, wieder seine Bereitschaft zugesagt hatte, bei dieser wichtigen Begebenheit dabei zu sein.

Dieser Festtag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Wie sagte Pfarrer Kessel zur Begrüßung: Alle paar 60 Jahre gibt es so eine Aufgabe. Die letzte Sanierung war 1962 gewesen!

Bildnachweis: Huth

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Pilgern auf dem Jakobsweg https://pfarramt-ottensoos.de/2025/10/pilgern-auf-dem-jakobsweg/ Wed, 01 Oct 2025 18:41:00 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13551

  Interview mit Jürgen Lassauer – einem langjährigen Jakobsweg-Pilger aus Ottensoos Was hat dich dazu bewegt, dich auf den Jakobsweg zu machen? Welche Etappe war deine erste und wie waren deine ersten Erfahrungen? Wie viele Etappen bist du gegangen, in welchem Zeitrahmen? Was hast du im Lauf der Zeit dazugelernt? Welche Etappe war für dich am eindrücklichsten und warum? […]]]>

 

Interview mit Jürgen Lassauer – einem langjährigen Jakobsweg-Pilger aus Ottensoos

Was hat dich dazu bewegt, dich auf den Jakobsweg zu machen?

Mein Arbeitskollege, der sehr christlich geprägt war, sprach darüber, dass er pilgern wolle, worüber ich zunächst gelacht habe. Aber irgendwie hat mich der Gedanke nicht losgelassen und ich wollte es einfach mal ausprobieren. Tatsächlich habe ich dann früher mit dem Pilgern begonnen als er.

Welche Etappe war deine erste und wie waren deine ersten Erfahrungen?

Meine erste Etappe war von Nürnberg/ Stein nach Rothenburg. Damals war ich noch im Arbeitsprozess und konnte nur drei Tage am Stück pilgern. Meine erste Übernachtung war bei einem Ehepaar in Leutershausen. Am Morgen verabschiedete mich die Frau mit einem Reisesegen. Das war für mich sehr eindrücklich und wir blieben noch lange in schriftlichem Kontakt z.B. mit einem Weihnachtsgruß. Mir wurde auch bewusst, wie wenig Kilometer man in einer Stunde schafft. Man muss sich auch konzentrieren, nichts zu vergessen z.B. den Pilgerstab, weil man sonst zurücklaufen muss.

Wie viele Etappen bist du gegangen, in welchem Zeitrahmen?

(Sieht auf den Einkerbungen seines Pilgerstabes nach) 2010 bis 2015 war ich immer drei Tage unterwegs, weil ich noch gearbeitet habe.
Ab 2016 war ich dann immer 2-3 Wochen unterwegs, je nach Laune. Mittlerweile hatte ich auch schon die französische Grenze erreicht und da wäre es von der Anreise her nicht mehr sinnvoll gewesen so kurz zu pilgern. Seitdem war ich jedes Jahr unterwegs.

Was hast du im Lauf der Zeit dazugelernt?

Wichtig ist es möglichst wenig mitzunehmen, mit Wasser sollten es nicht mehr als 8 kg sein, dann macht es auch Spaß.

Ich habe durch das Pilgern eine positive Einstellung zum Leben gewonnen nach dem Motto: „Alles wird gut.“ Obwohl ich ganz wenig voraus buche und ich auch schon schwierige Situationen erlebt habe, ist am Ende das Tages immer alles gut geworden.

Welche Etappe war für dich am eindrücklichsten und warum?

Als ich in der Auvergne im Aubrac-Gebirge war, erlebte ich eine fast menschenleere Landschaft mit Osterglockenfeldern und einer traumhaften Natur. Da fühlte ich mich der Schöpfung ganz besonders nah!

An welches Erlebnis erinnerst du dich besonders gerne?

Vieles Schöne habe ich im letzten Jahr auf der zwischenmenschlichen Ebene im Baskenland erlebt. Einen Pilgerkollegen habe ich durch Zufall wieder getroffen. Wir hatten ein tolles Quartier und er spielte frühmorgens bei Sonnenaufgang vom Handy „Morning has broken“, das fand ich nicht so passend. Aber es wurde viel besser, als wir selbst sangen. An diesem Tag schloss sich uns eine Frau aus Erfurt an, die im Kirchenchor singt. Wir kamen an eine Kirche, die um einen großen Fels herumgebaut ist, der Ort allein ist schon kultisch. Ich habe immer ein Liedblatt aus Ottensoos dabei, wobei ich eigentlich immer alleine singe, weil ich nur ein Brummer bin. Aber da haben wir zu dritt „Morgenlicht leuchtet“ gesungen und das war für mich so unglaublich bewegend.

Ich habe während des Pilgerns auch so oft Hilfe von oben bekommen!

Einmal saß ich bei einem kühlen Radler in einem Ort, als die Dorfgendarmerie aus dem vorherigen Ort mit Tatütata gefahren kam und mich fragte ob ich Pilger sei und das meine Papiere seien. Die hatte ich im dortigen Laden liegenlassen und die beiden Gendarmen hatten sich gleich auf den Weg gemacht. Zwei Stunden später hatte ich eine Mitfahrgelegenheit Richtung Heimat vereinbart, also wäre mir nicht allzu viel Zeit zum Suchen geblieben.

Welches Erlebnis war das Schwierigste?

Einmal war es schon 16 Uhr abends und ich war schon sehr geschafft. Ich wusste, ich hatte noch fünf Kilometer zu laufen und wollte durch den Wald abkürzen. Der war sehr dicht und ich bahnte mir eine Schneise, bis ich auf einen Weg kam, den einzigen weit und breit, dem ich noch mal zwei Stunden folgte. Leider in die falsche Richtung. Da kam eine junge Frau auf dem Mountainbike – für mich wie ein Engel – und ich konnte mich trotz rudimentärer Sprachkenntnisse verständlich machen. Sie veranlasste dann, dass mich die Nachbarin meiner Zimmerwirtin für die kommende Nacht abholte.

Wie waren deine Kontakte zu anderen Pilger/innen?

Die waren durchwegs positiv und ich habe viele Kontakte geschlossen. Bei den Pilgern herrscht ein Miteinander wie in einer großen Familie. Ich gehe gern auf Menschen zu und spreche sie sehr intuitiv an. Ich glaube sie merken meine Offenheit und dann sind sie auch offen zu mir. Auch zu vielen Einheimischen hatte ich trotz der Sprachbarriere guten Kontakt. Wenn man durchnässt durch Starkregen ankommt und aus dem Haus heraus tönt: „Komm rein, Jürgen, hier gibt‘s warmen Glühwein“ – dann geht einem doch das Herz auf.

Bist du immer in Pilgerunterkünften untergekommen und wie muss man sich diese vorstellen?

In Deutschland sind es Gasthöfe, aber in Frankreich sind es nur Unterkünfte auf privater Basis, auf Bauernhöfen oder bei Rentnern, die gerne Menschen aufnehmen. Selten war ich auch in Klöstern, wo es immer besonders schön war wegen der spirituellen Kontakte und den Gottesdiensten.

Es gibt ein kleines Büchlein mit Adressen und vor dem Abend kann man dort anrufen. Wenn es nicht klappt, wird einem weitergeholfen. In einem Ort bei der Touristinfo bekam ich den Tipp, dass es im Nachbarort ein verfallenes Pfarrhaus gibt, wo ich dann übernachten konnte und es kam auch jemand, der mir aufgesperrt hat. In Frankreich sind die Kosten gering, für 15€ bekommt man eine Übernachtung und für noch mal 15€ ein leckeres Drei-Gänge-Menü, einschließlich freudiger Gesänge und einem Abendgebet. An Feiertagen wurde ich auch in die Familie samt Verwandtschaft aufgenommen. In Spanien sind die Unterkünfte alle ehrenamtlich auf Spendenbasis.

Hat sich das Pilgern im Lauf der Jahre verändert?

Das Smartphone hat auch beim Pilgern Einzug gehalten. Das ist einerseits positiv, weil man keine schweren Karten mehr mitnehmen muss. Es gibt auch eine Santiago-App, die sehr gut funktioniert. Hier kann man Entfernungen und Höhenunterschiede einsehen, allerdings geht dadurch auch ein Stückweit das Abenteuer verloren. Immer wieder buchen Pilger ein Quartier und kommen dann doch nicht, weil sie nicht so weit oder weiter gekommen sind. Da sie nicht immer absagen, ist das für die Herbergseltern ärgerlich, weil sie vielleicht einem andern Pilger abgesagt haben.

Was bedeutete dir das Alleinsein auf dem Weg?

Ich komme da wunderbar zu mir. Keiner zupft mich am Ärmel und will etwas von mir. Ich kann über vieles nachdenken, was mir daheim nicht so gelingt. Ich erlebe die Natur und bekomme ständig neue Eindrücke. Angst kann ich überwinden, die nämlich schon da ist, daheim ist doch alles viel sicherer.

Welche Pilgerziele hast du für die Zukunft?

Vom 01.-18.September 2025 werde ich in Spanien meine vorletzte Etappe laufen und im nächsten Jahr hoffe ich auf den Abschluss in Santiago de Compostela.

Ich habe auch schon ein neues Ziel vor Augen: den alten Kammweg nach Osten über das Vogtland, Erzgebirge und Elbsandsteingebirge bis zur Schneekoppe an der polnisch-tschechischen Grenze. Das sind etwa 850 km

.

Welche Tipps würdest du jemandem geben, der sich auf den Weg machen will?

Man sollte nicht wie ich gleich versuchen mit 30 bis 40 km anzufangen, sondern sich langsam herantasten, damit es keine Blasen gibt. Bestimmt ist es auch gut, in Deutschland anzufangen und die Gasthöfe zu reservieren. Natürlich ist auch wenig Gepäck wichtig.

Es ist gut offen zu sein für die wunderschöne Natur aber auch dafür, andere Mentalitäten kennenzulernen. Dass es landestypisch oft lockerer zugeht als bei uns, kam mir persönlich sehr entgegen.

Und wie ist es, wenn man wieder heimkommt?

Wenn man drei Wochen nur zu Fuß unterwegs ist, dann ist mir alles immer erst zu schnell, v.a. das Autofahren, aber ich bin durchaus auch dankbar, dass es wieder so einfach ist, z.B. etwas einzukaufen oder so bequem nach Reichenschwand zu kommen. Die Dankbarkeit ist nach dem Pilgern sehr groß!

Wir bedanken uns für diese großartigen Eindrücke aus erster Hand!

Bildnachweis: Lassauer

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music&message Gottesdienst https://pfarramt-ottensoos.de/2025/04/mm-gottesdienst/ Mon, 31 Mar 2025 22:27:45 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13346

Interview mit Hannah Häberlein, der Organisatorin des m&m Gottesdienstes Seit wann gibt es in Ottensoos jetzt schon den m&m (music &message) Gottesdienst? Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Format ins Leben zu rufen? Was war dir bei der Konzeption wichtig? Wie ist so ein Gottesdienst aufgebaut? Deine Aufgabe ist es, Musik und Prediger/in zu finden – ist das nicht herausfordernd? Welche Zielgruppe willst du ansprechen? Welche Rückmeldungen erhältst […]]]>

Interview mit Hannah Häberlein, der Organisatorin des m&m Gottesdienstes

Seit wann gibt es in Ottensoos jetzt schon den m&m (music &message) Gottesdienst?

Der erste m&m Gottesdienst war im Februar 2023.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Format ins Leben zu rufen?

Das war die Zeit, als Christiane Polster als Jugendreferentin aufgehört hatte. Sie war bis dahin für die Jugendgottesdienste gemeinsam mit Pfr. Kessel verantwortlich. Mir persönlich hat der Begriff „Jugendgottesdienst“ nicht gefallen, da ich ihn als eingrenzend empfinde. Menschen, die auch gerne in moderne Gottesdienste gehen, aber nicht mehr jugendlich sind, fühlen sich dann nicht angesprochen. Ein Jugendgottesdienst ist nichts anderes als ein moderner Gottesdienst, aber ich wollte das Ganze anders aufbauen und einen roten Faden reinbringen. Ich wollte die moderne Gottesdienstform weiterentwickeln und attraktiv für jedermann machen.
Hannah Häberlein

Was war dir bei der Konzeption wichtig?

Im Gottesdienst sollten viele moderne Lieder gesungen werden, weil auch ich immer viel für mich mitnehme, wenn ich diese Lieder singe.
Außerdem soll, wie der Titel schon sagt, die message, also die Botschaft leicht verständlich rüberkommen, der Glaube lockerer vermittelt werden.

Wie ist so ein Gottesdienst aufgebaut?

 Es werden immer 5-6 Lieder gesungen. Für die Predigt frage ich immer verschiede Prediger/innen an, z.B. (ehemalige) Dekanatsjugendreferenten oder jüngere Diakon/innen. Dazu muss ich immer mein Netzwerk abklappern, aber bisher ist es mir immer gelungen jemanden zu finden.

Es gibt ein Thema, das mit einer Hinführung durch mich beginnt, z.B. durch eine Lesung oder eine eigene Erfahrung. Und das wird dann natürlich in der Predigt vertieft und ausgeführt.

Am Ende gibt es immer den gleichen Segen, den ich von Freizeiten mitgebracht habe und der mir selbst viel bedeutet. 

Deine Aufgabe ist es, Musik und Prediger/in zu finden – ist das nicht herausfordernd?

 Bei der Musik habe ich in der Regel zwei „heiße Eisen“. Das eine sind zwei Jungs aus Henfenfeld, mit denen ich befreundet bin und das andere ist die Band „Quartett – five“ aus Reichenschwand.

Das mit der Predigt ist durchaus herausfordernd, weil die möglichen Kandidat/innen natürlich ein eigenes Umfeld haben mit einem vollen Terminkalender, aber es hat bis jetzt immer geklappt.

Dieses Jahr ist es mir gelungen, eine Planung fürs ganze Jahr zu machen, das entlastet mich ungemein. 

Welche Zielgruppe willst du ansprechen?

Alle, die Lust auf einen anderen, moderneren Gottesdienst haben. Es ist mir wichtig, den Konfirmanden und Jugendlichen zu zeigen, dass Kirche nicht nur der übliche Sonntagsgottesdienst ist. Jeder kann sich den Weg suchen, der ihn anspricht. Ich freue mich genauso über ältere Gottesdienstbesucher. Von den Konfirmanden bis zum Alter von 70 Jahren ist das Spektrum weit gestreut.

Welche Rückmeldungen erhältst du?

 Es gibt sehr viele positive Rückmeldungen, die sich darüber freuen, dass es dieses Format gibt und manche würden auch gerne öfter einen solchen Gottesdienst feiern. Viele fühlen sich vom m&m Gottesdienst abgeholt.

Ich bin auch auf den Wunsch eingegangen, dass wir nicht nur überwiegend englische Lieder singen, sondern auch moderne deutsche Lieder.

Was macht dir Freude an dieser Arbeit?

Natürlich die positiven Rückmeldungen, wenn die Besucher etwas für sich mit nachhause nehmen können. Und es ist eben ein Gottesdienstformat, welches ich selbst gern besuche.

Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?

Natürlich, dass sich noch mehr Menschen ansprechen und einladen lassen, vor allem junge Menschen und dass es regional besser angenommen wird. In der Region gibt es in Reichenschwand mit dem „Go special“ Gottesdienst ein ähnliches Format und wir sprechen uns da ab, damit es keine terminlichen Überschneidungen gibt.

Welche Themen wurden schon angesprochen?

Wir haben beim ersten m&m Gottesdienst im Jahr immer die Jahreslosung, die uns begleiten soll. Außerdem waren Themen: Reif für die Insel, Love is in the air, Faith can move mountains (Glaube kann Berge versetzen), Singt dem Herrn ein neues Lied, Take it easy, Mach dein Ding!, Raus aus der Ecke, Glauben heißt nichts wissen!?

Wie siehst du die Zukunft für m&m?

Ich hoffe, dass der Zuspruch gleichbleibend ist, dass es immer eine Zielgruppe für den Gottesdienst gibt. Es ist eher utopisch, das Format öfter anzubieten, weil das Kirchenjahr mit vielen Terminen getaktet ist. Außerdem hoffe ich natürlich, dass ein paar Konfis bleiben.

Liebe Hannah, wir danken dir für dein Engagement und für dieses Interview!

 

„Prüfet alles und behaltet das Gute“

Jugenddiakon Matze Rapp

Beim letzten m&m Gottesdienst wurden wir gekonnt musikalisch verwöhnt und begleitet von der Band „Quartett-five“ aus Reichenschwand, Musik, die unser Herz berührt.

Jugenddiakon Matze Rapp sagte, dass ihm bei der Jahreslosung als erstes eine Schnapsverkostung in seiner Heimat, der fränkischen Schweiz, eingefallen sei. Aber das sei natürlich nicht das, was Paulus meinte. Matze verdeutlichte, dass Gott schon immer ein Gott der Ordnung gewesen sei. Schon in der Schöpfungsgeschichte brachte Gott Ordnung ins Chaos, in das Tohuwabohu, wie es im Urtext auf den ersten Seiten der Bibel heißt. Keine Generation vor uns hatte so viele Optionen, wie die heutige, die von allen Informationen nur einen Klick entfernt ist. In diese Flut Ordnung zu bringen ist keine leichte Aufgabe. Aber die Bibel gibt uns eine Orientierungshilfe: Was tut unseren Beziehungen gut? Was stärkt unseren Glauben und lässt ihn wachsen? Jesus ist ein Liebhaber des Lebens, der möchte, dass das Leben eines jeden Einzelnen gelingt.

Die Band „Quartett-five“ aus Reichenschwand

Stimmen von Besuchern

 m&m für mich eine moderne Art Gottesdienst zu erleben und zu feiern.
Auch die vielen Lieder und mehr zu singen, das finde ich prima. Und ich finde es toll, wie sich unsere Jugendlichen einbringen und engagieren, damit wir diesen Gottesdienst so feiern können.
Pia Bräuer 
 Für mich ist der m&m Gottesdienst ein Gottesdienst, der vor allem durch junge Leute geprägt wird.
Das hat Vorteile für uns Jugendliche, da unsere Wünsche und Anliegen eher verstanden werden. Die Verantwortlichen gestalten daher die Gottesdienste mit modernen Liedern und interessanten Predigten, die uns Jugendliche besonders ansprechen.
Lukas Bräuer 
 m&m begeistert mit toller Musik und wechselnden Predigern. Das Konzept ist zukunftsorientiert und die Moderation überzeugend.
Diakon und Dekanatsjugendreferent Alexander Loos 
 Mir gefällt der Gottesdienst schon seit es ihn gibt sehr gut. Ursprünglich war es die Uhrzeit, die für mich angenehmer war als die vom „normalen“ Sonntagsgottesdienst. Dann hab ich festgestellt, dass es auch ein sehr mitreißendes Konzept ist. Die jeweiligen Predigten haben mich immer mitgenommen, egal, wer sie gehalten hat. Auch deine Beiträge, Gebete usw. sind toll. Sehr gut gefällt mir die Band aus Reichenschwand. Von den Liedern, die gesungen werden, kenn ich zwar viele nicht, aber sie sind trotzdem schön. Last but not least gefällt mir super gut, dass an diesem Gottesdienst Jung und Alt viel Freude haben. (Und die M&M‘s sind natürlich auch nicht zu verachten 😉😋)
Barbie Schuhmann 

 

 

 

 

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Konfirmandenuntericht in neuer Gestalt https://pfarramt-ottensoos.de/2025/02/konfirmandenunterricht/ Fri, 31 Jan 2025 23:42:19 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13300

Seit diesem Jahr findet der Konfirmandenunterricht regional gemeinsam mit Schönberg und Reichenschwand statt. Verantwortet wird dieses Modell vom Dekanatsjugendreferenten Matze Rapp. Interview mit Matze Rapp Gib uns bitte ein paar persönliche Daten zu deiner Person. Wie war dein beruflicher Werdegang? Was macht dir besonderen Spaß/ besondere Freude an der Arbeit mit Jugendlichen? Was betrachtest du als größte Herausforderung? Was würdest du dir wünschen, wenn […]]]>

Seit diesem Jahr findet der Konfirmandenunterricht regional gemeinsam mit Schönberg und Reichenschwand statt. Verantwortet wird dieses Modell vom Dekanatsjugendreferenten Matze Rapp.

Interview mit Matze Rapp

Gib uns bitte ein paar persönliche Daten zu deiner Person.

Große gemeinsame „Abendmahlstafel“ mit Matze Rapp am „Tischende“
Ich bin hier im Dekanat Hersbruck Dekanatsjugendreferent, 40 Jahre alt, verheiratet und wohne in Egloffstein. Da kommt meistens gleich die Frage: so weit weg? Ja, das ist nicht gleich ums Eck, aber ich habe einen festen Bürotag im Jugendhaus in Eschenbach und kann manches auch im Homeoffice erledigen, z.B. eine Freizeit durchkalkulieren.

Wie war dein beruflicher Werdegang?

Ich habe meine Ausbildung am theologischen Seminar „Missionsschule Unterweissach“ gemacht, mein Anerkennungsjahr in Stuttgart, dann bin ich mit meiner Frau Sonja hierher gekommen. Hier war ich zunächst CVJM-Sekretär in Lauf und dort auch mit der Jugendarbeit betraut. Das war ein spendenfinanzierter Job, der nur zweimal verlängert werden konnte und so bin ich beim Dekanat Hersbruck als Jugendreferent gelandet. Hier wird mir viel Vertrauen entgegengebracht und ich kann in großer Freiheit meine Vorstellungen verwirklichen, so dass ich mich bestens aufgehoben fühle.

Was macht dir besonderen Spaß/ besondere Freude an der Arbeit mit Jugendlichen?

Diese Aufgabe ist so ungemein bunt und vielfältig und ich bin einfach gern mit den Jugendlichen zusammen, um ihnen vom Glauben zu erzählen. Ich lerne so viele tolle junge Menschen kennen, dass es eine Freude ist. Ich fahre auch gern auf Freizeiten mit ihnen.

Was betrachtest du als größte Herausforderung?

Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen ist recht einfach, aber sie über die Zeit hinweg zu halten ist oft schwierig. Mit 14 werden sie konfirmiert, sie zu Mitarbeitern auszubilden dauert dann noch ein Jahr, und oft gehen sie dann mit 18 weg, um zu studieren oder eine Ausbildung zu machen.

Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?

Ich wünsche mir Frieden auf der Welt und einen positiven Blick auf die Zukunft. Seit Corona merke ich in Gesprächen, dass Jugendliche Angst vor der Zukunft haben, das war vorher definitiv nicht so.

Danke für das Interview

 

Konzept des regionalen Konfirmandenunterrichts

In diesem Jahrgang werden 45 Jugendliche aus den drei Orten von Matze Rapp und seinem Team zur Konfirmation geführt. Sie treffen sich alle 14 Tage von 17-19 Uhr, heute wird es auch mal 20 Uhr, weil gemeinsam gegessen wird.

Die Orte werden durchgewechselt, zu Beginn war Reichenschwand an der Reihe, momentan ist Schönberg der Treffpunkt und im letzten Drittel vor der Konfirmation werden die Jugendlichen in Ottensoos sein. Außerdem gibt es zwei Freizeiten, am Anfang der Konfirmandenzeit waren die Jugendlichen in Oberschlauersbach und am Ende werden sie noch gemeinsame Zeit auf der Burg Wernfels verbringen. Es gibt auch Konfisamstage in der eigenen Gemeinde, z.B. besuchen in Ottensoos die Konfirmanden Mitarbeiter der Kirchengemeinde und interviewen sie oder bereiten den Vorstellungsgottesdienst vor.

Ganz wesentlich in die Aufgabe eingebunden sind bereits konfirmierte Mitarbeiter/innen, sogenannte Teamer, die Matze Rapp tatkräftig unterstützen.

Von den Gemeinden wurde gewünscht, dass der Vorstellungsgottesdienst und der Konfirmationsgottesdienst jeweils in den Einzelgemeinden stattfinden.

Was ist das besondere Konzept dieses Modells? Matze Rapp betont, dass es sein Ziel sei, die Jugendlichen dazu zu animieren, dass sie Lust aufs Dabeibleiben bekommen. Deshalb arbeitet er sehr praxisorientiert und empfindet den Konfirmandenunterricht als Crashkurs für den Glauben. Es werden aber auch das Vaterunser, das Glaubensbekenntnis, der Psalm 23 und der individuelle Konfirmationsspruch auswendig gelernt. Grundsätzlich ist aber die Gemeinschaft sehr wichtig und möglichst viele sollen auch weiter bei Freizeiten oder Jugendkreisen am Ball bleiben oder sich zu Mitarbeitern ausbilden lassen.

Im Laufe dieses Vorbereitungsjahres auf die Konfirmation sollen die Jugendlichen eine ernsthafte Antwort auf die Frage geben können, ob sie mit Jesus leben wollen.

Das momentane Konzept ist auf zwei Jahre beschränkt, so lange bekommen die drei Gemeinden vom Dekanat den Jugendreferenten gestellt. Matze Rapp sieht das als Anfang eines Weges, der sicher nicht ganz genauso weitergehen wird, aber der doch wegweisend für die Zukunft sein soll.

Die Teamer

Mit viel Engagement und Überzeugung dabei: Jan Zeltner, Paul Grund und Peter Venzel. Nicht im Bild: Emma Tanzhaus

Auf die Frage, warum die Jugendlichen in ihrer freien Zeit Matze Rapp unterstützen, bekomme ich die Antwort, dass sie schon mit Matze auf Freizeiten waren und einfach Spaß daran haben, diese Arbeit zu unterstützen. Eine Viertel oder halbe Stunde vor Beginn trifft sich Matze mit dem Team. Tische werden aufgestellt und der Raum hergerichtet und heute haben sie noch ein Rollenspiel einstudiert, das Matze zum Thema „Abendmahl“ vorbereitet hat. Die Jungs wollen auch gerne weiter mitarbeiten.

Das Thema Abendmahl – zuerst mit Rollenspiel erlebbar gemacht und besprochen, daran anschließend beim gemeinsamen Essen spürbar nachempfunden

Stimmen von Konfirmanden

In der riesigen Gruppe lass ich mir zeigen, wo die Ottensooser sitzen und komme mit ihnen ins Gespräch. Sie finden es cool, mit den Jugendlichen aus den anderen beiden Gemeinden zusammen zu sein und auch die Tatsache, dass die Teamer vom Alter her ganz nah an ihnen dran sind, gefällt ihnen sehr gut.

Die Inhalte kann Matze anschaulich vermitteln, heute ging es ums Abendmahl. Der Bogen wurde von Mose und dem Passahfest hin zum letzten Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern gespannt. Und natürlich ging es auch um die Frage, was das Abendmahl heute für uns bedeutet. Alle betonen, dass das heutige Thema ein interessantes war. Beim gemeinsamen Essen auf dem Boden – aber mit feierlich weißem Tischtuch in der Mitte – wird der Gemeinschaftsgedanke des Abendmahls praktisch umgesetzt.

Nach dem inhaltlichen Teil gibt es dann noch Spiele, das gefällt natürlich allen ganz besonders. Ein Lied zum Abschluss und ein Gebet beenden den Nachmittag.

Julia Prögel und Mira Zeltner haben offensichtlich Spaß.
Das Thema Abendmahl – zuerst mit Rollenspiel erlebbar gemacht und besprochen, daran anschließend beim gemeinsamen Essen spürbar nachempfunden

Jano Seidenfaden, Luis Degen und Lorenz Plommer finden Matze cool!

 

Bildnachweis: Huth

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Ergebnisse der Kirchenvorstandswahl https://pfarramt-ottensoos.de/2024/12/kirchenvorstandswahl-2/ Sat, 30 Nov 2024 23:11:53 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13225 Logo Kirchenvorstand color

Persönliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten Beim Gemeindeabend vor der Kirchenvorstandswahl hatten sich die Kandidat/innen mit einem Symbol der Gemeinde vorgestellt. Allen war abzuspüren, dass sie sich auf die neue Aufgabe freuen und sich mit Elan einsetzen werden. Erfreulich auch, dass viele äußerten, dass sie ganz offen auf die anstehenden Herausforderungen zugehen und flexibel sind, was im Einzelnen getan werden muss. Mancher in der Gemeinde […]]]>
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Persönliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten

Beim Gemeindeabend vor der Kirchenvorstandswahl hatten sich die Kandidat/innen mit einem Symbol der Gemeinde vorgestellt. Allen war abzuspüren, dass sie sich auf die neue Aufgabe freuen und sich mit Elan einsetzen werden.

Erfreulich auch, dass viele äußerten, dass sie ganz offen auf die anstehenden Herausforderungen zugehen und flexibel sind, was im Einzelnen getan werden muss.

Mancher in der Gemeinde mag sich gedacht haben, dass sechs Stimmen bei der Auswahl knapp sein werden.
Wegen eines Chorwochenendes konnte Ute Rachinger nicht persönlich da sein, hatte aber als Symbol ein Netz vorbereitet mit dem passenden Text dazu.

Ergebnisse der Kirchenvorstandswahl 2024

Die Kirchenvorstandswahl 2024 hatte eine sehr gute Beteiligung. Es haben von den 1065 Wahlberechtigten 52,8% einen Stimmzettel abgegeben. Der landeskirchliche Durchschnitt genauso wie der Durchschnitt in unserem Dekanat beträgt 33,3%.

Leider waren bei unserer Wahl von den 562 Stimmzetteln 35 nichtige dabei, die keinem Namen zugeordnet werden konnten. Die Wahl ist natürlich geheim, es wird aber überprüft, ob die wählende Person auch wahlberechtigt ist.  Wo dies nicht geschehen kann, muss der Stimmzettel als nichtig gewertet werden.

Der Anteil der Briefwähler war mit 490 wieder sehr hoch. Es war sehr erfreulich, dass über 36% der Erstwähler unter 16 Jahren und fast 30% der 16 bis unter 20jährigen dabei waren.

Gewählt wurden

  • Andrea Falkner
  • Hannah Häberlein
  • Nadine Luber
  • Ute Pürkel
  • Ingrid Straußner
  • Karin Sußner

Dieser wahlberechtigte Kirchenvorstand hat in der Berufungssitzung noch

  • Birgit Lehmeier
  • und Gerhard Schlagbaum

aufgenommen und beschlossen, dass die vier Ersatzleute

  • Birgit Adelmann
  • Ute Rachinger
  • Judith Ostheimer
  • und Hannelore Schmauß

Teil des erweiterten Kirchenvorstands sind, die im Gremium mit beraten.

Am 1. Advent wird der neue Kirchenvorstand im Gottesdienst um 9.30 Uhr in sein Amt eingeführt. Im Anschluss kann man beim Kirchenkaffee im Gemeindehaus noch ins Gespräch mit den Mitgliedern des Gremiums kommen. Auch dazu ergeht herzliche Einladung.

Weitere Informationen zum neuen Kirchenvorstand finden sich hier.

 

Der Kirchenvorstand in der Amtszeit 2018-2024 war ein echtes Kompetenzteam. Unterschiedliche Gaben und Interessen kamen zusammen, um alles für die Kirchengemeinde zu geben. Monika Haas schaute mit ihren 30 Jahren Erfahrung und ihrem Amt als stellvertretende Vertrauensfrau auf Kontinuität in der KV-Arbeit und half, wo es nötig war. Christine Zagel hatte in 24 Jahren nicht nur ein Herz für die Jugend, sondern auch für die Flüchtlings- und Integrationsarbeit. Helmut Venzel verhalf der Homepage zu einem wundervollen Auftritt und aktualisiert diese auch nach 12 Jahren weiter. Christel Ohr war schon länger als ihre 24 Jahre im KV der entscheidende Motor der Büchereiarbeit. Jochen Böhner schaut auch nach den 12 Jahren Amtszeit weiter auf den Kirchenwald. Elfriede Adelmann sorgte in den 6 Jahren für einen besonders einladenden Charakter unterschiedlicher Veranstaltungen und hatte im Blick, was die Gäste brauchen. Pfarrer Kessel bedankte sich im Gottesdienst herzlich und zeichnete das Engagement im Kirchenvorstand auch mit einer Urkunde aus. Auch den vier Personen, die noch weiter im KV sein werden, gilt der Dank für das Einbringen der Gaben: Hannah Häberlein hat in den 6 Jahren ein neues Gottesdienst-Format miterfunden und füllt dieses mit music & message. Birgit Lehmeier sorgt seit 18 Jahren wo gewünscht für das leibliche Wohl mit Leckerbissen. Gerhard Schlagbaum hat sich in 6 Jahren u.a. in die Umweltarbeit des Grünen Gockel hineingefuchst. Und Karin Sußner hält schon seit 30 Jahren die Verbindung zu den Weigenhofenern und den dortigen Veranstaltungen. Alles wurde im KV gebündelt, so dass er immer einen guten Überblick hatte und als Gremium diskutieren und Entscheidungen treffen konnte, um Gemeinde aufzubauen.

A. Kessel

 

Elfriede Deinzer

Nachdem Elfriede Deinzer 44 Jahre Kirchenvorstandsarbeit geleistet hat, davon 42 in Ottensoos, steht hier an besonderer Stelle ein besonderer Dank. Nachdem sie in den Ruhestand getreten war, dachte ich, dass sie selbstverständlich weiter im Kirchenvorstand antreten werde. Ich kannte es wie auch viele in Ottensoos nicht anders. Da sie jetzt Jahrzehnte der KV-Arbeit überblicken kann, steht sie dazu, dass ein Wechsel angesagt ist. Und das macht eine ihrer Qualitäten aus: sie kann sich zurücknehmen und muss nicht vorne dran stehen. Aber sie hat die Stelle sehr gut ausgefüllt. Als Vertrauensfrau wurde sie oft auf vielerlei angesprochen und musste auch so manche Entscheidung des Kirchenvorstands verteidigen. Sie nahm alle ernst, die mit einem Anliegen kamen und gab zuverlässig weiter, was besprochen werden musste. Als Gesicht des Kirchenvorstands hatte sie oft das Wort ergriffen und bei offiziellen Anlässen diese vertreten. Sie war auch meine Ansprechpartnerin und konnte mir immer guten Rat geben, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Als Mitglied und im Vorstand der Dekanatssynode diskutierte sie Landesstellenplan und andere schwierige Themen auch im Dekanatsausschuss, im Lenkungsausschuss brachte sie ihre Kompetenz ein, alle im Dekanat zu sehen. Nicht alles wird sich ändern: Sie wird Dekanatsbeauftragte für die Partnerschaft mit Wantoat in Papua Neuguinea bleiben. Und wir hoffen, dass sie auch hier weiter für den Frauenkreis, den Fairen Handel, die Kleidersammlung und Weihnachtspäckchenaktion für die Rumänienhilfe und noch so manches andere da ist.

A. Kessel

 

Anekdoten der Kirchenvorstandsarbeit

Das stille Örtchen

Es ist schon viele Jahre her, da bat mich der Pfarrer, die in die Jahre gekommene Pfarramtstoilette renovieren zu lassen. Die Handwerker kamen und schließlich war das „Örtchen“ fertig.

Zu dieser Zeit hatte sich unser damaliger Landesbischof Friedrich zu einem Besuch in Ottensoos, ich weiß gar nicht mehr warum, angemeldet. (Anmerkung der Redaktion: Das war im Februar 2003 anlässlich der 1100-Jahrfeier der Gemeinde Ottensoos)

Der Tag kam, vor dem Pfarrhaus standen Posaunen- und Kinderchor bereit und dann kam er auch, stieg aus dem Auto und ging auf den Pfarrer zu, der Kinderchor setzt ein und da – eine Handbewegung des Pfarrers: Die Kinder verstummen wieder. Der Pfarrer flüstert mir zu: „Herr Friedrich muss mal auf die Toilette, gehen Sie schnell mit ihm!“ Den Landesbischof führte ich dort hin und er weihte dann durch persönliches „Wasserlassen“ die neue Pfarramtstoilette ein – welche Ehre! Herr Friedrich kam ins Freie und alles ging wie vorgesehen weiter.

Zwaa Fläschler Bier

Es ist schon lange her – die Kirchenvorstandssitzung ist zu Ende – es ist wieder spät geworden, alle packen ihre Sachen und verabschieden sich, da sagt der Pfarrer zu mir: „Wir hätten noch was zu besprechen.“ Ich solle noch auf ein Bier mit ins Wirtshaus gehen. In Ordnung, doch der „Stutz“ hat schon geschlossen, was nun?

„Ah“, sagt der Pfarrer, „ich weiß was!“

…jetzt weiß ich noch zu berichten, dass zu dieser Zeit die Kirchhofmauer saniert wurde und hier tagsüber Steinmetze beschäftigt waren. Der Pfarrer ging wieder in Richtung alter Friedhof und sagte zu mir: „Komm mit!“ Es war ziemlich finster auf dem Friedhof, wir gingen bis zum Wasserbecken, wo man die Kannen füllt.

Der Pfarrer krempelte seinen rechten Ärmel hoch und griff tief ins Wasserbecken. Und da hatte er eine Bierflasche in der Hand, die gab er mir und dann kam noch eine, beide wurden geöffnet. Wir setzten uns auf die Bank und besprachen bei einem kühlen Bier noch Wichtiges. Wir waren fertig, die Flaschen waren leer. Jetzt nahm er die Flaschen, befüllte sie mit Wasser und der Kronkorken kam wieder drauf und zurück mit den Flaschen ins Wasserbecken.

Christus hatte Wasser zu Wein verwandelt und unser Pfarrer Bier zu Wasser – auch nicht schlecht, es geschehen doch noch Wunder!

Dä Riesen-Schlooch

Es war wieder einmal ein stürmischer Tag, es regnete heftig und der Abend zuhause war gemütlich und geborgen, da läutete das Telefon – der Pfarrer war dran. Er hatte festgestellt, dass es in die Glockenstube reinregnet und da wären elektrische Anlagen und da müsse man etwas unternehmen. Jetzt muss ich erst noch berichten, dass damals die Eindeckung des Turms in schlechtem Zustand war und es an vielen Stellen hereinregnete. Grund dafür waren die Sturmklammern, die jeden Ziegel auf der Lattung festhielten, die waren aus Eisen und waren durchgerostet.

Ich traf mich dann mit dem Pfarrer in der Kirche und wir stiegen im Turm bis zur Glockenstube, in die es an einigen Stellen von oben hereintropfte. Ich stieg dann über die Glockenstube auf die Balkenlage, ohne Boden, die konstruiert ist wie ein riesiges Wagenrad. Dort waren bereits Folien ausgelegt, teilweise schon in Fetzen. Ich habe gerade versucht, die Folienstücke zurechtzurücken, da gab es einen Riesen-SCHLAG und ich hatte die Hosen voll –  ich hatte vergessen, es war „Viertel“ und ich stand zwei Meter über der Glocke auf dem Balken. Ich wollte dann nur noch heim!

Der Kirchturm erhielt dann eine neue „Mütze“ und es war wieder trocken.

Bildnachweis: Huth

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Kirchenvorstandswahl https://pfarramt-ottensoos.de/2024/10/kirchenvorstandswahl/ Tue, 01 Oct 2024 18:10:18 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13139 Logo Kirchenvorstand color

Wer darf wählen? Wahlrecht haben alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, die am 20. Oktober 2024 seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde angehören und in die Wählerliste eingetragen sind. Konfirmierte Jugendliche haben das Wahlrecht bereits ab 14 Jahren. Wie läuft die Wahl ab? Bis Ende September 2024 erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigung mit allen Informationen und Unterlagen für die Briefwahl oder die Wahl im Wahllokal vor Ort. Wichtig: Sollten […]]]>
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Wer darf wählen?

Wahlrecht haben alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, die am 20. Oktober 2024 seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde angehören und in die Wählerliste eingetragen sind.

Konfirmierte Jugendliche haben das Wahlrecht bereits ab 14 Jahren.

Wie läuft die Wahl ab?

Bis Ende September 2024 erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigung mit allen Informationen und Unterlagen für die Briefwahl oder die Wahl im Wahllokal vor Ort.

Wichtig: Sollten Sie keine Wahlbenachrichtigung erhalten, könnte das daran liegen, dass Sie erst kurz vor der Wahl nach Ottensoos gezogen sind. Bitte dann im Pfarramt nachfragen, ob Sie bereits in der Wählerliste stehen. Ggf. bitten Sie darum, aufgenommen zu werden. Für die Wahlberechtigung muss der Wohnsitz seit drei Monaten – also seit dem 20. Juli 2024 – in der Gemeinde sein.

Wen wählen?

Die Wahlen für den Kirchenvorstand sind Personenwahlen. Sie geben Ihre Stimmen einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten, die auf dem Stimmzettel verzeichnet sind. Den Stimmzettel erhalten Sie mit den Wahlunterlagen zugeschickt. Es gibt aber auch Stimmzettel im Wahllokal.

Das Wahllokal befindet sich im Gemeindehaus neben der Kirche im Erdgeschoss und wird von 10:30 – 18:00 Uhr geöffnet sein.

Entscheiden Sie sich für die Briefwahl, so werfen Sie Ihren Umschlag bis 19.10.2024 im Pfarramt ein.

Wie viele Stimmen Sie haben, hängt davon ab, wie viele Personen zu wählen sind. Das ist auf dem Stimmzettel vermerkt. Da Ottensoos zur Kategorie von Gemeinden bis zu 2000 Stimmberechtigte zählt, haben Sie 6 Stimmen zu vergeben.

Informationen über die Kandidatinnen und Kandidaten konnten Sie im letzten Kirchenboten nachlesen und natürlich auch auf der Homepage.

Wir freuen uns über Ihre Beteiligung!

Kirchenvorstandswahl 2024
Kirchenvorstandswahl 2024

Kirchenvorstand – steht das in der Bibel oder wie war das früher?

Anfänge des „Presbyteriums“ in der Urgemeinde

Schon in der Frühzeit des Christentums wurde die Gemeinde durch ein gewähltes Gremium geleitet (Apostelgeschichte 6,5; 15,6; 21,18). Diese Gruppe von Männern, die man die „Ältesten“, griechisch „Presbyter“, nannte, gab der Gemeindeleitung ihren griechischen Namen „Presbyterium“. So heißt der Kirchenvorstand in manchen Landeskirchen noch heute. Die Ältesten hatten das Recht, Prediger zu berufen (1. Timotheusbrief 4,14) und genossen höchste Autorität (1. Petrusbrief 5, 1-5). Allerdings verlor sich die Form der Gemeindeleitung durch ein „Presbyterium“ im Laufe der Kirchengeschichte. Unter dem Einfluss des Apostels Paulus wurden die Ältesten schon im 1. Jahrhundert nicht mehr gewählt, sondern berufen. Und bald gab es für eine Gemeinde nur noch einen „Hirten“ – aus dem Presbyterium wurde der Priester.

Das „Priestertum aller Gläubigen“ – Wiederentdeckt in der Reformationszeit

Erst in der Reformationszeit im 16. Jahrhundert wurde das „Priestertum aller Gläubigen“ wieder entdeckt. Martin Luther widersprach der „Pfaffenkirche“, so etwa in seiner Schrift „Dass eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu urteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen, Grund und Ursache in der Hl. Schrift“ von 1523. Doch blieb dies zunächst ohne Folgen für die Verfassung der lutherischen Kirchengemeinden.

Zwar gab es in bestimmten reformatorischen Gemeinden bald Kirchenvorstände, etwa in der Kurpfalz, wo seit 1571 „Älteste“ den Gemeinden vorstanden. Meistens setzte sich aber eine obrigkeitliche Kirchenverfassung durch: Der politische Machthaber war Oberhaupt der Kirche. Mit Hilfe des „Konsistoriums“, eines Rates, der ihm unterstand, redete er bei allen Angelegenheiten der Gemeinden mit, bestimmte die Pfarrer und regelte ihre finanzielle Ausstattung.

Der „Kirchenvorstand“: Gemeindeleitung seit dem späten 19. Jahrhundert

Erst mit den politischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen auch im Luthertum vermehrt „Presbyterien“ und „Synoden“ auf. 1815 wurde die Rheinpfalz mit ihren – von Kirchenvorständen geleiteten – Gemeinden zu Bayern hinzugerechnet. Nach ihrem Vorbild wurden in allen evangelischen Gemeinden Bayerns Kirchenvorstände eingeführt. Dabei wurden die Kirchenvorsteher von der Obrigkeit ausgewählt – oder die Familienoberhäupter einer Gemeinde wählten. Ende des 19. Jahrhunderts hatten fast alle evangelischen Gemeinden in Bayern einen Kirchenvorstand. Seine Aufgabe war vor allem die Vermögensverwaltung für die Gemeinden.

Nach der Trennung von Kirche und Staat nach dem Ersten Weltkrieg 1918 und in den Auseinandersetzungen mit den „Deutschen Christen“ im Dritten Reich begannen viele Kirchenvorstände, das Gemeindeleben in allen Belangen selbstbewusst zu gestalten – ähnlich den Ältesten der Urgemeinde. Das ist bis heute so geblieben.

Entwicklung des Kirchenvorstands in Ottensoos

Bis zum Jahr 1970 war der Kirchenvorstand in Ottensoos immer rein männlich besetzt. Erst im Jahr 1976 ließen sich zwei Frauen aufstellen, die damals 45jährige Hebamme Luise Schmidt, die es auch in den Kirchenvorstand schaffte, nicht nur in den erweiterten KV. Ob sie direkt gewählt oder zu den beiden Berufenen gehörte, ist aus dem damaligen Kirchenboten nicht ersichtlich. Dass eine Frau sich aufstellen ließ, führte zur damaligen Zeit durchaus zu Diskussionen innerhalb des Dorfes. Als zweite Frau hatte sich die 18jährige Gertraud Kunz aufstellen lassen, da aber 18 Kandidaten zu Wahl standen und 8 in den KV kamen, weitere 8 in den erweiterten KV, ging sie leer aus. Für die Jugend, über deren Engagement man sich heute freuen würde, war die Zeit wohl noch nicht reif.

Dass sich das Engagement der Frauen, das wohl auch in den Jahrzehnten vorher unbestritten war, sich auch in der Übernahme von Leitungsfunktionen zunehmend spiegelt, zeigt folgende Übersicht:

Wahljahr Anzahl der Kandidierenden Kandidierende Frauen Frauen in den Kirchenvorstand gewählt/berufen Frauen im erweiterten Kirchenvorstand
1976 18 2 1 –
1982 17 3 1 2
1988 16 4 3 1
1994 16 7 3 4
2000 16 9 3 6
2006 16 10 5 5
2012 15 9 6 3
2018 11 8 6 2

Dass sich für den aktuellen Kirchenvorstand nur ein Mann zur Wahl stellt, ist durchaus bedauerlich und es bleibt zu hoffen, dass die Männer diese Aufgabe in Zukunft nicht nur den Frauen überlassen.

Für welche Bereiche ist der Kirchenvorstand zuständig?

Die Aufgaben des Kirchenvorstandes sind vielfältig und geben weitreichende Möglichkeiten, das Gemeindeleben mit zu gestalten.

  • Gottesdienst: Der Kirchenvorstand verantwortet den Rahmen der Gestaltung und liturgischen Handlungen eines Gottesdienstes. Ebenso beschließt er über die Einführung neuer Gottesdienstformen und die Gottesdienstzeiten. Haben Sie Anregungen für den Gottesdienst? Die Mitglieder des Kirchenvorstandes sind Ihre Ansprechpartner.
  • Konfirmandenarbeit / Religionsunterricht / Kindergottesdienst: Der Kirchenvorstand ist verantwortlich etwa für die Planung und Inhalte des Konfirmandenunterrichtes. Formen des Kindergottesdienstes werden beschlossen.
  • Kirchliche Gebäude: Der Kirchenvorstand entscheidet über die Überlassung der Gottesdienst- und Gemeinderäume für besondere Veranstaltungen.
  • Christliche Lehre und christliches Leben: Im Kirchenvorstand werden Fragen des christlichen Glaubens und des Lebens besprochen, z. B. wie kann das Evangelium heute glaubwürdig verkündet werden? Besetzung der Pfarrstellen: Wenn eine Pfarrstelle neu besetzt werden muss, wirkt der Kirchenvorstand bei der Besetzung mit. Alternierend wählt er aus drei vorgeschlagenen Kandidatinnen/Kandidaten aus oder stimmt einem Vorschlag des Landeskirchenrates zu bzw. lehnt ihn ab.
  • Förderung des Gemeindeaufbaus und des Gemeindelebens: Der Kirchenvorstand unterstützt und fördert vor allem die Bereiche: Diakonie, Mission, Männer- und Frauenarbeit, Jugendarbeit, Eltern- und Familiendienste, Kirchenmusik, Ökumene etc.
  • Konfliktmanagement: Bei Konflikten und Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde übernimmt der Kirchenvorstand die Funktion eines Vermittlers.
  • Spenden: Für besondere kirchliche Aufgaben engagieren sich die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, um Spenden und freiwillige Dienstleistungen zu gewinnen.

Auf vermögensrechtlichem Gebiet hat der Kirchenvorstand folgende Aufgaben:

  • Er verwaltet das Ortskirchenvermögen.
  • Er beschließt über Haushaltsplan und Rechnung, die Erhebung des Kirchgeldes und stellt Mitarbeitende in der Kirchengemeinde ein.

Aber nicht nur innerhalb der Gemeinde kann der Kirchenvorstand Einfluss nehmen – auch auf landeskirchlicher Ebene wirkt er mit:

  • Die Kirchenvorstände schicken aus ihrem Team Frauen und Männer in die Dekanatssynoden, die regionalen Kirchenparlamente.
  • Alle sechs Jahre wählen sie die Mitglieder der Landessynode. Diese besteht aus Ehrenamtlichen der verschiedensten Berufe und Regionen, aus Pfarrern, Hochschullehrern, Hausfrauen und Hausmännern. Die Entscheidungen der Synode spiegeln die Vielfalt des evangelischen Glaubenslebens wieder.

Quelle: www.kirchenvorstand-bayern.de

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Posaunentag in Hamburg https://pfarramt-ottensoos.de/2024/06/posaunentag-in-hamburg/ Sat, 01 Jun 2024 17:56:07 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13096 Posaunentag Hamburg

Vom 3. – 5. Mai war es nach 8 Jahren wieder soweit und ein Deutscher Evangelischer Posaunentag (DEPT) hat stattgefunden. Unter dem Thema mittenmang (= mittendrin) lud die Hansestadt Hamburg zahlreiche Bläserinnen und Bläser zu diesem großartigen und unvergesslichen Erlebnis ein. Wir aus Ottensoos waren dabei – mit 1596 Posaunenchören mit ca. 15.000 Bläserinnen und Bläsern und Gästen aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Südafrika. […]]]>
Posaunentag Hamburg

Vom 3. – 5. Mai war es nach 8 Jahren wieder soweit und ein Deutscher Evangelischer Posaunentag (DEPT) hat stattgefunden. Unter dem Thema mittenmang (= mittendrin) lud die Hansestadt Hamburg zahlreiche Bläserinnen und Bläser zu diesem großartigen und unvergesslichen Erlebnis ein.

Wir aus Ottensoos waren dabei – mit 1596 Posaunenchören mit ca. 15.000 Bläserinnen und Bläsern und Gästen aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Südafrika. Nach den deutschen Posaunentagen in Leipzig im Jahr 2008 und Dresden im Jahr 2016 war es wieder ein christlich-musikalisches Großereignis mit bleibenden Eindrücken. Freude und Fröhlichkeit waren zu spüren bei diesem großen Musik- und Glaubensfest – und wir waren mittenmang dabei.

Eröffnung des Posaunentages
Eröffnung des Posaunentages

Das Wochenende wurde durch einen Eröffnungsgottesdienst am Freitagabend auf der Moorweide eingeläutet. Musikalisch wurden neben Chorälen wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ und dem Mottolied „Mittenmang!“ auch einige neu komponierte Werke präsentiert. Die liturgische Leitung übernahm Landesbischof em. Dr. h.c. Gerhard Ulrich und der Leitende Obmann des Deutschen Posaunenverbands EPiD Frank Möwes. Auch der Erste Bürgermeister Hamburgs, Dr. Peter Tschentscher, sprach ein Grußwort.

Anschließend gab es noch viele Möglichkeiten kleineren Konzerten in verschiedenen Hamburger Kirchen zu lauschen.

Samstagnachmittag ertönten vielerorts insgesamt 126 Platzkonzerte über ganz Hamburg verteilt. Hierunter auch der Posaunenchor aus Offenhausen, welcher durch mehrere Märsche und Volkslieder, wie beispielsweise dem Böhmischen Traum, ein bisschen Bayern in den Norden brachte.

Zeitgleich gab es sieben Themenveranstaltungen für jeweils ca. 500 Bläser zu „Hamburg klingt“. Einer unserer Bläser spielte hier an der Viermastbark Peking mit, dem Museumsschiff des Hafenmuseums. Aus dem exklusiven Notenheft nur für diese Veranstaltung wurde unter anderem „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, „Anchors aweigh“, der Song der US Navy, und „The Wellermann Song“ gemeinsam musiziert.

Serenade an der Elbe
Serenade an der Elbe

Auf der Jan-Fedder-Promenade fand am Samstagabend eine Serenade direkt an der Elbe statt. Gegen 20:15 Uhr begannen Turmbläser vom Michel zu spielen und pünktlich um 20:24 Uhr wurde dann mit dem Programm gestartet. Der kleine Chor, bestehend aus den vereinigten Landesjugendposaunenchören, stand auf dem Museumsschiff „Cap San Diego“ dem großen Chor auf der Promenade gegenüber. Neben weiteren Liedern durften Hamburger Klassiker wie die Titelmelodie zum „Großstadtrevier“ nicht fehlen, schließlich spielten wir extra auf der Jan Fedders Promenade. Durch die Moderation des Hamburger Entertainers Yared Dibaba lernten wir die drei wichtigsten Begriffe kennen, um in Hamburg überall durchzukommen: „Moin“ zur Begrüßung, „Jo“ als Antwort auf die einfachen Fragen, und „Hilft ja nix“ für alle anderen Angelegenheiten. Mit „Guten Abend, gut Nacht“ und „Bleib bei mir, Herr“ klang schließlich der Abend im Licht von Hamburg aus.

Geendet hat das musikalische Wochenende mit einem Schlussgottesdienst am Sonntag um 12:00 Uhr im Stadtpark, der auch live im Internet übertragen wurde. Hier gaben alle nochmal ihr Bestes, sodass alle 22.000 Gottesdienstbesucher miteinander feiern konnten. Die Predigt hielt die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. Der kleine Chor bestand hier aus einem Ensemble der Posaunenwarte unter der Leitung unseres bayerischen Landesposaunenwarts Dieter Wendel. Schon mit den Teilnehmerunterlagen bekam jeder einen Umschlag, der erst zum Schlussgottesdienst gemeinsam geöffnet werden sollte. Darin befand sich ein Armband aus einer Fülle von verschiedenen Farben mit unterschiedlichen Sprüchen „In Gottes Weite – …“ in Anlehnung an den Psalm 139.

Auch Hamburg zeigte sich von seiner schönsten Seite: Freitag und Samstag wechselten sich Sonnenschein und leichte Bewölkung ab und auch der Sonntagsgottesdienst blieb bis auf sehr wenige Tropfen trocken, erst beim Abbau der Stühle fing es an zu regnen. Auch die erwartete „steife Brise“ blieb aus, der Hamburger würde wohl von windstill sprechen.

Probe im Stadtpark
Probe im Stadtpark

Trotz mehrerer Jahre Vorbereitung ist der Veranstalter des Posaunentags neben vielen gut abgelaufenen Punkten leider auch in einige organisatorische Fettnäpfchen gestapft, wodurch bei so einigen die Stimmung im Moment gedämpft wurde. Viele zogen so die früheren Posaunentage als Vergleich heran, ganz nach dem Motto „früher war alles besser“. Zum nächsten Posaunentag, wohl im Jahr 2032, wird genug Gras über die Sache gewachsen sein, sodass allen wieder ein wunderbarer Posaunentag in Erinnerung geblieben sein wird.

Den weit im Voraus stattgefundenen Kompositionswettbewerb gewann Stefan Mey mit seiner „Brass Fantasia“. Den zweiten Preis erzielte Jens Uhlenhoff mit „Segel setzen“ vor „Wie ein neuer Tag“ von Matthias Bucher. All diese Stücke aus dem Notenheft „Gloria 2024“ und viele mehr wurden dieses Wochenende musiziert. Der Gesang zum Mottolied „Mittenmang!“ wurde von Pfarrer Christian Kollmar auf die Melodie von „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ getextet.

Beim Hafenmuseum
Beim Hafenmuseum

Loben, preisen, danken mit den Instrumenten verbindet – und führt mit 15.000 Bläsern zu einem einmaligen Klangerlebnis. Wir haben Hamburg mit unseren Trompeten, Posaunen, Tuben und gemeinsamen Singen zum Klingen und Schwingen gebracht. Gefreut haben wir uns dabei vor allem auch über die vielen Begegnungen mit anderen Bläserinnen und Bläsern. Natürlich haben wir auch die Highlights Hamburgs mit seiner Elbphilharmonie, dem größten Hafen Deutschlands und dem beeindruckenden Rathaus kennengelernt. Es ist eine Freude und Geschenk bei einem der größten Bläsertreffen der Welt dabei gewesen zu sein.

 

Die Ottensooser Abordnung beim Posaunentag in Hamburg
Die Ottensooser Abordnung beim Posaunentag in Hamburg

 

Bericht von Ida Adelmann, Werner Wolf und Matthias Huth

 

Bildnachweis: Huth

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Weniger bekannte Kunstschätze in unserer Kirche St. Veit https://pfarramt-ottensoos.de/2024/04/weniger-bekannte-kunstschaetze-in-unserer-kirche-st-veit/ Sun, 31 Mar 2024 23:26:45 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13054 die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Vor einigen Jahren wurde unsere Ottensooser Kirche St. Veit von Radio Gong für die Serie „Geheimes Gongland“ ausgewählt. Ich wurde von der zuständigen Journalistin über unsere Kirche interviewt. Das hat mich im Nachhinein auf die Idee gebracht, mich mit den unbekannteren Kunstschätzen zu beschäftigen. Deshalb möchte ich Ihnen ein Epithaph und zwei Grabplatten vorstellen, die durchaus das Prädikat „geheimnisvoll“ verdienen. Der Burgvogt vom Rothenberg An der […]]]>
die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Vor einigen Jahren wurde unsere Ottensooser Kirche St. Veit von Radio Gong für die Serie „Geheimes Gongland“ ausgewählt. Ich wurde von der zuständigen Journalistin über unsere Kirche interviewt. Das hat mich im Nachhinein auf die Idee gebracht, mich mit den unbekannteren Kunstschätzen zu beschäftigen. Deshalb möchte ich Ihnen ein Epithaph und zwei Grabplatten vorstellen, die durchaus das Prädikat „geheimnisvoll“ verdienen.

Der Burgvogt vom Rothenberg

An der Wand der Nordseite unserer Kirche unterhalb der Empore, und nicht sehr vom Tageslicht verwöhnt, hängt ein Gemälde, 0,83 m hoch und 0,99 m breit. Es zeigt die Auferweckung des Jünglings zu Nain aus dem Lukasevangelium (siehe Titelbild des Gemeindebriefes). Die Szene ist dramatisch. Im Mittelpunkt steht Jesus und „befiehlt“ die Auferweckung des jungen Mannes. Der mit mehreren Binden noch umwickelte Jüngling beginnt sich zu erheben. Eine männliche Gestalt zeigt ihm, wo sich seine Mutter befindet. Diese, dem Betrachter den Rücken zuwendend, streckt ihrem Sohn die Hand hin. Die Trauergemeinde des Leichenzuges folgt aufgeregt dem vor ihren Augen stattfindenden Wunder. Im Vordergrund im unteren Bildteil sind Blumen zu sehen und vielleicht auch die Grababdeckung. Der obere Bildteil ist dunkel gehalten, während die Mitte leuchtet. Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Ölbild in einem schlichten Holzrahmen. Interessant ist jedoch vor allen Dingen die Unterschrift zu dem Bild. Dort steht sehr eindrücklich:

Bildunterschrift, die auf den Burgvogt verweist
Bildunterschrift, die auf den Burgvogt verweist

„Anno 1685 den 21/11 Monat (?) : Beschied in Gott. Titt: H. Georg Stubenrauch der Hochadeligen Herrn GanErben des haußes und Herrschafft Rotenbergs etlichunddreißig Jährig Treu. gewesene BurckVogt. desen gebeine in dieser Kirchen ruhen. der Seelen aber Gott genad.“

Diese Unterschrift macht aus dem Gemälde ein sogenanntes Epitaph, das heißt, ein Gedächtnismal für einen Verstorbenen. Es befindet sich im Unterschied zu einem Grabmal nicht an der Bestattungsstelle. Aus unserem Text geht jedoch eindeutig hervor, dass Georg Stubenrauch, ein Burgvogt des Rothenbergs, in unserer Kirche bestattet wurde ( „desen gebeine in dieser Kirchen ruhen“). Ein Burgvogt war der Vertreter einer Herrscherfamilie bzw. einer Ritterschaft, der für die Verwaltung, die Bewirtschaftung und die Verteidigung einer Burg zuständig war, so dass man sagen darf, dass eine wichtige, lokale Persönlichkeit in unserer Kirche seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Wie kommen die Grabsteine eines Schönberger Amtmanns und seiner Ehefrau in die Ottensooser Kirche?

Ebenfalls an der Nordwand des Ottensooser Kirchenschiffs in der Nähe des Marienaltars sind zwei Grabplatten zu finden, die mich schon seit mehreren Jahren beschäftigen. Auf der einen, 1,70 m lang und 0,78 m breit, ist ein grimmig dreinblickender Ritter in voller Rüstung zu sehen. Das Visier seines Helms ist aufgeklappt, der Mund ist etwas nach unten gezogen, er trägt offensichtlich einen Bart. Armschienen sind zu erkennen, seine linke Hand liegt am Griff seines Langschwertes. In festen Stiefeln steht er auf einer Platte. In den vier Ecken des Grabsteines sind Wappen angebracht, leider schon sehr verwittert und kaum kenntlich. Ebenso verhält es sich mit der umlaufenden Schrift. Einzelne Worte sind erkennbar, aber der gesamte Text ist kaum lesbar. Oberhalb der Gestalt ist sein Sterbejahr eingraviert: „Anno dom. 1551“

die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“
die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Daneben ist die Grabplatte einer Frau in die Wand eingelassen, deren Gesicht kaum mehr zu erkennen ist. Ihre Haare sind mit einer Haube bedeckt, sie trägt einen offenen Mantel. Sehr schön ist der Ärmelabschluss an der linken Hand zu erkennen. Sie hält einen Rosenkranz in den Händen. Auch hier ist die umlaufende Schrift nur schwer leserlich, die Wappen ebenfalls sehr verwittert. Interessant ist, dass die Jahreszahl ihres Todes offen gelassen wurde. Oberhalb des Reliefs ist zu lesen: „ Anno dom. 15..“ Dies lässt den Schluss zu, dass die Grabplatte bereits vor ihrem Tod angefertigt wurde. Die Grabplatte ist einige Zentimeter kürzer als die des Mannes.

Wer sind die beiden?

In dem Buch „Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken“ ist von Lorenz von Seckendorff und Agathe von Seckendorff die Rede. Der Band Nr. 50 der Altnürnberger Landschaft informiert darüber, dass es sich bei den von Seckendorffs um ein Simmelsdorfer Adelsgeschlecht handelt. Aber was haben Simmelsdorfer Adlige in unserer Ottensooser Kirche zu suchen?

Die Spur führt in unsere Nachbargemeinde Schönberg. Bei meinen Nachforschungen bin ich auf die Homepage des Schönberger Friedhofs gestoßen und habe gelesen, dass unsere Nachbarn bis 1687 ihre Toten in Ottensoos bestatteten, da sie keinen eigenen Friedhof besaßen. Die Schönberger Jakobuskirche ist erst 1900/1901 auf dem Gelände einer ehemaligen Burg bzw. eines Schlosses erbaut. Diese Anlage wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. Auf dem Schönberger Kirchengelände erinnert nur noch der „Hungerturm“ daran. In dieser Burganlage befand sich lediglich eine Kapelle. Die Bestattungen fanden in Ottensoos statt, die Ottensooser Kirche St. Veit galt als die Mutterkirche dieser Burgkapelle. Obwohl unsere Region seit Beginn des 16. Jahrhunderts zur Freien Reichsstadt Nürnberg gehörte, war die Schönberger Burg im Besitz der Markgrafen von Ansbach, der „Erbfeinde“ der Nürnberger. Die Markgrafen residierten natürlich nicht selbst in Schönberg, sondern setzten einen adligen Amtmann für ihre Burg ein. Dieser markgräfliche Amtmann zu Schönberg ist „unser“ Lorenz von Seckendorff.

Kennt man einmal die näheren Umstände, betrachtet man die Grabplatten noch einmal ganz anders. Man weiß sozusagen, wonach man suchen soll und so formen sich aus den verwitterten gotischen Buchstaben, die scheinbar nur aus unterschiedlich großen Strichen zu bestehen scheinen, auf einmal Buchstaben und Namen.

So erkennt man auf Agathes Grabplatte ganz deutlich „Lorenzin von Seckendorff“ (die Frauen wurden damals offensichtlich mit dem Namen ihres Ehemannes genannt unter Anhängen der Silbe „in“. Wir haben in unserer Kirche auch eine Bronzeplatte der „Stubenrauchin“, aber davon vielleicht ein andermal). Auf der Grabtafel des Ehemannes ist vom „Amptmann zu Schönberg“ zu lesen. Sehr interessant ist auf der Grabplatte der Agathe, dass nicht nur das Todesjahr 1557 fehlt (s. ob.), es könnte sein, dass ihre Grabplatte zur gleichen Zeit wie die ihres Mannes angefertigt wurde, sondern auch, dass sie einen Rosenkranz in Händen hält.

Besonders gut erhalten: der Rosenkranz der Lorenzin
Besonders gut erhalten: der Rosenkranz der Lorenzin

In der evanglischen Frömmigkeit hat der Rosenkranz keine Bedeutung, während er im katholischen Raum eine weitverbreitete Andachtsform darstellt. Wurden in unserer Kirche dreißig Jahre, nachdem Ottensoos bereits evangelisch war, Katholiken beigesetzt? Zudem hatten auch die Ansbacher Markgrafen, in deren Diensten von Seckendorff stand, 1525 den reformatorischen Glauben angenommen. Es gab zwar gerade im 16. Jahrhundert immer wieder Konfessionswechsel, je nachdem welche Konfession der jeweilige Landesherr hatte. Es könnte aber auch sein, dass zu Beginn der Reformation das Beten eines Rosenkranzes auch im evangelischen Raum nicht unüblich gewesen ist.

Die Grabplatte der Eheleute von Seckendorf
Die Grabplatte der Eheleute von Seckendorf

Im Gegensatz zu einem Epitaph war eine Grabplatte über dem Leichnam im Boden eingelassen. Das bedeutet, dass die Platten in der Nordwand ursprünglich wie Fliesen die Stelle im Kirchenraum bedeckten, unter denen die Verstorbenen von Seckendorffs ruhen.

Der ehemalige Ottensooser Bürgermeister Hans Gemmel hat mir vor Jahren erzählt, dass er, wie auch andere Jugendliche und junge Männer, bei der großen Kirchenrenovierung in den 1950er Jahren und beim Einbau der Heizung 1961 ehrenamtlich mitgeholfen hat. Dabei kamen beim Aufgraben zur Verlegung der Heizungsrohre im Bereich des Taufsteins und des Altaraufgangs Gebeine von Verstorbenen ans Tageslicht. Darunter waren vielleicht auch jene der von Seckendorffs. Diese Gebeine wurden jedoch wieder in den Erdboden zurückgegeben.

Auch Frau Lore Kassner konnte mir Interessantes über die Funde während des Heizungseinbaus berichten. Der damalige Ottensooser Pfarrer Ernst Wunderlich zeigte ihr beispielsweise einen Lederschnallenschuh, wie ihn damals die Männer getragen haben, sogar ein weiblicher hochhakiger Stöckelschuh kam zum Vorschein. Sogenannte Sterbekronen, aus Kupferdraht mit Glasperlen geschmückt, wurden entdeckt. Ganz besonders beeindruckt war sie jedoch von den blonden bzw. rotblonden Frauenhaaren, teilweise noch zu Zöpfen geflochten und einem noch lesbaren Gebetbuch. Dass all dies so gut erhalten geblieben war, ist mehreren kleinen Rundbogengewölben, vergleichbar den damaligen Backöfen, zu verdanken, die sich im Boden des Kirchenraumes befinden. In diesen trockenen Hohlräumen haben sie die Zeiten unbeschadet überdauert und wurden wieder zurückgelegt.

So ist unsere Kirche St. Veit auch ein Friedhof und ich finde es einen schönen Gedanken, dass während des Gottesdienstes die Lebenden und die Toten so nahe „beieinander sind“.

Wir stehen ja auch vor einer größeren Kirchenrenovierung. Lassen wir uns überraschen. Vielleicht gibt es danach auch Interessantes oder sogar Geheimnisvolles zu vermelden.

Reinhold Pürkel

Quellen: Schriftenreihe der Altnürnberger Landschaft, Band 50, 2006, Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken, R. Oldenbourg Verlag München, 1966

Sehr dankbar bin ich Norbert Weber aus Schönberg, der die Texte für die Homepage des Schönberger Friedhofs geschrieben hat und für seine wertvollen Tipps zu Epitaphen und Grabplatten.

Hier haben sich zwei Geschichtsbegeisterte gesucht und gefunden, links Norbert Weber aus Schönberg und rechts Reinhold Pürkel aus Ottensoos

 

 

 

Das ehemalige Markgrafenschloss in Schönberg, das abgerissen wurde und dort stand, wo heute die Jakobuskirche in Schönberg steht. Hier oder in einem Vorgängerbau residierten die Seckendorffs, deren Epitaphe sich in St. Veit finden

 

 

Bildnachweis: Huth, Elke Schmauß

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Die Losungen https://pfarramt-ottensoos.de/2024/02/die-losungen/ Wed, 31 Jan 2024 23:17:21 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=12921 Die Losungen

Weit verbreitet in unseren Gemeinden ist das blaue Losungsheftchen. Wir bieten eine Sammelbestellung jedes Jahr hier im Kirchenboten an. Vor kirchlichen Veranstaltungen oder Sitzungen wird oft die Losung des Tages gelesen und es werden ein paar Worte dazu gesagt, und bei einigen Gemeindegliedern beginnt der Tag mit der Lesung der Losungen. Besonders bekannt ist die Jahreslosung, welche im Silvester- oder Neujahrsgottesdienst näher beleuchtet wird und uns durch Plakate oder […]]]>
Die Losungen

Weit verbreitet in unseren Gemeinden ist das blaue Losungsheftchen. Wir bieten eine Sammelbestellung jedes Jahr hier im Kirchenboten an. Vor kirchlichen Veranstaltungen oder Sitzungen wird oft die Losung des Tages gelesen und es werden ein paar Worte dazu gesagt, und bei einigen Gemeindegliedern beginnt der Tag mit der Lesung der Losungen.

Besonders bekannt ist die Jahreslosung, welche im Silvester- oder Neujahrsgottesdienst näher beleuchtet wird und uns durch Plakate oder Buchzeichen während des Jahres immer wieder in Erinnerung gebracht werden soll.

Was verbirgt sich dahinter und was ist der Ursprung der Losungen? Irgendwas mit Herrnhut, wo auch die schönen Weihnachtssterne herkommen und irgendwas mit Zinzendorf, das wissen noch einige, aber irgendwie auch nicht so genau. Deshalb soll dieser Kirchenbote über das Woher und das Warum aufklären und auch ein bisschen Werbung machen für diese Form, sich im Alltag einen Raum für Gottes Wort zu schaffen.

Alle Erläuterungen basieren auf der Homepage der Herrnhuter Brüdergemeine.

Die Anfänge der Herrnhuter

Unsere Kirche gründet auf Martin Luther, doch schon 100 Jahre früher hatte Jan Hus in Böhmen die Missstände in der Kirche angeprangert, aber die Zeit war wohl für eine Reformation noch nicht reif und Hus endete am Scheiterhaufen. Die Böhmische Brüderunität entstand 1457 als evangelische Kirche und sie lebten fast 200 Jahre als Christen in der Minderheit mitten im katholischen Königreich Böhmen.

Blick auf Herrnhut
Blick auf Herrnhut

Die zweite Wurzel der heutigen Brüdergemeine ist die Gründung von Herrnhut in der Oberlausitz. (Wer Dresden besucht und weiter Richtung Polen fährt Richtung Görlitz, hat es nicht mehr weit bis Herrnhut, ca. 100 km.) Nachfahren der Böhmischen Brüder siedelten sich ab 1722 hier auf dem Besitz des jungen Reichsgrafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf an. Zinzendorf war Lutheraner und stand der kirchlichen Erneuerungsbewegung des Pietismus nahe. Aus beiden Wurzeln entstand die Herrnhuter Brüdergemeine, die sich zu einer neuen und eigenständigen Bewegung entwickelte. Der damaligen Sprache ist das fehlende d geschuldet; man sprach von der »Gemeine«. Erst später setzte sich der Begriff »Gemeinde« durch. Im Eigennamen der Brüdergemeine fehlt das d bis heute.

Die Herrnhuter – was machte diese Gruppierung aus?

Die Herrnhuter entwickelten zahlreiche neue Lebens- und Glaubensformen. 1728 zogen die unverheirateten jungen Männer zusammen, um ihren Glauben gemeinsam in besonderer Verbindlichkeit zu leben. Von diesen Bewohnern des „Brüderhauses“ gingen zahlreiche Impulse für die junge Gemeinschaft aus. Sie lebten zusammen, arbeiteten zusammen und hielten gemeinsame Versammlungen. Ähnlich die jungen Frauen. So erhielten von Anfang an Frauen Verantwortung in der Leitung, Seelsorge und Verkündigung.

Herrnhuter Stern
Mindestens so bekannt für Herrnhut wie die Losungen ist der Herrnhuter Stern

Am 21. August 1732 sandte die junge Herrnhuter Gemeinde zwei erste Missionare aus. Auslöser war eine Begegnung, die mehrere junge Männer nachhaltig beeindruckt hatte: Anton, ein schwarzer Diener vom dänischen Königshof, der als Kind von Westafrika nach Mittelamerika verkauft worden war, hatte bei einem Gemeindeabend in Herrnhut von der seelischen und sozialen Not der Sklaven auf den Zuckerrohrinseln in der Karibik berichtet.

Fast mittellos und nur auf ihrer Hände Arbeit angewiesen, machten sich in den Folgejahren Hunderte auf den weiten und gefährlichen Weg über alle Weltmeere und in alle Klimazonen, um den christlichen Impuls weiterzugeben, den sie zuvor selbst erlebt hatten. Sie suchten den Kontakt zu den Versklavten, zu Indigenen und zu anderen besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Nach Zinzendorf sollte es dabei nicht um flächendeckende Christianisierung, sondern um die Zuwendung zu einzelnen Menschen gehen.

Die Herrnhuter heute

Die Herrnhuter sagen über sich selbst:

„Die Herrnhuter Brüdergemeine ist eine offene Kirche. Sie sieht ihren Weg zu Gott und zu Jesus Christus nicht als den einzig richtigen an. Das prägt ihr Verhältnis zu den Schwesterkirchen in der Ökumene. Und das bestimmt auch ihr Verhältnis zu den eigenen Mitgliedern, denen sie Raum zur individuellen Entfaltung lässt.

Zugleich möchte die Brüdergemeine ihren Glauben verbindlich leben. Ihr Ziel ist eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern, die sich auf dem Weg des Glaubens gegenseitig stützen, ohne sich einzuengen.

Offen und verbindlich – diese Spannung will mit Leben erfüllt werden: Offen für unterschiedliche Glaubensformen, ohne den eigenen Glauben an Jesus Christus zu verleugnen. Verbindlich im Glauben an Gott und in der Gemeinschaft mit Schwestern und Brüdern, ohne sich durch eine falsche Enge oder eine Vielzahl von Regeln einschnüren zu lassen.“

Ansonsten sind die Herrnhuter so unterwegs wie auch die lutherische Kirche, aus der missionarischen Arbeit des Anfangs ist eine weltweite Verbundenheit entstanden, die schon lange keine Einbahnstraße mehr ist, sondern unter dem Motto steht: „miteinander glauben – voneinander lernen – füreinander einstehen“.

Diakonische Arbeit ist ein weiteres wichtiges Standbein der Herrnhuter, so betreiben sie Einrichtungen und Dienste in den Bereichen Alten- und Behindertenhilfe, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe sowie Hospiz- und Palliativarbeit.

Von Anfang an war den Herrnhutern auch die Bildungsarbeit ein grundlegendes Anliegen und sie betreiben aktuell 11 Schulen in einem breiten Spektrum von allgemeinbildenden über berufsbildende hin zu Förderschulen oder einem Internat, darunter sind Schulen in den Niederlanden, Lettland oder auch Tansania.

Auch die Musik spielt eine große Rolle, hierbei ganz zentral die Bläsermusik. Aktiv sind die Herrnhuter auch in der Jugend- und Familienarbeit.

Überraschend mag sein, dass auch diverse Wirtschaftsbetriebe zu den Herrnhutern gehören, was geschichtlich begründet ist, da Glaubensflüchtlinge aus Mähren im 18. Jahrhundert nicht nur eine geistliche Heimat brauchten sondern auch Verdienstmöglichkeiten. Damals gab es Weberei, eine Seifensiederei, Tischler-, Goldschmiede- und Uhrmacherwerkstätten und heute sind die Herrnhuter immer noch wirtschaftlich präsent in der Forstwirtschaft, einer Holzmanufaktur, Ofenbau, Textildruck, Sternemanufaktur und einer Buchhandlung. Dabei soll nach wie vor die alte Prämisse gelten: „Lass Handel und Gewerbe unter uns dir geheiligt sein; lass es redlich unter uns zugehen in allen Dingen. Lass uns an der Arbeitsstätte einander achten und nach deinem Willen leben.“

Und wo sind die Herrnhuter Gemeinden anzutreffen?

Gemeinden gibt es vornehmlich in den Niederlanden, in Dänemark, der Schweiz und in den östlichen Bundesländern Deutschlands

Und die Losungen?

Die Losungen sind ein Andachtsbuch, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibelverse enthält: die „Losung“ aus dem Alten Testament und den „Lehrtext“ aus dem Neuen Testament. Ergänzt werden die beiden Texte durch einen Liedvers oder ein Gebet. Die alttestamentliche Losung wird ausgelost, die anderen Texte thematisch passend dazu ausgesucht.

Die Losungen sind ein Weg, Gottes Wort mit unserem Alltag zu verbinden. Sie können ein erster Schritt sein, die Bibel in ihrer ganzen Breite und Tiefe kennen zu lernen.

Herausgegeben werden die Losungen seit 1731 Jahr für Jahr von der Evangelischen Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine und mittlerweile in 60 Sprachen übersetzt.

Stimmen von Gemeindemitgliedern

Die Losungen sind für mich ein geistiger Jahresbegleiter. Es erstaunt mich immer wieder, wie aktuell die gelosten Bibelstellen auf persönliche oder auf politische Situationen passen. „Licht und Kraft“ heißt unser Losungsbuch, es ist mit Auslegung und diese hilft beim Verstehen des Textes.
Wir haben das Losungsbuch mit leeren Zwischenseiten und wir nutzen es auch als Terminkalender. Manchmal habe ich gedacht, ob das nicht zu profan sei, dort seine Termine einzutragen, aber eigentlich ist es ein Zeichen dafür, dass Glaube und Alltag ineinander greifen. Es ist ja auch nicht das Schlechteste, wenn der Arzttermin neben der Tageslosung steht.
Ich könnte mir nicht vorstellen, den Tag z.B. mit den aktuellen (meist schlechten) Nachrichten aus aller Welt zu beginnen oder noch schlimmer mit einem Musikgedudel. Ein Bibelvers ist wie ein gutes Frühstück: Grundlage für den Tag!
Das Wort Gottes durch die Losungen sind für mich Balsam für die Seele.
Heute Morgen im Losungskalender – Ich bin Gast auf Erden – Psalm 119,19

Dieser Satz erdet mich und ich kann meine täglichen kleinen Sorgen besser einordnen und nicht so wichtig nehmen.

Oft treffen die täglichen Losungsverse genau meine Lebenssituation und es kommt mir vor, wie wenn jemand meine Gedanken lesen kann.

Jedes Jahr bin ich gespannt auf die Jahreslosung – gepaart mit Vorfreude. Meistens ist sie ein Wegbegleiter das ganze Jahr hindurch – Zuspruch und/ oder Anspruch zugleich.

Die Jahreslosung mache ich ‚sichtbar‘, damit ich sie oft lesen oder betrachten kann.

Es gab auch Jahreslosungen welche mich am Anfang wenig angesprochen haben. Und dann gab es während des Jahres Situationen, wo sie für mich eine große Hilfe war.

Die Jahreslosung:

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“

Korinther 16,14

Für mich erhebt die Jahreslosung einen großen Anspruch. Ist es überhaupt möglich, alles in Liebe zu tun? Ich als Mensch kann es nicht. Aber Gottes Liebe ist so groß, dass er auch alles, was wir ohne Liebe tun in Liebe verwandeln kann. In der Regel der Benediktiner steht in etwa: „Immer wenn es an Deiner Pforte klopft, könnte Jesus vor der Tür stehen.“ Wenn es mir einzuüben gelingt, alles für Jesus zu tun, dann geschieht alles, was ich tue in Liebe. 

Bildnachweis: Gemeindebriefmagazin

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Besondere Gottesdienste https://pfarramt-ottensoos.de/2023/12/besondere-gottesdienste/ Fri, 01 Dec 2023 17:05:31 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=12895 Erntedank

„Horchd edz amoll alle gud zu“ Ein Gottesdienst in Mundart – geht das? Ist Mundart nicht eher etwas für ein lustiges Theaterstück oder vielleicht für ein Kabarett? Der eine oder andere konnte es sich ehrlich gesagt nicht recht vorstellen, wie das sein würde, aber alle wurden positiv überrascht. Einige Besucher des Mundartgottesdienstes hatten sich an diesem Sonntag besonders einladen lassen, wie es angekündigt worden war: „Lau di eilodn […]]]>
Erntedank

„Horchd edz amoll alle gud zu“

Ein Gottesdienst in Mundart – geht das? Ist Mundart nicht eher etwas für ein lustiges Theaterstück oder vielleicht für ein Kabarett?

Der eine oder andere konnte es sich ehrlich gesagt nicht recht vorstellen, wie das sein würde, aber alle wurden positiv überrascht. Einige Besucher des Mundartgottesdienstes hatten sich an diesem Sonntag besonders einladen lassen, wie es angekündigt worden war: „Lau di eilodn in die Kirch!“

Das ganze fand am „Back to church”-Sonntag statt, den die Landeskirche eigens zu diesem Zweck ausgerufen hatte und in Ottensoos fand quasi das Kontrastprogramm zu diesem englischen Motto statt.

Kontakt zu Albert Trommer vom Arbeitskreis „Mundart in der Kirche“, seines Zeichens auch Prädikant, hatte Elfriede Deinzer beim Kirchentag geknüpft und ihn für diesen Sonntag gewonnen.

Tatsächlich wurde in diesem Gottesdienst alles auf fränkisch dargeboten, von den Liedern des Frauensingkreises über die Gemeindelieder, alle Gebete und Lesungen, natürlich die Predigt bis hin zu den Abkündigungen. Dass Monika Haas und Elfriede Deinzer auch des fränkischen Dialekts ohne Einschränkungen mächtig sind, stellten die beiden eindrücklich unter Beweis.

Ein kleiner Witz zu Beginn ließ gleich alle schmunzeln: Als Gott die Dialekte verteilte, bekamen alle Regionen den Ihren, die Schwaben und Bayern, die Sachsen und die Berliner, nur für die Franken blieb keiner mehr übrig. Als der Franke schon beleidigt abziehen wollte, rief ihn Gott zurück und tröstete ihn: „Etz sei ned beleidichd, redd hald einfach su wie iich!“

Besonders berührt haben die Lieder. Diese sind soundso im Gottesdienst sehr zentral, weil Musik noch einmal eine andere Ebene anspricht, weniger den Verstand sondern direkt das Herz. Das wurde durch die fränkischen Texte verstärkt. Dialekt ist uns immer nah, weil er daheim gesprochen wird und von der Kindheit her vertraut ist. Im Arbeitsleben benutzt man eher das Hochdeutsche, aber heimeliger ist immer der Dialekt.

In seiner Predigt erzählte Albert Trommer einige „Gschichtla“. Dabei wurde deutlich, dass Fränkisch nicht gleich Fränkisch ist, denn in Ottensoos würden wir von „äm Gschichdler“ sprechen, auch benutzen wir kein „Liedbläddla“ sondern ein „Liedbläddler“.

Eine bekannte Kurzgeschichte von Heinrich Böll auf Fränkisch zu hören, war eine neue Erfahrung. In der Geschichte geht es darum, dass es nicht der Sinn des Lebens sein kann, nur Materielles anzuhäufen und dabei das eigentliche Leben zu verpassen. Sicher eine wichtige Botschaft für uns Franken, stehen wir doch im Ruf, ständig zu „ärbern“ und gern immer mehr haben zu wollen. Besonders eindrücklich hatte diese Botschaft schon Monika Haas in der Lesung von Psalm 49 verdeutlicht, ein Text, der sehr passend zur Predigt abgestimmt war.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren von allen Seiten positive Stimmen zu vernehmen und beim Kirchenkaffee konnte man sich noch mit dem Mundart-Prädikanten austauschen.

Man verstand sich gut beim Kirchenkaffee
nach dem Gottesdienst!

 

Psalm 49

Horchd edz amoll gud zu wos iich euch sooch,
des ledsde Hemmerd had kaane Taschn.
An großn Verschdärgger mit an großn Laudschbrecher möchdi edz nehma
und dann ganz laud a Durchsooch machen:
Horchd mir zu, alle Völker af dera Weld!
Horchd her, liebe Zeidgenossn!
Horchd her, ihr einfachn Leid!
Horchd her, ihr Mänädscher, ihr Angeber!
Horchd her, ihr Millionäre!
Horchd her ihr arma Schlugger und Hardz IV Embfänger!
Horchd ALLE her, ALLE!
Ja, horchd zu alle midanander.
Wos iich edzerdla sooch is a Nachrichd von Godd!
Die kumd ausn Herzn und jeder kann des verschdeh.
A Rädsl und a Geheimnis – obber vuller Musigg is die Bodschafd:
Wer si af sein Besidz und af sei Geld verlässd,
der lebd am Lebm vorbei.
Godd is ka Raiffeisnbangg und ka Kreisschboarkassa, bei denner
wou mer a große Summe für sei Lebm hinderleegn könna.
Des Lebm is nämli unendli vill mehr werd als Geld und jedes Werdbabier.
Des ledzde Hemmerd had kane Daschn
und kanner kann wos miednehma.
Der größde Reichdum nüdzd dir am End goarnix.
Wer des ned begreifd is affn Holzweech underwegs.
Also richdi in dein Lebm danach und du ned zammramschn.
Wenner abber an Godd glabd
eifach a su, ohne Hindergedankn und Berechnung
dann habder die Hoffnung
dass Godd euch bei sich aufnimmd nachn Tod.
Des is die geheimnisvolle und freudiche Bodschafd,
die wie ein Lichd in unser Lebm neischdroahld.

Fränkisch von Albert Trommer

 

Wer Erntedank feiert und sich dessen bewusst ist, dass nichts selbstverständlich ist, kann die Botschaft des Psalms 49 und die Predigt zum Gleichnis vom reichen Kornbauern verstehen und versuchen im eigenen Leben umzusetzen.

Regionalbischöfin zu Besuch

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyern auf der Ottensooser Kanzel
Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyern auf der Ottensooser Kanzel

Gleich am Sonntag nach dem Mundartgottesdienst wurde das Erntedankfest gefeiert und Pfarrer Kessel konnte als Predigerin die Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyern begrüßen, die auf Nachfrage auch ohne einen besonderen Anlass wie eine Einweihung oder ähnlichem gern in die Gemeinden kommt.

Musikalisch wurde der Gottesdienst in gewohnt professioneller Art vom Posaunenchor umrahmt und unterstützt. Die feierliche Stimmung und der Dank spiegelte sich auch in der schön geschmückten Kirche, was Mesner Klaus Kratzer wie jedes Jahr mit den Gaben von Gemeindegliedern sehr geschmackvoll übernommen hatte.

Thematisch knüpfte die Predigerin quasi nahtlos an das Thema des vorherigen Sonntags an. Im Predigttext vom reichen Kornbauern stellte sie zunächst die Frage, ob das Verhalten des Bauern nicht eigentlich eine ganz natürliche Herangehensweise wäre. Sie betonte, dass es tatsächlich nicht verwerflich sei, wenn Menschen klug wirtschaften und für schlechtere Zeiten vorsorgen.

Im Text wird aber auch deutlich, dass der Bauer seine Ernte zurückhält und spekuliert, um den Preis dadurch steigen zu lassen. Dabei kommt eine aktuelle Krise in den Blick: das ukrainische Getreide kann nicht wie vor dem Krieg auf den Weltmarkt gelangen, wird von Putin zurückgehalten mit katastrophalen Folgen für die Ernährung gerade des afrikanischen Kontinents.

Auch die Aussage und der Wunsch des reichen Kornbauern: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; hab nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!“ kann sich nicht erfüllen und Gott bezeichnet ihn als Narren, wenn er meint, er könne durch diese Art des Wirtschaftens tatsächlich zur Ruhe kommen.

Diese starke Botschaft will uns jedes Jahr aufs Neue zum Nachdenken bringen, welche Prioritäten wir in unserem Leben setzen.

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyern eingerahmt vom Posaunenchor, der den Gottesdienst in gewohnter Form bereicherte
Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyern eingerahmt vom Posaunenchor, der den Gottesdienst in gewohnter Form bereicherte

Schön war es im Anschluss auch, im gewohnten Halbkreis das Abendmahl gemeinsam zu feiern.

Als Ausklang nach dem Gottesdienst konnte bei schönstem Herbstwetter noch beim Kirchenkaffee gemeinsam das Erntedankfest mit guten Gaben gefeiert werden.

Ausklang des Gottesdienstes beim Kirchenkaffee
Ausklang des Gottesdienstes beim Kirchenkaffee

 

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