Friede – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 28 Jun 2026 13:42:11 +0000 de hourly 1 Dekanat Hersbruck Schwerpunktdekanat Friedensdekade 2022 https://pfarramt-ottensoos.de/2022/12/dekanat-hersbruck-schwerpunktdekanat-friedensdekade-2022/ Thu, 01 Dec 2022 11:01:05 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=11879 Friedensdekade

In diesem Jahr wurde das Dekanat Hersbruck zum Schwerpunktdekanat der Friedensdekade ausgewählt. Diese fand vom 06.-16. November unter dem Motto Zusammen:Halt statt und wurde von einem ganzen Reigen von Veranstaltungen begleitet, darunter auch drei Abende in Ottensoos, durchgeführt vom Friedensgebetsteam. Die Eröffnung fand in der Christuskirche in Lauf statt und stand ganz unter dem Eindruck des momentanen Krieges in der Ukraine, umrahmten den Gottesdienst […]]]>
Friedensdekade

In diesem Jahr wurde das Dekanat Hersbruck zum Schwerpunktdekanat der Friedensdekade ausgewählt. Diese fand vom 06.-16. November unter dem Motto Zusammen:Halt statt und wurde von einem ganzen Reigen von Veranstaltungen begleitet, darunter auch drei Abende in Ottensoos, durchgeführt vom Friedensgebetsteam.

Konstantin Kostenko
Ingret Kostenko

Die Eröffnung fand in der Christuskirche in Lauf statt und stand ganz unter dem Eindruck des momentanen Krieges in der Ukraine, umrahmten den Gottesdienst doch zwei junge ukrainische Sänger, die mit ihren überaus kraftvollen Stimmen die Gemeinde beeindruckten.

In ihren Texten verdeutlichten sie, dass ihr Leben nie mehr so sein kann wie vor dem Krieg, dass ihre Gedanken permanent bei ihren Freunden und der Familie in der Heimat sind, dass sie Sehnsucht haben, dass es aber nun gilt zu kämpfen.

Ingret und Konstantin Kostenko sind Geschwister und kommen aus der zentral gelegenen ukrainischen Stadt Winnyzja, wo ihre Mutter Pfarrerin in einer lutherischen Gemeinde ist.

Diese konnte in einer Videoschalte zur Laufer Gemeinde sprechen, was alle sehr berührte, sprach sie doch in Deutsch zum Thema was Frieden für sie bedeutet. Sie erinnerte sich, dass das Wort Frieden für sie in der Vergangenheit immer bedeutet hatte, Frieden innerhalb der Familie, unter Freunden oder in der Gemeinde zu verwirklichen. Durch den Krieg wurde der Begriff „Friede“ für sie existentiell. Die kleine Gemeinde leistet hierbei ganz praktische Hilfe, indem sie einer Vielzahl von Binnenflüchtlingen aus den östlichen Landesteilen Zuflucht schenken und täglich für hundert Personen kochen. Dies geht momentan noch durch die Spenden aus Lauf, die mit der dortigen Gemeinde eine Partnerschaft verbindet.

Pfarrer Tronsch von der Arbeitsstelle für konstruktive Konfliktbearbeitung (kokon) in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern hielt die Predigt und erinnerte an die Anfänge der kirchlichen Friedensarbeit 1980 unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“. Das Motto zierte T-Shirts friedensbewegter Jugendlicher, Plakate, Aufkleber usw. Es stellt sich die Frage, was angesichts des Kriegs in der Ukraine von diesem Lebensgefühl geblieben ist.

Dekan Schäfer, Pfarrer Tronsch (rechts hinten)

Er nannte zwei Punkte, die eindeutige Früchte dieser Diskussionen sind, so spielt der Begriff Mediation in vielen Bereichen eine Rolle. Mediation wird definiert als ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige „allparteiliche“ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten. Streitigkeiten können außergerichtlich beigelegt werden, in Schulen werden Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet.

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass es heute unbestritten ist, dass Kindererziehung gewaltfrei erfolgen soll.

Aber wie kann der Slogan angesichts einer militärischen Bedrohung gedacht werden, wie steht es da eben mit Waffenlieferungen? Pfarrer Tronsch spricht das aus, was eventuell viele denken: Egal was man macht, man kann es nicht richtig machen.

Er betont, dass ihm dabei sein Glaube hilft. Der Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ wurde vom Propheten Micha geschrieben und er hat diesen in einer Situation geschrieben, die alles andere als friedlich, sondern von schlimmen Kriegsgräueln gekennzeichnet war. Trotzdem äußerte er diese Hoffnung, der wir uns auch anschließen können.

Pfarrer Tronsch ebenso wie Dekan Tobias Schäfer eröffneten mit dem Gottesdienst die diesjährige Friedensdekade.

Buße – ein Geschenk

Zum Abschluss der Friedensdekade predigte Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern in der Stadtkirche in Hersbruck. Dabei machte sie deutlich, dass wir Ängste haben, weil wir uns in den Friedenszeiten gut eingerichtet haben und darauf vertrauten, dass die Gewinnsteigerungen zuverlässig voranschritten. Im Psalm 85 erlebt der Psalmbeter auch eine Situation, in der er meint, Gott habe sich abgewendet.

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern

Im weiteren Verlauf des Psalms dreht sich die Stimmung und es heißt: „Doch ist ja Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen…“ Aus dem Vers spricht die Sehnsucht und die Frage entsteht: Wie kommt man denn dazu, dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen?

Die Predigerin schlägt den Bogen zum Buß- und Bettag und vermittelt, dass Buße ein wunderbares Geschenk an uns ist, eine Möglichkeit, Wege aus dem Falschen zu finden. Doch wie geht denn Umkehr? Dazu zitiert sie aus Jeremia: „Bekehre du mich Herr, so kann ich mich bekehren.“

Wenn zwei Menschen streiten und sich einer im Zorn abwendet und sich verhärtet, dann kann sich diese Verhärtung lösen, wenn der andere nicht Türen schlagend den Raum verlässt, sondern dem anderen über den Rücken streicht und ihn zu sich herwendet. Dieses Bild verdeutlicht, wie Gott uns bekehren kann und will. Vor diesem Hintergrund können wir nur beten, dass Gott Menschen wendet und aus der Sackgasse herausholt.

Wir können dabei mitwirken, Frieden in die Welt zu tragen und die Regionalbischöfin dankte allen, die ihren Beitrag zur Friedendekade geleistet haben.

 

Bildnachweis: OpenAI

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2022/12/kirche-2/ Wed, 30 Nov 2022 23:39:24 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=11855 Albrecht Kessel

Sie sagen Friede, Friede – und ist doch nicht Friede. So steht es in Jeremia 6, 14. Der Friede bewegt uns alle seit Februar 2022, weil wir mit dem Kriegsbeginn Russlands gegenüber der Ukraine unserer Angst gegenüberstehen, dass auch bei uns die über 75 jährige Friedenszeit enden könnte. Der Krieg hinterfragt unser Leben. Und ich […]]]>
Albrecht Kessel

Sie sagen Friede, Friede – und ist doch nicht Friede.
So steht es in Jeremia 6, 14. Der Friede bewegt uns alle seit Februar 2022, weil wir mit dem Kriegsbeginn Russlands gegenüber der Ukraine unserer Angst gegenüberstehen, dass auch bei uns die über 75 jährige Friedenszeit enden könnte. Der Krieg hinterfragt unser Leben. Und ich setze mich der Frage aus, ob wir zwar immer von Frieden reden, aber nicht schon längst an vielen Konflikten beteiligt sind? 300 Milliarden für die Aufrüstung, als Abschreckung vor einem Angriff auf unser Land – hilft das tatsächlich dem Frieden oder hilft das vor allem unser Angstlevel zu senken? Würde das Geld an anderer Stelle eher dem Frieden helfen, zum Beispiel auch dem inneren Frieden, wenn die Schere zwischen reich und arm sich nicht so weit öffnet, wie sie das tut? Es sind Fragen, auf die ich keine definitive Antwort habe. Ebenso denke ich an das Konfliktpotential, das wir durch unsere Wirtschaftspolitik heraufbeschwören. Wir können vieles so günstig einkaufen, dass wir es uns leisten können, sehr viel wegzuwerfen. Und es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen in anderen Ländern für ihre Arbeit zu wenig bezahlt bekommen, um für sich und ihre Familie ausreichend sorgen zu können. Friede, Friede sagen wir, aber es ist doch kein Friede für viele Menschen, für die Erde.
Wir leben auf großem Fuß und verbrauchen mehr, als unsere Welt vertragen kann. Wir verbrauchen z.Z. ab Anfang August für den Rest des Jahres die Ressourcen unserer Welt, die uns einmal fehlen werden. Was unsere Zukunft ist, ist für andere Länder Gegenwart. Es gibt die „vulnerablen 20 Länder“, die die Umweltveränderungen mit Überschwemmung und Stürmen schon jetzt betreffen. Mich bewegen diese Gedanken und ich finde kaum einen Ausweg daraus. Gut, dass wir im Friedensgebet Gott das Leid der Welt klagen, dass wir uns an Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung probieren. Wir müssen dran bleiben, um Gottes Willen.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2022/04/auf-ein-wort-frieden-3/ Fri, 01 Apr 2022 20:51:02 +0000 https://fb.venzel.de/wp_pfarramt/?p=11333 Albrecht Kessel

Vor zwei Monaten habe ich an dieser Stelle über die Passionszeit geschrieben: unser Leiden ist in Jesu Leiden eingezeichnet und wir sind dadurch auch in den Lebenseinbrüchen nicht alleine. Da wusste ich noch nicht, wie weit hinunter es noch geht. Und dass Putin zu dem Zeitpunkt schon längst den Überfall auf die Ukraine beschlossen hatte. Wir sind nicht direkt davon betroffen. Die Hamsterkäufe von Mehl sind […]]]>
Albrecht Kessel

Vor zwei Monaten habe ich an dieser Stelle über die Passionszeit geschrieben: unser Leiden ist in Jesu Leiden eingezeichnet und wir sind dadurch auch in den Lebenseinbrüchen nicht alleine. Da wusste ich noch nicht, wie weit hinunter es noch geht. Und dass Putin zu dem Zeitpunkt schon längst den Überfall auf die Ukraine beschlossen hatte.

Wir sind nicht direkt davon betroffen. Die Hamsterkäufe von Mehl sind eher ein Zeichen unserer Angst zu kurz zu kommen. Und die hohen Benzinpreise bedrohen eher unser Freiheitsgefühl, überall hinfahren zu können, wie es uns beliebt. Ein Problem ist es tatsächlich für diejenigen mit geringem Einkommen, die gerade noch ihren Lebensunterhalt regeln konnten, jetzt aber allein schon mit den Fahrten zur Arbeit überfordert sind.

Von den aktuellen Ereignissen direkt betroffen sind die Menschen in der Ukraine, die flüchten müssen, weil ihr Leben durch Krieg bedroht ist. Wir fühlen mit ihnen und verstehen nicht, wie es im Jahr 2022 dazu kommen konnte.

Wir sind doch eigentlich damit beschäftigt, die kommende Überhitzung der Erde zu reduzieren und möglichst viel unserer schönen Welt zu retten. Der Krieg in Europa hat uns in allen gesellschaftlichen Diskussionen gezeigt, ohne was es nicht geht: ohne Frieden können wir nicht selbstbestimmt in Freiheit leben. Ohne Frieden brauchen wir uns über eine lebenswerte Zukunft keine Gedanken machen oder um den richtigen Weg dorthin ringen. Ich denke, dass wir deshalb so sehr von dem Krieg betroffen sind, der nur in 1000 km Entfernung tötet und zerstört. Als christliche Gemeinschaft sehen wir in Gott unseren Friedensmacher. Und in allem Frust macht mir die Hilfsbereitschaft Mut, die überall zu spüren ist. Auch in Ottensoos vernetzen sich wieder diejenigen, die nicht tatenlos zuschauen können. Wer helfen möchte, kann gerne über das Pfarrbüro Kontakt knüpfen. Wir sind nicht allem ohnmächtig ausgeliefert, Gott hat uns als wirkungsstarke Geschöpfe erschaffen.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2016/12/auf-ein-wort-4/ Thu, 01 Dec 2016 11:45:21 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=235 Albrecht Kessel

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede. Der Vers aus Jeremia 6, 14 kommt mir immer wieder in den Sinn. Denn so nehme ich unsere Lage wahr. Wir haben Frieden in Deutschland, und das weiß ich sehr zu schätzen. Aber der Friede ist nicht sicher. Manches passiert. Und wir fühlen oft keinen Frieden, […]]]>
Albrecht Kessel

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Der Vers aus Jeremia 6, 14 kommt mir immer wieder in den Sinn. Denn so nehme ich unsere Lage wahr. Wir haben Frieden in Deutschland, und das weiß ich sehr zu schätzen. Aber der Friede ist nicht sicher. Manches passiert. Und wir fühlen oft keinen Frieden, sondern eine unbestimmte Bedrohung.

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Manche sagen: wir dürfen jetzt gar keine Flüchtlinge mehr bei uns reinlassen, weil die unseren Frieden bedrohen. Dabei wird ganz vergessen, dass Flüchtlinge ja vor Krieg und Anschlägen fliehen, und Frieden suchen.

Sie sagen: Friede, Friede, und ist doch nicht Friede.

Krieg in anderen Ländern gab es schon oft, die Welt ist aber näher zusammengerückt. Wir bekommen viel mehr mit, was so in der Welt passiert. Und viele Menschen haben die Möglichkeit, über das Meer oder über den Landweg zu uns nach Europa und Deutschland zu kommen. Das gab es vorher nicht, weil die Länder auch vertraglich niemanden durchgelassen haben. Nach den Umwälzungen in Nord-afrika und im Nahen Osten hat sich die Lage geändert. Es ist auf der Welt nicht Friede, Friede. Wir bekommen das in Form von Nachrichten mit, aber auch durch die Ankunft von Flüchtlingen bei uns.

„Friede, Friede“, sagt uns der Engel der Weihnachtsgeschichte. „Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ werden wir in unseren Gottesdiensten hören. Und es ist doch kein Widerspruch. Friede haben wir durch Gott, der in Jesus zu uns kommt. Er bringt uns seinen Frieden. Indem er uns nahe kommt. Indem er nichtwegschaut, wo kein Friede ist. Indem er nicht nur Mitleid hat, sondern mitleidet, als Mensch unter Menschen. Er bringt seinen Frieden nicht machtlos, aber liebevoll. Mit der Macht der Liebe. Wir bereiten uns im Advent darauf vor, wir feiern das an Weihnachten. Mitten im Krieg der Welt feiern wir den Frieden Gottes. Und hoffen auf seine Strahlkraft, auch auf uns.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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