Gemeinschaft – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 28 Jun 2026 13:49:37 +0000 de hourly 1 Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2018/06/auf-ein-wort-gemeinschaft-2/ Thu, 31 May 2018 23:59:54 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=4831 Albrecht Kessel

Gemeinschaft zu leben ist keine einfache Sache. So habe ich schon im vorhergehenden Gemeindebrief geschrieben. Aber an Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten können wir sehen, dass Gott trotz allem oder vielleicht auch gerade deswegen Gemeinschaft will. Hoffnung, Begleitung und Mut werden uns damit vor Augen gestellt. So ist Gott. Er will uns nicht im Dickicht der […]]]>
Albrecht Kessel

Gemeinschaft zu leben ist keine einfache Sache. So habe ich schon im vorhergehenden Gemeindebrief geschrieben. Aber an Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten können wir sehen, dass Gott trotz allem oder vielleicht auch gerade deswegen Gemeinschaft will. Hoffnung, Begleitung und Mut werden uns damit vor Augen gestellt. So ist Gott. Er will uns nicht im Dickicht der Welt alleine lassen. Er will uns begleiten, quasi hindurchlotsen, an den Klippen und Strudeln vorbei.

Ein ganz unscheinbares Fest ist eine Woche nach Pfingsten Trinitatis, das Fest der Heiligen Dreieinigkeit, oder auch im katholischen Sinn Fest der Heiligen Dreifaltigkeit genannt. Es ist egal, ob der Schwerpunkt auf die Einheit oder die Dreiheit gelegt wird, gemeint ist das Gleiche: nämlich die Gemeinschaft, die Gott in sich selbst ist. Es ist kein Wunder, dass das Fest unscheinbar ist, denn es hat einen theologisch-theoretischen Inhalt: Gott ist so vielfältig, dass es gar nicht reicht, ihn mit einem Wort beschreiben zu wollen. Er ist Schöpfer, Erlöser und Tröster. Er ist Vater und Mutter, aber auch Sohn und Heiliger Geist. Gott ist größer als es in Begriffe passt. Und nicht nur das. Er ist auch Gemeinschaft selbst. In der Schöpfung steht, dass er die Menschen nach seinem Bild geschaffen hat und zwar als Mann und Frau. Das weist gleich auf die Vielfalt und Gemeinschaft hin. Gott selbst ist Gemeinschaft und will das auch in seiner Schöpfung verwirklicht haben. Das bedeutet für uns, dass Gemeinschaft wichtig ist. Es gehört zu uns als Mensch und wenn wir sie suchen, werden wir unserer Bestimmung gerecht. Und wir sind durch die Gemeinschaft von Gott, durch seine Trinität, von allen Seiten und mit allen Aspekten des Lebens gehalten und behütet.

Da wäre das Trinitatisfest es wert, intensiver gefeiert zu werden. Am besten mit Gemeinschaft.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2018/04/auf-ein-wort-gemeinschaft/ Sun, 01 Apr 2018 19:53:12 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=4473 Albrecht Kessel

Gemeinschaft zu leben ist keine einfache Sache. Es ist menschlich, die Gemeinschaft zu suchen und es ist auch menschlich, wenn es dann nicht so klappt, wie man sich das wünscht. Trotzdem suchen und brauchen wir sie. Und wenn es gelingt, ist es besonders schön. Es muss für die Jünger Jesu furchtbar gewesen sein: Jesus wird […]]]>
Albrecht Kessel

Gemeinschaft zu leben ist keine einfache Sache.

Es ist menschlich, die Gemeinschaft zu suchen und es ist auch menschlich, wenn es dann nicht so klappt, wie man sich das wünscht. Trotzdem suchen und brauchen wir sie. Und wenn es gelingt, ist es besonders schön.

Es muss für die Jünger Jesu furchtbar gewesen sein: Jesus wird nicht nur verhaftet, er wurde auch noch von einem von ihnen verraten. Sie haben Jesus nicht nur für eine Weile verloren, sondern seine Hinrichtung hat ihre Gemeinschaft regelrecht zerrissen. Das bedeutet Angst und Einsamkeit statt Zusammengehörigkeit und Vertrauen. In der Karwoche vor Ostern erinnern wir uns an diese Geschichte.

Gemeinschaft kann brüchig werden, das erleben so manche in Familien, Partnerschaften oder Freundschaften. Wir hoffen immer, dass es gut geht, aber sind dann umso gebrochener, wenn es nicht funktioniert. Es nagt entweder stark an unserem Selbstwertgefühl oder wir schieben es ganz von uns weg und den anderen die Schuld zu. Auf jeden Fall ist am Ende Beziehung gestört und Vertrauen zerbrochen.

Für mich bringt unser christlicher Glaube an diesem Punkt sehr viel: es bleibt nicht bei dem Bruch und der Zerstörung. Ostern ist mit der Auferstehung Jesu kurz gefasst die greifbare Hoffnung. Und es zeigt sich dann auch ganz praktisch: an einem Tag sieben Wochen später erfasst die Jünger so viel Mut, dass sie wieder aus sich herausgehen und jedem von der Hoffnung erzählen. Und das verstehen selbst Menschen anderer Sprachen in Jerusalem. Das ist Pfingsten. Da findet die Hoffnung ihre Fortsetzung: Gott ist in Jesus nicht mehr sichtbar da, sondern als Wirkung, als Macht, spürbar. Damit findet Gemeinschaft wieder statt. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Bei jeder brüchigen Gemeinschaft wird es nicht mehr wie vorher. Das ist so. Aber es kann sich wieder etwas bilden, aufbauen. Das ist Leben aus der Hoffnung. Etwas zutiefst Christliches.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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