Kirche – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 28 Jun 2026 13:42:37 +0000 de hourly 1 Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2026/04/kirche-st-veit/ Tue, 31 Mar 2026 22:45:45 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13764 Albrecht Kessel

Das religiöse Zentrum von Ottensoos! Mit diesem Schlagwort haben wir bei den Fördergeldgebern geworben, um unsere St. Veit-Kirche wieder fit für die nächste Generation zu machen. Aber ist es ein religiöses Zentrum, wenn nicht so viele Menschen den Weg hinauf finden, sondern die Kirche eher aus dem Abstand heraus betrachten? Sich an Heilig Abend mit „und einen guten Rutsch, wir freuen uns auf Ostern“ verabschieden? […]]]>
Albrecht Kessel

Das religiöse Zentrum von Ottensoos!

Mit diesem Schlagwort haben wir bei den Fördergeldgebern geworben, um unsere St. Veit-Kirche wieder fit für die nächste Generation zu machen. Aber ist es ein religiöses Zentrum, wenn nicht so viele Menschen den Weg hinauf finden, sondern die Kirche eher aus dem Abstand heraus betrachten? Sich an Heilig Abend mit „und einen guten Rutsch, wir freuen uns auf Ostern“ verabschieden?

Bei der Einweihung ist natürlich viel geboten. „Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ So sagt das Jesus im Lukasevanglium. Nicht über unsere Wiedereinweihung von St. Veit, sondern über Gottes Reich, das überall dort anfängt, wo wir uns mit Gott und seiner schöpferischen Kraft verbinden. Aber das ist genau der Punkt: wo sind wir verbunden, wo docken wir an die große Liebesmacht des „Schöpfers aller Dinge“ an?

Da fange ich nicht außen an, sondern in meinem Inneren. Wo spüre ich eine große Verbundenheit? Im Herzen? Im Geist? In meinem Selbst? Hier bin ich meinem Gott ganz nahe. Denn er hat sich ja so klein gemacht, dass er in die Welt kommen konnte, also auch zu mir kleinem Menschen.

Aber manchmal brauche ich eine besondere Umgebung, um mich verbunden zu fühlen. Das kann tatsächlich der Wald sein. Oder eben ein spirituelles Gebäude wie die Kirche. Bei der Sanierung von St. Veit sind wir vom Bauausschuss in alle Winkel bis unters Dach gekrabbelt und haben gesehen, wie besonders das ehrwürdige Gebäude ist. Ehrwürdig, weil es schon viel ausgehalten hat und vielen Menschen als religiöses Zentrum gedient hat. Generationen wurden hier getauft, konfirmiert, getraut und auch betrauert. Hier haben ganze Familien die Fest-Gottesdienste mitgefeiert. Hier steckt eine hohe emotionale Bindung zwischen den Mauern. Und eben eine intensive Möglichkeit mit Herz, Geist und allen Sinnen anzudocken. Und seinen eigenen Weg der Spiritualität zu finden, um sich mit der schöpferischen Kraft zu verbinden.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2025/08/neue-wege-mit-der-kirche/ Thu, 31 Jul 2025 22:43:06 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13496 Albrecht Kessel

Endlich ab in die Ferien! Wie lange haben wir schon auf den Urlaub gewartet. Jetzt heißt es: raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben. Wir lieben die Abwechslung, weil wir grundsätzlich neugierig sind und weil uns die gleichen Abläufe einfach ermüden. In unserer Kirchengemeinde erleben wir allerdings so manche Veränderung als ungeahnte Herausforderung. Wir können unsere Kirche bis Jahresende nicht nutzen (aber hoffentlich Weihnachten wieder dort feiern). Was also tun stattdessen? Was bedeutet das […]]]>
Albrecht Kessel

Endlich ab in die Ferien! Wie lange haben wir schon auf den Urlaub gewartet. Jetzt heißt es: raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben. Wir lieben die Abwechslung, weil wir grundsätzlich neugierig sind und weil uns die gleichen Abläufe einfach ermüden.

In unserer Kirchengemeinde erleben wir allerdings so manche Veränderung als ungeahnte Herausforderung. Wir können unsere Kirche bis Jahresende nicht nutzen (aber hoffentlich Weihnachten wieder dort feiern). Was also tun stattdessen? Was bedeutet das und was müssen wir nun anders machen? Und wir suchen nach neuen Orten und neuen Möglichkeiten: was geht denn und was geht nicht? Es ist ein Ausprobieren und Erforschen. Wie ist es mit anderen Kirchen? Geht es auch draußen? Wenn wir im Pfarrgarten sind, gehen dann auch andere locations? Vor dem Wirtshaus – ja? Und dann wird überlegt, wie es gehen könnte. Und einfach mal ausprobiert. Also feiern wir unseren Gottesdienst am 3. August vor dem Roten Ross und gehen dann zum Frühschoppen über.

Die Versuchung ist groß, gleich zu sagen: nein, das geht doch nicht, das kann man nicht machen! Nachdem wir nicht an unserem gewohnten Ort sein können, ist es aber die Gelegenheit schlechthin, etwas auszuprobieren. Raus aus dem Trott und mal etwas anderes erleben! Und hinterher steht natürlich die kritische Abwägung: Wie war es? Was hat es gebracht? Sollen wir das wieder machen?

Beim Experimentieren an neuen Horizonten ist die Neugier wichtig und die Energie, sich gegen die Beharrungskräfte zu stemmen. So erleben wir es natürlich auch in unserer neuen Region Mittleres Pegnitztal. Wir eröffnen neue Horizonte und denken über unsere Kirchengemeinde hinaus. Das muss erst mit der Zeit wachsen und geht nicht von jetzt auf gleich.

Aber wir tun das alles mit dem Vertrauen auf den, der einmal gesagt hat: Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? (Mt 6, 26)

Mir gibt das viel Vertrauen in die Abwechslung und den Versuch: Schau mer mal, dann wer ma sehn.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Weniger bekannte Kunstschätze in unserer Kirche St. Veit https://pfarramt-ottensoos.de/2024/04/weniger-bekannte-kunstschaetze-in-unserer-kirche-st-veit/ Sun, 31 Mar 2024 23:26:45 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13054 die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Vor einigen Jahren wurde unsere Ottensooser Kirche St. Veit von Radio Gong für die Serie „Geheimes Gongland“ ausgewählt. Ich wurde von der zuständigen Journalistin über unsere Kirche interviewt. Das hat mich im Nachhinein auf die Idee gebracht, mich mit den unbekannteren Kunstschätzen zu beschäftigen. Deshalb möchte ich Ihnen ein Epithaph und zwei Grabplatten vorstellen, die durchaus das Prädikat „geheimnisvoll“ verdienen. Der Burgvogt vom Rothenberg An der […]]]>
die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Vor einigen Jahren wurde unsere Ottensooser Kirche St. Veit von Radio Gong für die Serie „Geheimes Gongland“ ausgewählt. Ich wurde von der zuständigen Journalistin über unsere Kirche interviewt. Das hat mich im Nachhinein auf die Idee gebracht, mich mit den unbekannteren Kunstschätzen zu beschäftigen. Deshalb möchte ich Ihnen ein Epithaph und zwei Grabplatten vorstellen, die durchaus das Prädikat „geheimnisvoll“ verdienen.

Der Burgvogt vom Rothenberg

An der Wand der Nordseite unserer Kirche unterhalb der Empore, und nicht sehr vom Tageslicht verwöhnt, hängt ein Gemälde, 0,83 m hoch und 0,99 m breit. Es zeigt die Auferweckung des Jünglings zu Nain aus dem Lukasevangelium (siehe Titelbild des Gemeindebriefes). Die Szene ist dramatisch. Im Mittelpunkt steht Jesus und „befiehlt“ die Auferweckung des jungen Mannes. Der mit mehreren Binden noch umwickelte Jüngling beginnt sich zu erheben. Eine männliche Gestalt zeigt ihm, wo sich seine Mutter befindet. Diese, dem Betrachter den Rücken zuwendend, streckt ihrem Sohn die Hand hin. Die Trauergemeinde des Leichenzuges folgt aufgeregt dem vor ihren Augen stattfindenden Wunder. Im Vordergrund im unteren Bildteil sind Blumen zu sehen und vielleicht auch die Grababdeckung. Der obere Bildteil ist dunkel gehalten, während die Mitte leuchtet. Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Ölbild in einem schlichten Holzrahmen. Interessant ist jedoch vor allen Dingen die Unterschrift zu dem Bild. Dort steht sehr eindrücklich:

Bildunterschrift, die auf den Burgvogt verweist
Bildunterschrift, die auf den Burgvogt verweist

„Anno 1685 den 21/11 Monat (?) : Beschied in Gott. Titt: H. Georg Stubenrauch der Hochadeligen Herrn GanErben des haußes und Herrschafft Rotenbergs etlichunddreißig Jährig Treu. gewesene BurckVogt. desen gebeine in dieser Kirchen ruhen. der Seelen aber Gott genad.“

Diese Unterschrift macht aus dem Gemälde ein sogenanntes Epitaph, das heißt, ein Gedächtnismal für einen Verstorbenen. Es befindet sich im Unterschied zu einem Grabmal nicht an der Bestattungsstelle. Aus unserem Text geht jedoch eindeutig hervor, dass Georg Stubenrauch, ein Burgvogt des Rothenbergs, in unserer Kirche bestattet wurde ( „desen gebeine in dieser Kirchen ruhen“). Ein Burgvogt war der Vertreter einer Herrscherfamilie bzw. einer Ritterschaft, der für die Verwaltung, die Bewirtschaftung und die Verteidigung einer Burg zuständig war, so dass man sagen darf, dass eine wichtige, lokale Persönlichkeit in unserer Kirche seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Wie kommen die Grabsteine eines Schönberger Amtmanns und seiner Ehefrau in die Ottensooser Kirche?

Ebenfalls an der Nordwand des Ottensooser Kirchenschiffs in der Nähe des Marienaltars sind zwei Grabplatten zu finden, die mich schon seit mehreren Jahren beschäftigen. Auf der einen, 1,70 m lang und 0,78 m breit, ist ein grimmig dreinblickender Ritter in voller Rüstung zu sehen. Das Visier seines Helms ist aufgeklappt, der Mund ist etwas nach unten gezogen, er trägt offensichtlich einen Bart. Armschienen sind zu erkennen, seine linke Hand liegt am Griff seines Langschwertes. In festen Stiefeln steht er auf einer Platte. In den vier Ecken des Grabsteines sind Wappen angebracht, leider schon sehr verwittert und kaum kenntlich. Ebenso verhält es sich mit der umlaufenden Schrift. Einzelne Worte sind erkennbar, aber der gesamte Text ist kaum lesbar. Oberhalb der Gestalt ist sein Sterbejahr eingraviert: „Anno dom. 1551“

die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“
die zentrale Szene des „Jünglings zu Nain“

Daneben ist die Grabplatte einer Frau in die Wand eingelassen, deren Gesicht kaum mehr zu erkennen ist. Ihre Haare sind mit einer Haube bedeckt, sie trägt einen offenen Mantel. Sehr schön ist der Ärmelabschluss an der linken Hand zu erkennen. Sie hält einen Rosenkranz in den Händen. Auch hier ist die umlaufende Schrift nur schwer leserlich, die Wappen ebenfalls sehr verwittert. Interessant ist, dass die Jahreszahl ihres Todes offen gelassen wurde. Oberhalb des Reliefs ist zu lesen: „ Anno dom. 15..“ Dies lässt den Schluss zu, dass die Grabplatte bereits vor ihrem Tod angefertigt wurde. Die Grabplatte ist einige Zentimeter kürzer als die des Mannes.

Wer sind die beiden?

In dem Buch „Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken“ ist von Lorenz von Seckendorff und Agathe von Seckendorff die Rede. Der Band Nr. 50 der Altnürnberger Landschaft informiert darüber, dass es sich bei den von Seckendorffs um ein Simmelsdorfer Adelsgeschlecht handelt. Aber was haben Simmelsdorfer Adlige in unserer Ottensooser Kirche zu suchen?

Die Spur führt in unsere Nachbargemeinde Schönberg. Bei meinen Nachforschungen bin ich auf die Homepage des Schönberger Friedhofs gestoßen und habe gelesen, dass unsere Nachbarn bis 1687 ihre Toten in Ottensoos bestatteten, da sie keinen eigenen Friedhof besaßen. Die Schönberger Jakobuskirche ist erst 1900/1901 auf dem Gelände einer ehemaligen Burg bzw. eines Schlosses erbaut. Diese Anlage wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. Auf dem Schönberger Kirchengelände erinnert nur noch der „Hungerturm“ daran. In dieser Burganlage befand sich lediglich eine Kapelle. Die Bestattungen fanden in Ottensoos statt, die Ottensooser Kirche St. Veit galt als die Mutterkirche dieser Burgkapelle. Obwohl unsere Region seit Beginn des 16. Jahrhunderts zur Freien Reichsstadt Nürnberg gehörte, war die Schönberger Burg im Besitz der Markgrafen von Ansbach, der „Erbfeinde“ der Nürnberger. Die Markgrafen residierten natürlich nicht selbst in Schönberg, sondern setzten einen adligen Amtmann für ihre Burg ein. Dieser markgräfliche Amtmann zu Schönberg ist „unser“ Lorenz von Seckendorff.

Kennt man einmal die näheren Umstände, betrachtet man die Grabplatten noch einmal ganz anders. Man weiß sozusagen, wonach man suchen soll und so formen sich aus den verwitterten gotischen Buchstaben, die scheinbar nur aus unterschiedlich großen Strichen zu bestehen scheinen, auf einmal Buchstaben und Namen.

So erkennt man auf Agathes Grabplatte ganz deutlich „Lorenzin von Seckendorff“ (die Frauen wurden damals offensichtlich mit dem Namen ihres Ehemannes genannt unter Anhängen der Silbe „in“. Wir haben in unserer Kirche auch eine Bronzeplatte der „Stubenrauchin“, aber davon vielleicht ein andermal). Auf der Grabtafel des Ehemannes ist vom „Amptmann zu Schönberg“ zu lesen. Sehr interessant ist auf der Grabplatte der Agathe, dass nicht nur das Todesjahr 1557 fehlt (s. ob.), es könnte sein, dass ihre Grabplatte zur gleichen Zeit wie die ihres Mannes angefertigt wurde, sondern auch, dass sie einen Rosenkranz in Händen hält.

Besonders gut erhalten: der Rosenkranz der Lorenzin
Besonders gut erhalten: der Rosenkranz der Lorenzin

In der evanglischen Frömmigkeit hat der Rosenkranz keine Bedeutung, während er im katholischen Raum eine weitverbreitete Andachtsform darstellt. Wurden in unserer Kirche dreißig Jahre, nachdem Ottensoos bereits evangelisch war, Katholiken beigesetzt? Zudem hatten auch die Ansbacher Markgrafen, in deren Diensten von Seckendorff stand, 1525 den reformatorischen Glauben angenommen. Es gab zwar gerade im 16. Jahrhundert immer wieder Konfessionswechsel, je nachdem welche Konfession der jeweilige Landesherr hatte. Es könnte aber auch sein, dass zu Beginn der Reformation das Beten eines Rosenkranzes auch im evangelischen Raum nicht unüblich gewesen ist.

Die Grabplatte der Eheleute von Seckendorf
Die Grabplatte der Eheleute von Seckendorf

Im Gegensatz zu einem Epitaph war eine Grabplatte über dem Leichnam im Boden eingelassen. Das bedeutet, dass die Platten in der Nordwand ursprünglich wie Fliesen die Stelle im Kirchenraum bedeckten, unter denen die Verstorbenen von Seckendorffs ruhen.

Der ehemalige Ottensooser Bürgermeister Hans Gemmel hat mir vor Jahren erzählt, dass er, wie auch andere Jugendliche und junge Männer, bei der großen Kirchenrenovierung in den 1950er Jahren und beim Einbau der Heizung 1961 ehrenamtlich mitgeholfen hat. Dabei kamen beim Aufgraben zur Verlegung der Heizungsrohre im Bereich des Taufsteins und des Altaraufgangs Gebeine von Verstorbenen ans Tageslicht. Darunter waren vielleicht auch jene der von Seckendorffs. Diese Gebeine wurden jedoch wieder in den Erdboden zurückgegeben.

Auch Frau Lore Kassner konnte mir Interessantes über die Funde während des Heizungseinbaus berichten. Der damalige Ottensooser Pfarrer Ernst Wunderlich zeigte ihr beispielsweise einen Lederschnallenschuh, wie ihn damals die Männer getragen haben, sogar ein weiblicher hochhakiger Stöckelschuh kam zum Vorschein. Sogenannte Sterbekronen, aus Kupferdraht mit Glasperlen geschmückt, wurden entdeckt. Ganz besonders beeindruckt war sie jedoch von den blonden bzw. rotblonden Frauenhaaren, teilweise noch zu Zöpfen geflochten und einem noch lesbaren Gebetbuch. Dass all dies so gut erhalten geblieben war, ist mehreren kleinen Rundbogengewölben, vergleichbar den damaligen Backöfen, zu verdanken, die sich im Boden des Kirchenraumes befinden. In diesen trockenen Hohlräumen haben sie die Zeiten unbeschadet überdauert und wurden wieder zurückgelegt.

So ist unsere Kirche St. Veit auch ein Friedhof und ich finde es einen schönen Gedanken, dass während des Gottesdienstes die Lebenden und die Toten so nahe „beieinander sind“.

Wir stehen ja auch vor einer größeren Kirchenrenovierung. Lassen wir uns überraschen. Vielleicht gibt es danach auch Interessantes oder sogar Geheimnisvolles zu vermelden.

Reinhold Pürkel

Quellen: Schriftenreihe der Altnürnberger Landschaft, Band 50, 2006, Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken, R. Oldenbourg Verlag München, 1966

Sehr dankbar bin ich Norbert Weber aus Schönberg, der die Texte für die Homepage des Schönberger Friedhofs geschrieben hat und für seine wertvollen Tipps zu Epitaphen und Grabplatten.

Hier haben sich zwei Geschichtsbegeisterte gesucht und gefunden, links Norbert Weber aus Schönberg und rechts Reinhold Pürkel aus Ottensoos

 

 

 

Das ehemalige Markgrafenschloss in Schönberg, das abgerissen wurde und dort stand, wo heute die Jakobuskirche in Schönberg steht. Hier oder in einem Vorgängerbau residierten die Seckendorffs, deren Epitaphe sich in St. Veit finden

 

 

Bildnachweis: Huth, Elke Schmauß

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2023/10/kirche-zukunft-sparen/ Sat, 30 Sep 2023 22:22:59 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=12805 Albrecht Kessel

Die Kirche spart und bei den kleinen Unterhaltungen zwischendurch kommt da manchmal auch die Rede drauf. „Was wird denn bei uns im Dekanat gekürzt?“ Man hat das Gefühl, dass da ein Damoklesschwert hängt, das für die Gemeinden bedrohlich ist. Das Problem an dem negativen Gefühl ist, dass keine Ideen aufkommen können, wie es denn auch anders geht. Klar ist, dass wir in Zukunft weniger Pfarrer und Pfarrerinnen […]]]>
Albrecht Kessel

Die Kirche spart und bei den kleinen Unterhaltungen zwischendurch kommt da manchmal auch die Rede drauf. „Was wird denn bei uns im Dekanat gekürzt?“ Man hat das Gefühl, dass da ein Damoklesschwert hängt, das für die Gemeinden bedrohlich ist. Das Problem an dem negativen Gefühl ist, dass keine Ideen aufkommen können, wie es denn auch anders geht.

Klar ist, dass wir in Zukunft weniger Pfarrer und Pfarrerinnen haben, weil es weniger Nachwuchs gibt. Deshalb ist es wichtig, Regionen zu bilden und die Zusammenarbeit zu stärken. Ein positives Beispiel, wie das gehen kann, haben die Konfirmanden beim Dekanatskonficamp erlebt – und es mir auch vorgelebt. Insgesamt haben acht Kirchengemeinden in drei Regionen gemeinsame Tage erlebt, in denen miteinander gespielt und gefeiert, gearbeitet und gegessen wurde. Schönberg und Ottensoos waren mit den Konfirmandengruppen da. Die Jugendlichen haben sich schnell gemischt, denn sie kennen sich durch Schule und Freizeit und freuten sich, auch im kirchlichen Kontext ein geniales Wochenende miteinander verbringen zu können. Bibelarbeit, Farbschlacht, Gottesdienst, Lagerfeuer, Lobpreislieder – und Freude an der Gemeinschaft, wie es der spontane Tanz der Konfis deutlich zeigt.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Der gotische Altar an der Nordwand von St. Veit https://pfarramt-ottensoos.de/2023/10/der-gotische-altar-an-der-nordwand-von-st-veit/ Sat, 30 Sep 2023 22:05:35 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=12848 Der Altar im geschlossenen Zustand, hier ist leider sehr viel weniger erhalten als beim geöffneten Altar

Ich staune jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals, wie viele Menschen sich für unsere Kirche St. Veit interessieren. 70 bis 100 Besucher, überwiegend aus dem Großraum Nürnberg, aber auch aus der Oberpfalz, nehmen an den Führungen teil. Es ist uns Ottensoosern oft gar nicht bewusst, welches Kleinod das Wahrzeichen des Dorfes darstellt, sowohl in seiner äußeren Form als auch […]]]>
Der Altar im geschlossenen Zustand, hier ist leider sehr viel weniger erhalten als beim geöffneten Altar

Ich staune jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals, wie viele Menschen sich für unsere Kirche St. Veit interessieren. 70 bis 100 Besucher, überwiegend aus dem Großraum Nürnberg, aber auch aus der Oberpfalz, nehmen an den Führungen teil.

Kaum zu glauben, dass hier nicht mit roter Farbe nachgeholfen wurde, sondern dass die Tafel wirklich nur gereinigt wurde und das nach so vielen Jahren und nach dieser stiefmütterlichen Behandlung!
Kaum zu glauben, dass hier nicht mit roter Farbe nachgeholfen wurde, sondern dass die Tafel wirklich nur gereinigt wurde und das nach so vielen Jahren und nach dieser stiefmütterlichen Behandlung!

Es ist uns Ottensoosern oft gar nicht bewusst, welches Kleinod das Wahrzeichen des Dorfes darstellt, sowohl in seiner äußeren Form als auch hinsichtlich der Kunstschätze im Inneren der gotischen Hallenkirche. In dem Buch „Dorfkirchen in Franken“ von Konrad Bedal, dem ehemaligen Leiter des Freilandmuseums Bad Windsheim, wird die Ottensooser Kirche St. Veit zu den 50 aussagekräftigsten und auch schönsten Kirchen im gesamten fränkischen Raum, einschließlich des baden-württembergischem Main-Tauber-Kreises und des Landkreises Eichstätt, gezählt.

Deshalb sollen im Folgenden die vier Bildtafeln des gotischen Altars an der Nordwand vorgestellt werden. Wie dieser Altar ursprünglich in seiner Gesamtheit ausgesehen hat, einschließlich der Lindenholzfigur des Hl. Veit, die jetzt zwischen Marienaltar und Sakramentshaus zu finden ist und der übrigen Figuren, ist dem Modell, das rechts neben dem Altar angebracht ist, zu entnehmen.

Der Altar des Hl. Veit war seit etwa 1470 im Altarraum, der jetzt vom barocken Hochaltar dominiert wird, zu finden. Im Jahr 1698/99 wurde er jedoch durch eben jenen barocken Altar ersetzt. Er war sozusagen „überflüssig“ geworden. Die Altartafeln wurden als Gerüstbretter verwendet, eine Tafel wurde zu einer Tür „umgebaut“, eine andere Tafel wurde zersägt und als Abdeckplatte für den neuen Altar verwendet. Ein für uns Heutige unfassbarer Vorgang. Aber irgendwann hat jemand sich der Altartafeln dann doch angenommen, hatte sozusagen Mitleid mit ihnen, und sie in die Schatzkammer, den kleinen Fachwerkturm, an der Südostseite der Kirche gebracht.

In seinem 1983 erschienenen Buch „Ottensoos – Aus der Geschichte eines Dorfes im Nürnberger Land“ schreibt Wilhelm Schwemmer von „vier ruinösen, beiderseits bemalten Altarflügeln, Christus und St. Veit sowie Szenen aus dem Neuen Testament und der Legende des St. Veit.“

Diese „ruinösen Altarflügel“ würden noch immer in der Schatzkammer ruhen, hätte nicht der damalige kunsthistorisch sehr interessierte Pfarrer Arnulf Elhardt die stark in Mitleidenschaft genommenen und staubigen Tafeln aus der Schatzkammer geholt, sie den Kunsthistorikern des Germanischen Nationalmuseums gezeigt und veranlasst, dass diese Tafeln restauriert wurden. Der Heroldsberger Restaurator Oellermann renovierte 1992 die Innenflügel, 1995 kamen noch die beiden Außenflügel dazu, so dass seit Dezember 1995 die Altartafeln die Nordwand unserer Kirche schmücken.

Die Predella, der Unterbau (bemalter Sockel), wurde zuletzt restauriert.

Der Altar informiert die Betrachter über die Legende des Hl. Veit. Diese Bilder waren für unsere Vorfahren sehr wichtig, konnten doch nur die wenigsten lesen. Anhand der Bildtafeln lernten sie die Geschichte des Kirchenpatrons kennen.

Beeindruckend sind die kräftigen bunten Farben des Altars, der „nur gereinigt und zusammengesetzt“ wurde, nicht mehr vorhandene Teile wurden nicht ergänzt, sondern die Tafel blieb in diesem Bereich leer. Erhalten geblieben sind die Originalfarben.

Die linke der beiden Innentafeln zeigt den auferstandenen Christus, die Dornenkrone tragend, der dem Betrachtenden seine Wundmale zeigt. Auf der rechten Innentafel ist der Hl. Veit zu sehen, dargestellt als modisch gekleideter junger Mann im Stil der Renaissance, auf Christus zugehend. Auffallend sind seine Schuhe, sogenannte Tippen, die beim Betreten des Hauses ausgezogen wurden, um die Wohnung nicht zu beschmutzen. In den Händen hält er seine Attribute, das Buch, auf welchem ein Hahn steht. Veit oder lateinisch Vitus war ein sehr wichtiger Heiliger. Er galt schon seit dem Mittelalter als Helfer unter anderem bei Nervenkrankheiten, Epilepsie (auch dem sogenannten Veitstanz), Schlangenbiss, Aufregungen, Augenkrankheiten, Unfruchtbarkeit, für eine gute Ernte, fungierte als Schutzpatron für die Haustiere. Zentren seiner Verehrung waren Saint-Denis in Frankreich, und natürlich der Veitsdom in Prag. Innerhalb Deutschlands wurde er in vielen Orten Nordrhein-Westfalens verehrt, so im Kloster Corvey, auch ist er auf dem alten Stadtwappen von Mönchengladbach zu finden. Aber auch in unserer Gegend ist er durchaus anzutreffen. Sogar im Lied der Franken kommt er vor („Zum heil’gen Veit von Staffelstein …“). Es gibt mehrere Wetterregeln, die ihn nennen, so beispielsweise: An St. Vitus viel Donner bringt fruchtbaren Sommer. Sein Namenstag, und das wissen wir Ottensooser alle, ist der 15. Juni. Um diesen Tag herum feiern wir unsere Kirchweih.

Der Namensgeber unserer Kirche und dieses besonderen Altars, der heilige Veit
Der Namensgeber unserer Kirche und dieses besonderen Altars, der heilige Veit

Wenden wir uns nun den Szenen auf den vorderen Außentafeln zu (siehe die Titelseite des Gemeindebriefs). Auf ihnen wird in vier Bildern das Martyrium des Heiligen dargestellt. Der Legende nach stammt er aus Lucanien auf Sizilien. Veit, der durch seinen Lehrer Modestus und seine Amme Kreszentia Christ geworden ist, muss verschiedene Martern ertragen, da sein Vater ihn vom christlichen Glauben abbringen will. So sehen wir auf der oberen linken Tafel, wie Veit sich weigert ein Götzenbild anzubeten, das auf einer Säule steht. Im unteren Teil befindet sich Veit mit Modestus und Kreszentia in einem Kessel, den zwei Soldaten schüren. Auf der Tafel rechts wird Veit von Soldaten geschlagen, um seinem Glauben abzuschwören. Ein interessantes Detail stellt der Mann im vom Betrachter aus gesehenen linken Eck dar. Es soll sich um Veits Vater handeln, der dem grausigen Schauspiel zusieht. Darunter ist Veit an Händen aufgehängt mit Modestus zu sehen, Kreszentia fehlt, da diese Tafel leider beschädigt wurde.

Die Rückseiten (Seite 9) sind nicht mehr ganz deutlich erkennbar. Aber auch sie handeln vom Martyrium des Heiligen. Auf der linken oberen Tafel ist Veit, mit Lehrer und Amme zu sehen, wie sie (vielleicht) an einem See beten. Diese Szene weist wohl schon auf die Rettung und das überstandene Martyrium hin. Darunter soll Veit durch Spielleute und schöne Frauen von seinem Glauben abgebracht werden. Im unteren Teil auf dem rechten Flügel (leider ist diese Tafel sehr beschädigt) sieht man Veit in der Löwengrube. Doch die Löwen sind dem Heiligen gegenüber ganz zahm. Sehr schwierig fällt die Deutung des oberen Bildes. Da jedoch zusätzlich zu mehreren Gestalten (eventuell) noch ein Esel oder ein Pferd abgebildet ist, könnte es sich um die Heilung des Sohnes des römischen Kaisers Diokletian, der um etwa 300 n. Chr. regierte, handeln (so Pfr. Elhardt in einem Aufsatz der Altnürnberger Landschaft). Übrigens hat Veit alle seine Martyrien überstanden. Durch einen Engel soll er in seine Heimat zurück gebracht worden sein, wo er in Frieden starb.

Vielleicht sind sie, liebe Gemeinde, neugierig geworden und sehen sich bei einem Ihrer Kirchenbesuche oder während der Öffnungszeiten unseren wunderschönen Veitsaltar einmal genauer an. Sie können mich auch gerne dazu ansprechen.

Veit ist übrigens in unserer Kirche sehr oft anzutreffen. Er ist dargestellt in die sehr kostbar gearbeiteten, oben schon erwähnten Lindenholzfigur, sitzend als gelockter Jüngling, außerdem ist er in der Predella des Jungfrauenaltars, beim Kanzelaufgang, bei den Nothelfern zu finden (mit Buch und „loderndem“ Feuerkessel in der Hand). Im Altarraum kann man ihn dreimal betrachten. Besonders erwähnenswert ist die kleine Holzfigur seitlich des Sakristeieingangs. Als Kopfbedeckung trägt er eine Hermelinmütze, die ihn als Kurfürst ausweist. Dies hängt damit zusammen, dass Veit der Nationalheilige der Böhmen und Mähren ist und der König von Böhmen einer der sieben Kurfürsten war.

Die Predella (siehe Bild unten) hat im Laufe der Jahrhunderte leider sehr gelitten. Nur wenige der vierzehn Nothelfer sind zu erkennen. Oftmals ist man auf Vermutungen an Hand der Attribute angewiesen. Die Restaurationsfirma Oellermann hat versucht, die teilweise kaum erkennbaren Gestalten zuzuordnen. Rechts neben dem Altar können Sie die dazugehörigen Informationen finden.

Die Predella ist der untere Abschluss des Altars
Die Predella ist der untere Abschluss des Altars

Bei der Kirchenführung am „Tag des offenen Denkmals“ überreichte Marion Utzat aus Schönberg ein tolles Buch, das sie selbst gezeichnet und geschrieben hat zum Thema der 14 Nothelfer. Sie sagte, dass sie damit das Ehrenamt würdigen will und hat das Buch (etwas größer als DIN A 3 Format) der Kirchengemeinde Ottensoos gewidmet. Hier die beiden Seiten zum Heiligen Veit.

 

Reinhold Pürkel

Ouellen: Pegnitzzeitung, Weihnachtsausgabe 1995; Kirchenbote Ottensoos Dez. 95/Jan 96; Legenda Aurea; Altnürnberger Landschaft e.V., Dezember 1996; Dorfkirchen in Franken, Konrad Bedal 2015; Ottensoos, aus der Geschichte eines Dorfes im Nürnberger Land, Wilhelm Schwemmer, 1983; Ottensoos, Ein Streifzug durch elf Jahrhunderte Geschichte, Martin Schieber, 2003

Bildnachweis: Huth

]]>
Sanierung der St. Veit Kirche https://pfarramt-ottensoos.de/2022/10/sanierung-der-st-veit-kirche/ Fri, 30 Sep 2022 22:54:26 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=11769

Es rumort am Kirchendach und gelbe Schuttrohre aus den Fenstern zeigen, dass offensichtlich an der Kirche gearbeitet und saniert wird – doch was genau ist geplant und im Gange? Tatsächlich fing alles vor einigen Jahren mit dem Vorschlag eines Gemeindeglieds an, das sich an der westlichen Kirchentür störte, deren Holz reichlich mitgenommen und vom Wetter ausgebleicht erschien (gut zu erkennen auf der Titelseite). Das Angebot, […]]]>

Es rumort am Kirchendach und gelbe Schuttrohre aus den Fenstern zeigen, dass offensichtlich an der Kirche gearbeitet und saniert wird – doch was genau ist geplant und im Gange?

Tatsächlich fing alles vor einigen Jahren mit dem Vorschlag eines Gemeindeglieds an, das sich an der westlichen Kirchentür störte, deren Holz reichlich mitgenommen und vom Wetter ausgebleicht erschien (gut zu erkennen auf der Titelseite). Das Angebot, die Tür in Eigenregie zu streichen war dann doch etwas naiv und die Denkmalschutzbehörde wurde befragt. Diese erteilte eine Sondergenehmigung, die Tür professionell zu restaurieren, wies aber darauf hin, dass der Sandstein des Kirchenschiffs an einigen Stellen sehr schadhaft sei. Nachdem eine Bestandsaufnahme dies bestätigte und auch schon ein Kostenvoranschlag zur Restaurierung auf dem Tisch lag, regte der landeskirchliche Architekt Kugelstadt an, doch erst einmal zu schauen, ob das Dach in Ordnung sei. Leider kamen dabei auch große Schäden ans Licht, so dass sich das weitere Vorgehen so gestaltet: zunächst Ausbesserung der schadhaften Stellen im Dachstuhl, danach Behebung der Schäden an der Außenfassade und zum Schluss eine Innenrenovierung.

Detaillierter Plan mit allen Schäden am Dachgebälk.

Wie gestaltet sich der Ablauf bei den einzelnen Abschnitten?

Bei allen Teilabschnitten muss zunächst eine Schadensanalyse erfolgen, z.B. durch einen Restaurator. Dies geschah im vergangenen August für den Dachstuhl durch Herrn Körner, einen Sachverständigen für Insekten und Pilzbefall. Im Vorfeld mussten jedoch erst das Gerümpel und der Schutt entfernt werden, der sich über Generationen angehäuft hatte. Alle schadhaften Stellen hat Herr Körner genau mit Fotografien seitenweise dokumentiert und festgestellt, dass vor allem die Schwelle (der untere Querbalken auf dem die Dachbalken aufliegen) sehr schadhaft sei. Diesen würde er gerne weitgehend ersetzen, wohingegen der Denkmalschutz möglichst viel historische Bausubstanz erhalten will. Der Bericht des Sachverständigen geht dann an das Ingenieurbüro FHS, welches einen Maßnahmenkatalog der nötigen Arbeiten erstellt. Im Anschluss erledigt Manfred Hofmockel die detaillierte Ausschreibung der Arbeiten, in der ganz genau aufgelistet wird, was zu tun ist.

Ausschnitt (rote Stellen sind komplett zerstört und bieten keinerlei Tragfähigkeit mehr)

Für die Ausführung gibt es verschiedene Vorschläge, wie vorzugehen sei. Es gab sogar den Vorschlag der Kirchenverwaltung, über die ganze Kirche zunächst ein Zeltdach zu bauen – wohl kostentechnisch eher indiskutabel. Ein komplettes Abdecken des Dachs verbietet sich aus witterungstechnischen Gründen, so dass es wohl auf abschnittsweise Ausbesserung hinausläuft, welche auch von kleineren Handwerksbetrieben zu leisten ist. Das erscheint auch insofern als sinnvoll, als das Dach erst 1983/84 komplett neu gedeckt wurde.

Außenfassade

Theoretisch ist man beim Thema Außenfassade schon weiter, weil hier schon ein Kostenvoranschlag der Firma Monolith vorliegt, die gleiche Firma, die auch die Friedhofsmauer instand gesetzt hat. Das erfolgte schon vor Corona und der Kostenvoranschlag betrug 100 000 Euro, was mittlerweile sicherlich sehr viel teurer wäre. Die Risse im Gemäuer müssen verpresst werden, wobei das Ausbesserungsmaterial die ganze Mauer durchdringt, somit die Innenseite der Mauer auch betroffen ist und dies wiederum eine notwendige Innensanierung nach sich zieht.

Außerdem müssen die Stahlteile der Fenster entrostet werden. Leider wurden sie nicht verzinkt, so dass der Rost drückt und die Butzenscheiben zersprengt, was an den Fenstern hinter dem Hochaltar schon geschehen ist.

Innenfassade/ Innenrenovierung

Für die Renovierung der Innenfassade stellt sich

natürlich zuerst das Problem des Gerüsts. Dazu sollen die Kirchenbänke nicht entfernt sondern lediglich in die Mitte verschoben werden. Zur Begutachtung der Innenwände war schon ein Sachverständiger da, welcher feststellte, dass teilweise beim letzten Streichen Dispersionsfarbe verwendet wurde, welche entfernt werden muss, damit der darunterliegende Kalkputz atmen kann. Im Zuge dieser Innenrenovierung ist es natürlich sinnvoll und geboten auch die Statik des Rippengewölbes zu überprüfen. Dazu bedarf es der Einbringung von Bohlen zwischen den Gerüsten und einer Inspizierung durch einen Experten.

Außerdem muss auch immer wieder die Elektroanlage auf ihre Sicherheit hin überprüft werden.

Im Rahmen der Innensanierung macht sich der Kirchenvorstand Gedanken, welche Elemente eventuell wie verändert werden sollen, um eine Modernisierung der Gottesdienste oder anderer Veranstaltungen zu ermöglichen. Hier wird eine Abwägung zwischen Tradition und Moderne keine einfache Aufgabe sein.

Übrigens: die Kunstschätze in unserer Kirche werden einmal im Jahr geprüft und gepflegt.

Finanzierung

Diese Aufgaben stellen eine große finanzielle Herausforderung dar und manch einer wird sich fragen, ob das alles nötig sei. Natürlich sind momentan ganz geregelt Gottesdienste ohne Abstriche möglich, aber manche der Aufgaben sind unbedingt erforderlich und der Kirchenvorstand war sich einig, dass nicht nur geflickt werden soll, sondern es einer Renovierung bedarf, welche dann auch wieder viele Jahre vorhält. Zur Finanzierung wurde angedacht, einen Antrag bei der deutschen Denkmalhilfe zu stellen. Hierfür sind konkrete Kostenangaben nötig und Arbeiten können erst nach einem positiven Bescheid erfolgen.

Gute Nachricht

Positiv ist zu vermelden, dass sich der Turm in einem einwandfreien Zustand befindet und die Glocken in bester Qualität sind. Hier bewähren sich die getätigten Arbeiten der Vergangenheit und auch das Kirchenschiff soll in diesen Zustand versetzt werden.

 

Bildnachweis: Hofmockel

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2022/10/kirche/ Fri, 30 Sep 2022 22:50:57 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=11705 Albrecht Kessel

Ist das noch gut oder kann das weg? Bei manchen Bauwerken wird diese Frage mit einem Abriss beantwortet. Bei Kirchen ist man natürlich vorsichtiger, bei sehr alten Kirchen wie unserer Kirche St. Veit steht das nicht zur Debatte. Natürlich ist die Kirche noch gut, viele Menschen freuen sich am schönen Anblick auf dem Berg mit dem sehr hohen Turm, der in den Himmel […]]]>
Albrecht Kessel

Ist das noch gut oder kann das weg?

Bei manchen Bauwerken wird diese Frage mit einem Abriss beantwortet. Bei Kirchen ist man natürlich vorsichtiger, bei sehr alten Kirchen wie unserer Kirche St. Veit steht das nicht zur Debatte. Natürlich ist die Kirche noch gut, viele Menschen freuen sich am schönen Anblick auf dem Berg mit dem sehr hohen Turm, der in den Himmel zeigt.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, was nicht mehr gut ist. Risse und abgetragenes Material – der Zahn der Zeit nagt hier kräftig. Aus diesem Grund hat sich der Kirchenvorstand entschieden, die Sanierung anzugehen. Das ist natürlich eine umfassende Aufgabe. Aber eine, die sich lohnt. Denn die Kirche ist das emotionale Zentrum vieler Menschen, die hier groß geworden sind, Taufe und Konfirmation erlebt haben, ihre Ehe segnen ließen und die eigenen Kinder wiederum zur Taufe gebracht haben. Natürlich berühren die Weihnachtsgottesdienste besonders, aber auch die Trauerfeiern bilden einen geschützten Rahmen der vorhandenen Emotionen.

Die Kirche als Heimat und geistliches Zentrum ist das, von dem der Psalm 43 spricht: Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist.

Die Kirche steht still und fest auf unserem „heiligen Berg“, ist aber doch unsere Begleiterin durch die Zeit und unser Leben hindurch. Sie erinnert uns an fröhliche Zeiten und an Stunden der Besinnung und des Abschieds. So ruhig sie wirkt, wenn wir sie aufsuchen, so dynamisch ist das, an was sie uns erinnert … und bleibt doch die große Konstante in unserem Leben.

Die Kirche ist noch gut und wird in einem langen Prozess wieder für die nächsten 60 Jahre fit gemacht, damit sie weitere Generationen begleitet und ihnen Licht und Wahrheit für ihr Leben gibt

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2021/06/auf-ein-wort-von-pfingsten-zur-kirche/ Tue, 01 Jun 2021 09:45:59 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=8783 Albrecht Kessel

Was ich wahrnehme, sind oft zwei ganz unterschiedliche Gedankenwelten. Die einen sehen im christlichen Glauben einen positiven Ansatz und können sich ein Leben ohne dieses Urvertrauen nicht vorstellen. Und die anderen sehen im christlichen Glauben den Ursprung allen Übels, den es auf der Welt gibt. Christlicher Glaube wird hier von zwei ganz unterschiedlichen Seiten angeschaut. Ich verstehe den kritischen Blick, der die Machtfülle der Kirche und den Missbrauch […]]]>
Albrecht Kessel

Was ich wahrnehme, sind oft zwei ganz unterschiedliche Gedankenwelten. Die einen sehen im christlichen Glauben einen positiven Ansatz und können sich ein Leben ohne dieses Urvertrauen nicht vorstellen. Und die anderen sehen im christlichen Glauben den Ursprung allen Übels, den es auf der Welt gibt. Christlicher Glaube wird hier von zwei ganz unterschiedlichen Seiten angeschaut. Ich verstehe den kritischen Blick, der die Machtfülle der Kirche und den Missbrauch geißelt. So manches wurde im Namen Jesu Christi getan, ohne dass es um dessen Sache ging, sondern eher um die der Kirchenhierarchie oder der einzelnen Personen und deren Macht. Der kritische Blick ist wichtig, um Missbrauch vorzubeugen. Um dem zu begegnen, ist es wichtig, immer wieder auf den Ursprung zu schauen. Was war denn da und um was ging es, bevor aus dem christlichen Glauben eine Institution Kirche wurde?

Nach Jesu Tod und Auferstehung wurden die Jünger von Gottes Geist erfüllt. Sie redeten plötzlich begeistert von ihren Erlebnissen mit Jesus und dankten Gott für dieses radikale Zeichen seiner Liebe. Und diese Begeisterung war ansteckend. Die Nachricht wurde verbreitet und kam durch unterschiedliche Menschen weiter in andere Länder.

Diese Mission erzählte von Gottes Liebe und einem Leben in seinem Geist und regte zu tätiger Nächstenliebe an. Wenn Gott uns Menschen liebt, dann müssen wir diese Liebe auch spürbar machen.

Pfingsten hat ganz praktische Auswirkungen und unsere Welt gewinnt dadurch an Menschlichkeit. Solche Mission ist nicht zu verwechseln mit Radikalisierung und Zwang. Da wird Gottes Liebe ins Gegenteil verkehrt. Pfingsten regt uns an, über diesen Zusammenhang nachzudenken und daraus Konsequenzen zu ziehen: von dem zu reden, was mir hilft. Wenn das anregend und ansteckend ist, dann ist das positiv, für beide An-Sichten des Glaubens.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

]]>
Restaurierung der Kirchhofmauer https://pfarramt-ottensoos.de/2020/10/restaurierung-der-kirchhofmauer/ Wed, 30 Sep 2020 22:15:37 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=8275 Tor Friedhofmauer

Kirchhofmauer in neuem Glanz Interview mit den Restauratoren Können Sie uns bitte Ihre Firma vorstellen? Wir arbeiten bei der Firma Monolith mit Hauptsitz in Bamberg und einer Außenstelle in Nürnberg. Insgesamt sind wir knapp 40 Mitarbeiter, 15 davon in Nürnberg. Wir sind tätig im Bereich Restaurierung in Nürnberg und Umland. Unsere Objekte sind vielfältig: Kirchen, Mauern, Fassaden, Sockel. In Ottensoos haben wir schon am […]]]>
Tor Friedhofmauer

Kirchhofmauer in neuem Glanz

Interview mit den Restauratoren

Können Sie uns bitte Ihre Firma vorstellen?

Jacob Petzold und Dominik Reyther haben die Kirchhofmauer vorbildlich restauriert
Jacob Petzold und Dominik Reyther haben die Kirchhofmauer vorbildlich restauriert

Wir arbeiten bei der Firma Monolith mit Hauptsitz in Bamberg und einer Außenstelle in Nürnberg. Insgesamt sind wir knapp 40 Mitarbeiter, 15 davon in Nürnberg. Wir sind tätig im Bereich Restaurierung in Nürnberg und Umland. Unsere Objekte sind vielfältig: Kirchen, Mauern, Fassaden, Sockel. In Ottensoos haben wir schon am Turm und in der Synagoge gearbeitet.

Gibt es Konkurrenzfirmen?

Ja, Bamberg ist quasi ein Mekka der Steinmetze im Bereich der Restaurierung, z.B. die große Firma Hermann Graser mit 120-140 Mitarbeitern, die auch Roboter einsetzt, außerdem die Firma Bauer-Bornemann und viele mehr. Deshalb haben wir auch weniger Aufträge im Bamberger Raum als viel mehr in Nürnberg und Umland. In Bamberg selbst hat unsere Firma die Neue Residenz restauriert.

Welchen Beruf muss man für diese Tätigkeit erlernen?

Das ist der normale Ausbildungsberuf zum Steinmetz. Ich habe eine Weiterbildung zum Steinmetz in der Denkmalpflege. Darauf kann man aufbauen, kann den Restaurator im Handwerk machen, aber auch Restaurierung studieren und den Master in der Denkmalpflege machen. Außerdem kann man den Meister machen oder sich zum Steintechniker weiterbilden. Die Möglichkeiten sind also sehr vielfältig.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs in Ihrem Beruf aus?

Wie allgemein in den Handwerksberufen schlägt auch bei uns der demographische Wandel durch und der Nachwuchs fehlt uns.

Welche Art von Aufträgen erhalten Sie oder haben Sie in den letzten Jahren erhalten?

Erster Schritt ist die Entfernung allen schadhaften Materials.
Erster Schritt ist die Entfernung allen schadhaften Materials.

Die ausgebrannte Marthakirche haben wir Hand in Hand mit der Firma Graser restauriert. An der Zeppelintribüne haben wir vor drei oder vier Jahren eine Musterachse erstellt, d.h. dass wir dort verschiedene Materialien bei der Restaurierung nebeneinander verarbeitet haben und man kann nach sechs Jahren sehen, wie sich die Materialien verhalten und welche der verschiedenen Möglichkeiten am meisten Erfolg verspricht. Ein großes Projekt war auch die Bismarckschule in Nürnberg und eine Fassade in der Königsstraße. Die Auftragslage ist also durchaus gut, allerdings haben natürlich auch wir die Coronakrise gespürt.

Sind Ihre Aufträge immer so zeitlich intensiv wie hier in Ottensoos?

Ja schon, aber wir haben auch größere Projekte wie z.B. das Kloster Eberbach, dort arbeiten wir nicht durchgängig, aber es zieht sich über vier Jahre, man sieht Projekte also durchaus über mehrere Jahre. In Ottensoos haben wir ja im letzten Juni angefangen, wobei wir witterungsbedingt im Winter nicht arbeiten konnten und jetzt neigt sich der Auftrag dem Ende zu. Am Bogen gegenüber dem Gemeindehaus ist Schluss, dann kommen noch das alte Leichenhaus und zwei Keller. Die sich anschließende Mauer und auch die Mauer zum Dorfplatz hin wurde vor etwa 20 Jahren mal gerichtet, da könnte man durchaus auch schon wieder restaurieren, aber es ist noch nicht so dringend und eben auch immer eine Geldfrage.

Welche Arbeitsschritte müssen nacheinander erledigt werden?

Man geht vom Groben ins Feine. Als erstes holen wir alles was schadhaft ist raus oder was ausgetauscht werden muss. Das nennen wir „Ausarbeiten“, anschließend kommt die Reinigung, teilweise haben wir dann auch sandgestrahlt. Manchmal müssen neue Steine eingefügt werden, dann geht es ans Vorverfugen. Der Einbau neuer Steine ist sehr kostenintensiv, deshalb wird an den schadhaften Stellen meistens mineralisch ergänzt. Bei den Fugen arbeiten wir mit Kalk-Zement-Mörtel. Da der Stein ständig durchfeuchtet wird, müssen wir auch mit einem Anteil an Zement arbeiten, damit das Ganze hält. Insgesamt hatten wir wenig Natursteinaustausch. Wenn man anfängt, ergibt sich die Frage: wo fängt man an und wo hört man auf, das muss man immer jeweils abwägen.

Nach der Reinigung muss alles frisch verfugt werden.
Nach der Reinigung muss alles frisch verfugt werden.

Gab es unvorhergesehene Probleme bei der Arbeit an der Kirchhofmauer in Ottensoos?

Wie es halt immer so ist: es wird ein Angebot gemacht, aber der genaue Blick hinter die Fuge erfolgt natürlich erst bei der Arbeit. Wie mürbe die Flanken sind, kann man beim Angebot auch nur abschätzen. Wenn man z.B. bei einer Fuge sieht, dass da ja gar kein Mörtel mehr da ist, kommt es schon zu einer Massenmehrung und folglich zu höheren Kosten.

Haben Sie beratend auch mit der Finanzierung der Arbeiten zu tun?

Nein, das ist eine Aufgabe der zuständigen Behörden.

Ist es eine angenehme Arbeit an einem so ruhigen historischen Platz?

Ja schon, auch die wechselnden Objekte mit ihrer jeweils eigenen Geschichte sind alles Unikate. Manche Arbeiten sind natürlich auch stupide, aber es ist immer genügend Abwechslung dabei. Auch die Arbeit im Freien hat ihre zwei Seiten. Das ist schön, aber manchmal eben auch heiß oder sehr nass. Ab null Grad sind bei uns Mörtelarbeiten nicht mehr möglich, dann werden wir ausgestellt.

Wie beurteilen Sie die Statik der Kirchhofmauer?

Beim unteren Stein sieht man, dass das Eck mineralisch ergänzt wurde, das muss beim oberen Stein noch erfolgen.
Beim unteren Stein sieht man, dass das Eck mineralisch ergänzt wurde, das muss beim oberen Stein noch erfolgen.

Manchmal wundert man sich schon, wie das alles hält, so konnten wir z.B. auf der Südseite durch alle Fugen durchgucken. Aber früher war mehr Zeit zu bauen und man hat sich auf die vorhandenen Erfahrungen gestützt, die schon seit vielen Jahren erprobt waren. Aber es gab auch Reihen, die stark nach außen gedrückt waren und bei den Strebepfeilern im Gässchen am Roten Haus waren die Fugen teilweise 1,70 Meter tief und da war kein Mörtel mehr. Da kann man durchaus froh sein, dass nichts passiert ist. Wir dokumentieren ja alle Arbeiten und da kann man sagen: es sah schon übel aus. Wenn sie jetzt fertig ist, ist die Mauer wieder in einem guten statischen Zustand.

Wie lange hält so eine Sanierung vor?

Das kann man immer schlecht sagen, das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auch das Umfeld des Friedhofs mit der Entwicklung von Salzen ist für den Stein belastend. Natürlich spielt auch die Witterung eine große Rolle. Aber ich gehe schon davon aus, dass dies jetzt die nächsten 30 Jahre hält. Es gilt immer: je länger man nicht restauriert, umso umfangreicher werden die Arbeiten.

Danke für das interessante Interview.

 

 

 

 


 

Die sanierte Kirchhofmauer ist eine Augenweide. Wem sie auch so viel Freude macht, kann dies durch eine Spende ausdrücken. Die Finanzierung geschieht durch öffentliche Förderung, es bleibt der Kirchengemeinde aber ein guter Teil, bei dem wir auf Spenden angewiesen sind.

Herzlichen Dank auch für schon eingegangene Spenden.

 


 

Neue Tore in der Mauer

Zur restaurierten Kirchhofmauer gehören natürlich auch neue Tore, zumal die alten in solch erbärmlichem Zustand waren, dass sie nicht einmal als Vorlage dienen konnten, sondern Schreinermeister Frank Ultsch musste zunächst eine Schablone für das neue Tor anfertigen. Diese Schablone konnten auch die Steinmetze verwenden, um die Angeln einzupassen. Als Holz wurde Eiche ausgewählt wegen der besseren Haltbarkeit und anschließend grau gestrichen. Die Beschläge waren in der Zwischenzeit beim Schlosser, der diese restaurierte und ebenfalls mit einem frischen Anstrich versah. Das meiste von den Beschlägen konnte wieder verwendet werden, allerdings war die untere Blende komplett verrostet und musste ersetzt werden. Lediglich das Schloss bedarf noch einer Überholung, was wohl geschieht, wenn auch das zweite Tor eingesetzt ist. Die Anweisungen, wie das Ganze gefertigt werden soll, erteilte Herr Hofmockel. Die Arbeit an dem Tor erstreckte sich über zwei Wochen, wobei man natürlich nicht ununterbrochen nur damit beschäftigt war. Manche Arbeiten, wie das Einsetzen des Kreuzes im oberen Bogen sind Feinarbeiten, die ihre Zeit brauchen. Bald geht es an die Arbeit am zweiten Tor, das auch noch ein extra Oberlicht hat. Frank Ultsch hat es als eine schöne und besondere Arbeit empfunden, die sich vom Alltag des Möbelschreiners absetzt und auch als eine Ehre, zumal seine Schreinerei gleich gegenüber des Tores liegt.

 

Friedhofstor Kirchhoftor Friedhofstor

Bildnachweis: Pürkel, Ultsch

]]>
Übergang vom Gottesdienst in den Sonntag https://pfarramt-ottensoos.de/2017/02/uebergang-vom-gottesdienst-in-den-sonntag/ Wed, 01 Feb 2017 16:18:33 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=1036

„Kirchenkaffee? – Du liebe Zeit, da denke ich an dünnen Malventee und abgepackte Plätzchen.“ So äußerte sich ein Herr bei einem kirchenkreisweiten Treffen von Kirchenvorsteher/innen im Haus Eckstein in Nürnberg. Da konnten die Teilnehmer aus Ottensoos nur kontern: Bei uns ist das ganz anders, da gibt es guten Kaffee und nur selbstgemachtes Gebäck. Bei einem […]]]>

„Kirchenkaffee? – Du liebe Zeit, da denke ich an dünnen Malventee und abgepackte Plätzchen.“ So äußerte sich ein Herr bei einem kirchenkreisweiten Treffen von Kirchenvorsteher/innen im Haus Eckstein in Nürnberg. Da konnten die Teilnehmer aus Ottensoos nur kontern: Bei uns ist das ganz anders, da gibt es guten Kaffee und nur selbstgemachtes Gebäck.

Bei einem Blick in die alten Kirchenboten liest man den Hinweis auf den Kirchenkaffee das erste Mal im Februar/ März 97, damals noch mit Verkauf von fairen Produkten (Kaffee, Tee und Schokolade) und seitdem findet einmal im Monat nach dem Gottesdienst diese schöne Veranstaltung statt. Initiiert wurde der Kirchenkaffee von Angelika Ziegler-Lassauer, und mit ihr sind seit diesen Anfängen Lore Kassner und Hella Schlagbaum ohne Unterbrechung im Team. Im Laufe der Jahre fanden sie durch unterschiedliche Helfer Unterstützung: das Ehepaar Balk, Elisabeth Ohr, Traudl Zitzmann, Berta Nepf und Vera Kessel. Seit einigen Jahren wird das Team durch Silvia Pölloth komplettiert.

Dass sich die Teilnehmer immer wohlfühlen beginnt schon damit, dass der Tisch immer einladend und jahreszeitlich passend dekoriert ist. Seit dem Umbau des Gemeindehauses bildet die Bücherei ein ansprechendes Ambiente für das gemütliche Beisammensein.
Neben Tee und Kaffee gibt es immer ein süßes Gebäck, aber auch Brot mit selbst gemachtem Aufstrich – und diese herzhafte Variante kommt immer sehr gut an.

Beim Kirchenkaffee kann der Gottesdienst noch nachklingen, ohne dass unbedingt noch über die Predigt geredet werden muss.
Es ist auf jeden Fall eine andere Form des Gottesdienstes, indem ein weiterer Sinn angesprochen wird, nämlich der Geschmackssinn.

Die Apostelgeschichte erzählt von den ersten Christengemeinden, und da ist immer auch die Rede vom gemeinsamen Mahl. Man geht davon aus, dass es sich dabei nicht nur um das Abendmahl in seiner kultischen Form handelt, sondern dass die Gemeinde nach den Zusammenkünften gemeinsam gegessen hat. Insofern steht der Kirchenkaffee in einer guten Tradition.

Der Kirchenkaffee beschließt auf schöne Art mit guten Leckereien und Gesprächen den Kirchensonntagvormittag. 

Die Kaffeerunde war sehr gemütlich und die Gespräche sehr interessant. Nette Leute von heute!

Mir gefallen die anregenden Gespräche unter Gleichgesinnten in lockerer Atmosphäre; häufig als Nachlese zum Gottesdienst. Das alles bei einem guten Kaffee ist eine tolle Sache. Es wäre schön, wenn noch mehr den Weg in die Bücherei finden würden. 

Ich möchte mich an dieser Stelle einmal ganz herzlich beim Vorbereitungsteam bedanken. Fast jeden Monat genieße ich diesen Service und freue mich jedes Mal darauf. Ich weiß die liebevolle Gestaltung und das leckere Angebot sehr zu schätzen.! 

Es ist schon von jeher schön gewesen bei einem Kaffeekränzchen interessante Gespräche mit Menschen zu führen, die man sonst nicht jeden Tag trifft. So auch beim Kirchenkaffee, wo man sich in ungezwungener Atmosphäre über geistliches und weltliches austauschen kann und so auch die Gemeinschaft pflegt. 


Beliebte Aufstriche beim Kirchenkaffee

Champignoncreme

250 g frische Champignons und 1 kleine Zwiebel fein schneiden
Zwiebel und Chmapignons in 125 g Butter weichdünsten
etwas abkühlen lassen
1 Frischkäse (pur) , etwas Sojasoße, Salz und Pfeffer dazugeben und alles mit dem Pürierstab fein pürieren
(kann gut 1 oder 2 Tage vorher zubereitet werden)

Tomaten – Oliven – Butter

250 g Butter schaumig rühren und mit
1 gr. Dose Tomatenmark
1-2 Knoblauchzehen
1 TL Zitronensaft mischen
100 g schwarze entsteinte kleingehackte Oliven dazugeben
Mit Knoblauchsalz, Knoblauchpfeffer und 1 TL getr. Thymian abschmecken; sehr lecker ist auch etw. abgeriebene Zitronenschale

Avocadoaufstrich

1 reife Avocado
Saft von ½ Zitrone
½ kleine Zwiebel fein geschnitten
1 Knoblauchzehe gepresst
Salz, Pfeffer
200 g Doppelrahmfrischkäse
alles mischen und pürieren


Exotische  Gaumenfreuden

Der Weltgebetstag gehört am ersten Freitag im März in den Jahresablauf des Kirchenjahres und das schon seit Jahrzehnten. Jedes Jahr wird die Liturgie von einem andern Land vorbereitet und dieses Land steht dann im Mittelpunkt des Abends, durch Informationen über Land und Leute in Wort und Bild, durch die biblische Verkündigung, aber eben auch durch das anschließende Beisammensein mit landestypischen Gerichten.

Im Vorbereitungsheft finden sich immer auch Rezepte mit Gerichten aus dem gastgebenden Land, die dann vom Vorbereitungsteam gekocht und angeboten werden. Bisweilen ist es eine Herausforderung, benötigte Zutaten und Gewürze zu finden und auch das Warmhalten der Speisen ist nicht immer einfach, soll doch die Bewirtung gleich nach dem Gottesdienst beginnen. Manch ein Rezept hat auf diesem Wege aber schon Eingang in den sonst üblichen Speiseplan bekommen. Und die Besucher konnten im Laufe der Jahre schon die unterschiedlichsten Länder kulinarisch erkunden, seien es Malaysia, die Bahamas, Chile, Frankreich, Kuba, Ägypten und noch viele, viele mehr.


Essen und Trinken spielen bei vielen Anlässen im Kirchenjahr eine Rolle:

Adventsnachmittag Karpfenessen Posaunenchor Eintopfessen Mitarbeiterfest im Pfarrgarten Kinderbibelwoche Gemeindefest ]]>