Kirchenvorstand – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sat, 30 Nov 2024 19:46:24 +0000 de hourly 1 Ergebnisse der Kirchenvorstandswahl https://pfarramt-ottensoos.de/2024/12/kirchenvorstandswahl-2/ Sat, 30 Nov 2024 23:11:53 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13225 Logo Kirchenvorstand color

Persönliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten Beim Gemeindeabend vor der Kirchenvorstandswahl hatten sich die Kandidat/innen mit einem Symbol der Gemeinde vorgestellt. Allen war abzuspüren, dass sie sich auf die neue Aufgabe freuen und sich mit Elan einsetzen werden. Erfreulich auch, dass viele äußerten, dass sie ganz offen auf die anstehenden Herausforderungen zugehen und flexibel sind, was im Einzelnen getan werden muss. Mancher in der Gemeinde […]]]>
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Persönliche Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten

Beim Gemeindeabend vor der Kirchenvorstandswahl hatten sich die Kandidat/innen mit einem Symbol der Gemeinde vorgestellt. Allen war abzuspüren, dass sie sich auf die neue Aufgabe freuen und sich mit Elan einsetzen werden.

Erfreulich auch, dass viele äußerten, dass sie ganz offen auf die anstehenden Herausforderungen zugehen und flexibel sind, was im Einzelnen getan werden muss.

Mancher in der Gemeinde mag sich gedacht haben, dass sechs Stimmen bei der Auswahl knapp sein werden.
Wegen eines Chorwochenendes konnte Ute Rachinger nicht persönlich da sein, hatte aber als Symbol ein Netz vorbereitet mit dem passenden Text dazu.

Ergebnisse der Kirchenvorstandswahl 2024

Die Kirchenvorstandswahl 2024 hatte eine sehr gute Beteiligung. Es haben von den 1065 Wahlberechtigten 52,8% einen Stimmzettel abgegeben. Der landeskirchliche Durchschnitt genauso wie der Durchschnitt in unserem Dekanat beträgt 33,3%.

Leider waren bei unserer Wahl von den 562 Stimmzetteln 35 nichtige dabei, die keinem Namen zugeordnet werden konnten. Die Wahl ist natürlich geheim, es wird aber überprüft, ob die wählende Person auch wahlberechtigt ist.  Wo dies nicht geschehen kann, muss der Stimmzettel als nichtig gewertet werden.

Der Anteil der Briefwähler war mit 490 wieder sehr hoch. Es war sehr erfreulich, dass über 36% der Erstwähler unter 16 Jahren und fast 30% der 16 bis unter 20jährigen dabei waren.

Gewählt wurden

  • Andrea Falkner
  • Hannah Häberlein
  • Nadine Luber
  • Ute Pürkel
  • Ingrid Straußner
  • Karin Sußner

Dieser wahlberechtigte Kirchenvorstand hat in der Berufungssitzung noch

  • Birgit Lehmeier
  • und Gerhard Schlagbaum

aufgenommen und beschlossen, dass die vier Ersatzleute

  • Birgit Adelmann
  • Ute Rachinger
  • Judith Ostheimer
  • und Hannelore Schmauß

Teil des erweiterten Kirchenvorstands sind, die im Gremium mit beraten.

Am 1. Advent wird der neue Kirchenvorstand im Gottesdienst um 9.30 Uhr in sein Amt eingeführt. Im Anschluss kann man beim Kirchenkaffee im Gemeindehaus noch ins Gespräch mit den Mitgliedern des Gremiums kommen. Auch dazu ergeht herzliche Einladung.

Weitere Informationen zum neuen Kirchenvorstand finden sich hier.

 

Der Kirchenvorstand in der Amtszeit 2018-2024 war ein echtes Kompetenzteam. Unterschiedliche Gaben und Interessen kamen zusammen, um alles für die Kirchengemeinde zu geben. Monika Haas schaute mit ihren 30 Jahren Erfahrung und ihrem Amt als stellvertretende Vertrauensfrau auf Kontinuität in der KV-Arbeit und half, wo es nötig war. Christine Zagel hatte in 24 Jahren nicht nur ein Herz für die Jugend, sondern auch für die Flüchtlings- und Integrationsarbeit. Helmut Venzel verhalf der Homepage zu einem wundervollen Auftritt und aktualisiert diese auch nach 12 Jahren weiter. Christel Ohr war schon länger als ihre 24 Jahre im KV der entscheidende Motor der Büchereiarbeit. Jochen Böhner schaut auch nach den 12 Jahren Amtszeit weiter auf den Kirchenwald. Elfriede Adelmann sorgte in den 6 Jahren für einen besonders einladenden Charakter unterschiedlicher Veranstaltungen und hatte im Blick, was die Gäste brauchen. Pfarrer Kessel bedankte sich im Gottesdienst herzlich und zeichnete das Engagement im Kirchenvorstand auch mit einer Urkunde aus. Auch den vier Personen, die noch weiter im KV sein werden, gilt der Dank für das Einbringen der Gaben: Hannah Häberlein hat in den 6 Jahren ein neues Gottesdienst-Format miterfunden und füllt dieses mit music & message. Birgit Lehmeier sorgt seit 18 Jahren wo gewünscht für das leibliche Wohl mit Leckerbissen. Gerhard Schlagbaum hat sich in 6 Jahren u.a. in die Umweltarbeit des Grünen Gockel hineingefuchst. Und Karin Sußner hält schon seit 30 Jahren die Verbindung zu den Weigenhofenern und den dortigen Veranstaltungen. Alles wurde im KV gebündelt, so dass er immer einen guten Überblick hatte und als Gremium diskutieren und Entscheidungen treffen konnte, um Gemeinde aufzubauen.

A. Kessel

 

Elfriede Deinzer

Nachdem Elfriede Deinzer 44 Jahre Kirchenvorstandsarbeit geleistet hat, davon 42 in Ottensoos, steht hier an besonderer Stelle ein besonderer Dank. Nachdem sie in den Ruhestand getreten war, dachte ich, dass sie selbstverständlich weiter im Kirchenvorstand antreten werde. Ich kannte es wie auch viele in Ottensoos nicht anders. Da sie jetzt Jahrzehnte der KV-Arbeit überblicken kann, steht sie dazu, dass ein Wechsel angesagt ist. Und das macht eine ihrer Qualitäten aus: sie kann sich zurücknehmen und muss nicht vorne dran stehen. Aber sie hat die Stelle sehr gut ausgefüllt. Als Vertrauensfrau wurde sie oft auf vielerlei angesprochen und musste auch so manche Entscheidung des Kirchenvorstands verteidigen. Sie nahm alle ernst, die mit einem Anliegen kamen und gab zuverlässig weiter, was besprochen werden musste. Als Gesicht des Kirchenvorstands hatte sie oft das Wort ergriffen und bei offiziellen Anlässen diese vertreten. Sie war auch meine Ansprechpartnerin und konnte mir immer guten Rat geben, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Als Mitglied und im Vorstand der Dekanatssynode diskutierte sie Landesstellenplan und andere schwierige Themen auch im Dekanatsausschuss, im Lenkungsausschuss brachte sie ihre Kompetenz ein, alle im Dekanat zu sehen. Nicht alles wird sich ändern: Sie wird Dekanatsbeauftragte für die Partnerschaft mit Wantoat in Papua Neuguinea bleiben. Und wir hoffen, dass sie auch hier weiter für den Frauenkreis, den Fairen Handel, die Kleidersammlung und Weihnachtspäckchenaktion für die Rumänienhilfe und noch so manches andere da ist.

A. Kessel

 

Anekdoten der Kirchenvorstandsarbeit

Das stille Örtchen

Es ist schon viele Jahre her, da bat mich der Pfarrer, die in die Jahre gekommene Pfarramtstoilette renovieren zu lassen. Die Handwerker kamen und schließlich war das „Örtchen“ fertig.

Zu dieser Zeit hatte sich unser damaliger Landesbischof Friedrich zu einem Besuch in Ottensoos, ich weiß gar nicht mehr warum, angemeldet. (Anmerkung der Redaktion: Das war im Februar 2003 anlässlich der 1100-Jahrfeier der Gemeinde Ottensoos)

Der Tag kam, vor dem Pfarrhaus standen Posaunen- und Kinderchor bereit und dann kam er auch, stieg aus dem Auto und ging auf den Pfarrer zu, der Kinderchor setzt ein und da – eine Handbewegung des Pfarrers: Die Kinder verstummen wieder. Der Pfarrer flüstert mir zu: „Herr Friedrich muss mal auf die Toilette, gehen Sie schnell mit ihm!“ Den Landesbischof führte ich dort hin und er weihte dann durch persönliches „Wasserlassen“ die neue Pfarramtstoilette ein – welche Ehre! Herr Friedrich kam ins Freie und alles ging wie vorgesehen weiter.

Zwaa Fläschler Bier

Es ist schon lange her – die Kirchenvorstandssitzung ist zu Ende – es ist wieder spät geworden, alle packen ihre Sachen und verabschieden sich, da sagt der Pfarrer zu mir: „Wir hätten noch was zu besprechen.“ Ich solle noch auf ein Bier mit ins Wirtshaus gehen. In Ordnung, doch der „Stutz“ hat schon geschlossen, was nun?

„Ah“, sagt der Pfarrer, „ich weiß was!“

…jetzt weiß ich noch zu berichten, dass zu dieser Zeit die Kirchhofmauer saniert wurde und hier tagsüber Steinmetze beschäftigt waren. Der Pfarrer ging wieder in Richtung alter Friedhof und sagte zu mir: „Komm mit!“ Es war ziemlich finster auf dem Friedhof, wir gingen bis zum Wasserbecken, wo man die Kannen füllt.

Der Pfarrer krempelte seinen rechten Ärmel hoch und griff tief ins Wasserbecken. Und da hatte er eine Bierflasche in der Hand, die gab er mir und dann kam noch eine, beide wurden geöffnet. Wir setzten uns auf die Bank und besprachen bei einem kühlen Bier noch Wichtiges. Wir waren fertig, die Flaschen waren leer. Jetzt nahm er die Flaschen, befüllte sie mit Wasser und der Kronkorken kam wieder drauf und zurück mit den Flaschen ins Wasserbecken.

Christus hatte Wasser zu Wein verwandelt und unser Pfarrer Bier zu Wasser – auch nicht schlecht, es geschehen doch noch Wunder!

Dä Riesen-Schlooch

Es war wieder einmal ein stürmischer Tag, es regnete heftig und der Abend zuhause war gemütlich und geborgen, da läutete das Telefon – der Pfarrer war dran. Er hatte festgestellt, dass es in die Glockenstube reinregnet und da wären elektrische Anlagen und da müsse man etwas unternehmen. Jetzt muss ich erst noch berichten, dass damals die Eindeckung des Turms in schlechtem Zustand war und es an vielen Stellen hereinregnete. Grund dafür waren die Sturmklammern, die jeden Ziegel auf der Lattung festhielten, die waren aus Eisen und waren durchgerostet.

Ich traf mich dann mit dem Pfarrer in der Kirche und wir stiegen im Turm bis zur Glockenstube, in die es an einigen Stellen von oben hereintropfte. Ich stieg dann über die Glockenstube auf die Balkenlage, ohne Boden, die konstruiert ist wie ein riesiges Wagenrad. Dort waren bereits Folien ausgelegt, teilweise schon in Fetzen. Ich habe gerade versucht, die Folienstücke zurechtzurücken, da gab es einen Riesen-SCHLAG und ich hatte die Hosen voll –  ich hatte vergessen, es war „Viertel“ und ich stand zwei Meter über der Glocke auf dem Balken. Ich wollte dann nur noch heim!

Der Kirchturm erhielt dann eine neue „Mütze“ und es war wieder trocken.

Bildnachweis: Huth

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Kirchenvorstandswahl https://pfarramt-ottensoos.de/2024/10/kirchenvorstandswahl/ Tue, 01 Oct 2024 18:10:18 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13139 Logo Kirchenvorstand color

Wer darf wählen? Wahlrecht haben alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, die am 20. Oktober 2024 seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde angehören und in die Wählerliste eingetragen sind. Konfirmierte Jugendliche haben das Wahlrecht bereits ab 14 Jahren. Wie läuft die Wahl ab? Bis Ende September 2024 erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigung mit allen Informationen und Unterlagen für die Briefwahl oder die Wahl im Wahllokal vor Ort. Wichtig: Sollten […]]]>
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Wer darf wählen?

Wahlrecht haben alle Kirchenmitglieder ab 16 Jahren, die am 20. Oktober 2024 seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde angehören und in die Wählerliste eingetragen sind.

Konfirmierte Jugendliche haben das Wahlrecht bereits ab 14 Jahren.

Wie läuft die Wahl ab?

Bis Ende September 2024 erhalten Sie eine Wahlbenachrichtigung mit allen Informationen und Unterlagen für die Briefwahl oder die Wahl im Wahllokal vor Ort.

Wichtig: Sollten Sie keine Wahlbenachrichtigung erhalten, könnte das daran liegen, dass Sie erst kurz vor der Wahl nach Ottensoos gezogen sind. Bitte dann im Pfarramt nachfragen, ob Sie bereits in der Wählerliste stehen. Ggf. bitten Sie darum, aufgenommen zu werden. Für die Wahlberechtigung muss der Wohnsitz seit drei Monaten – also seit dem 20. Juli 2024 – in der Gemeinde sein.

Wen wählen?

Die Wahlen für den Kirchenvorstand sind Personenwahlen. Sie geben Ihre Stimmen einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten, die auf dem Stimmzettel verzeichnet sind. Den Stimmzettel erhalten Sie mit den Wahlunterlagen zugeschickt. Es gibt aber auch Stimmzettel im Wahllokal.

Das Wahllokal befindet sich im Gemeindehaus neben der Kirche im Erdgeschoss und wird von 10:30 – 18:00 Uhr geöffnet sein.

Entscheiden Sie sich für die Briefwahl, so werfen Sie Ihren Umschlag bis 19.10.2024 im Pfarramt ein.

Wie viele Stimmen Sie haben, hängt davon ab, wie viele Personen zu wählen sind. Das ist auf dem Stimmzettel vermerkt. Da Ottensoos zur Kategorie von Gemeinden bis zu 2000 Stimmberechtigte zählt, haben Sie 6 Stimmen zu vergeben.

Informationen über die Kandidatinnen und Kandidaten konnten Sie im letzten Kirchenboten nachlesen und natürlich auch auf der Homepage.

Wir freuen uns über Ihre Beteiligung!

Kirchenvorstandswahl 2024
Kirchenvorstandswahl 2024

Kirchenvorstand – steht das in der Bibel oder wie war das früher?

Anfänge des „Presbyteriums“ in der Urgemeinde

Schon in der Frühzeit des Christentums wurde die Gemeinde durch ein gewähltes Gremium geleitet (Apostelgeschichte 6,5; 15,6; 21,18). Diese Gruppe von Männern, die man die „Ältesten“, griechisch „Presbyter“, nannte, gab der Gemeindeleitung ihren griechischen Namen „Presbyterium“. So heißt der Kirchenvorstand in manchen Landeskirchen noch heute. Die Ältesten hatten das Recht, Prediger zu berufen (1. Timotheusbrief 4,14) und genossen höchste Autorität (1. Petrusbrief 5, 1-5). Allerdings verlor sich die Form der Gemeindeleitung durch ein „Presbyterium“ im Laufe der Kirchengeschichte. Unter dem Einfluss des Apostels Paulus wurden die Ältesten schon im 1. Jahrhundert nicht mehr gewählt, sondern berufen. Und bald gab es für eine Gemeinde nur noch einen „Hirten“ – aus dem Presbyterium wurde der Priester.

Das „Priestertum aller Gläubigen“ – Wiederentdeckt in der Reformationszeit

Erst in der Reformationszeit im 16. Jahrhundert wurde das „Priestertum aller Gläubigen“ wieder entdeckt. Martin Luther widersprach der „Pfaffenkirche“, so etwa in seiner Schrift „Dass eine christliche Versammlung oder Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu urteilen und Lehrer zu berufen, ein- und abzusetzen, Grund und Ursache in der Hl. Schrift“ von 1523. Doch blieb dies zunächst ohne Folgen für die Verfassung der lutherischen Kirchengemeinden.

Zwar gab es in bestimmten reformatorischen Gemeinden bald Kirchenvorstände, etwa in der Kurpfalz, wo seit 1571 „Älteste“ den Gemeinden vorstanden. Meistens setzte sich aber eine obrigkeitliche Kirchenverfassung durch: Der politische Machthaber war Oberhaupt der Kirche. Mit Hilfe des „Konsistoriums“, eines Rates, der ihm unterstand, redete er bei allen Angelegenheiten der Gemeinden mit, bestimmte die Pfarrer und regelte ihre finanzielle Ausstattung.

Der „Kirchenvorstand“: Gemeindeleitung seit dem späten 19. Jahrhundert

Erst mit den politischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen auch im Luthertum vermehrt „Presbyterien“ und „Synoden“ auf. 1815 wurde die Rheinpfalz mit ihren – von Kirchenvorständen geleiteten – Gemeinden zu Bayern hinzugerechnet. Nach ihrem Vorbild wurden in allen evangelischen Gemeinden Bayerns Kirchenvorstände eingeführt. Dabei wurden die Kirchenvorsteher von der Obrigkeit ausgewählt – oder die Familienoberhäupter einer Gemeinde wählten. Ende des 19. Jahrhunderts hatten fast alle evangelischen Gemeinden in Bayern einen Kirchenvorstand. Seine Aufgabe war vor allem die Vermögensverwaltung für die Gemeinden.

Nach der Trennung von Kirche und Staat nach dem Ersten Weltkrieg 1918 und in den Auseinandersetzungen mit den „Deutschen Christen“ im Dritten Reich begannen viele Kirchenvorstände, das Gemeindeleben in allen Belangen selbstbewusst zu gestalten – ähnlich den Ältesten der Urgemeinde. Das ist bis heute so geblieben.

Entwicklung des Kirchenvorstands in Ottensoos

Bis zum Jahr 1970 war der Kirchenvorstand in Ottensoos immer rein männlich besetzt. Erst im Jahr 1976 ließen sich zwei Frauen aufstellen, die damals 45jährige Hebamme Luise Schmidt, die es auch in den Kirchenvorstand schaffte, nicht nur in den erweiterten KV. Ob sie direkt gewählt oder zu den beiden Berufenen gehörte, ist aus dem damaligen Kirchenboten nicht ersichtlich. Dass eine Frau sich aufstellen ließ, führte zur damaligen Zeit durchaus zu Diskussionen innerhalb des Dorfes. Als zweite Frau hatte sich die 18jährige Gertraud Kunz aufstellen lassen, da aber 18 Kandidaten zu Wahl standen und 8 in den KV kamen, weitere 8 in den erweiterten KV, ging sie leer aus. Für die Jugend, über deren Engagement man sich heute freuen würde, war die Zeit wohl noch nicht reif.

Dass sich das Engagement der Frauen, das wohl auch in den Jahrzehnten vorher unbestritten war, sich auch in der Übernahme von Leitungsfunktionen zunehmend spiegelt, zeigt folgende Übersicht:

Wahljahr Anzahl der Kandidierenden Kandidierende Frauen Frauen in den Kirchenvorstand gewählt/berufen Frauen im erweiterten Kirchenvorstand
1976 18 2 1
1982 17 3 1 2
1988 16 4 3 1
1994 16 7 3 4
2000 16 9 3 6
2006 16 10 5 5
2012 15 9 6 3
2018 11 8 6 2

Dass sich für den aktuellen Kirchenvorstand nur ein Mann zur Wahl stellt, ist durchaus bedauerlich und es bleibt zu hoffen, dass die Männer diese Aufgabe in Zukunft nicht nur den Frauen überlassen.

Für welche Bereiche ist der Kirchenvorstand zuständig?

Die Aufgaben des Kirchenvorstandes sind vielfältig und geben weitreichende Möglichkeiten, das Gemeindeleben mit zu gestalten.

  • Gottesdienst: Der Kirchenvorstand verantwortet den Rahmen der Gestaltung und liturgischen Handlungen eines Gottesdienstes. Ebenso beschließt er über die Einführung neuer Gottesdienstformen und die Gottesdienstzeiten. Haben Sie Anregungen für den Gottesdienst? Die Mitglieder des Kirchenvorstandes sind Ihre Ansprechpartner.
  • Konfirmandenarbeit / Religionsunterricht / Kindergottesdienst: Der Kirchenvorstand ist verantwortlich etwa für die Planung und Inhalte des Konfirmandenunterrichtes. Formen des Kindergottesdienstes werden beschlossen.
  • Kirchliche Gebäude: Der Kirchenvorstand entscheidet über die Überlassung der Gottesdienst- und Gemeinderäume für besondere Veranstaltungen.
  • Christliche Lehre und christliches Leben: Im Kirchenvorstand werden Fragen des christlichen Glaubens und des Lebens besprochen, z. B. wie kann das Evangelium heute glaubwürdig verkündet werden? Besetzung der Pfarrstellen: Wenn eine Pfarrstelle neu besetzt werden muss, wirkt der Kirchenvorstand bei der Besetzung mit. Alternierend wählt er aus drei vorgeschlagenen Kandidatinnen/Kandidaten aus oder stimmt einem Vorschlag des Landeskirchenrates zu bzw. lehnt ihn ab.
  • Förderung des Gemeindeaufbaus und des Gemeindelebens: Der Kirchenvorstand unterstützt und fördert vor allem die Bereiche: Diakonie, Mission, Männer- und Frauenarbeit, Jugendarbeit, Eltern- und Familiendienste, Kirchenmusik, Ökumene etc.
  • Konfliktmanagement: Bei Konflikten und Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde übernimmt der Kirchenvorstand die Funktion eines Vermittlers.
  • Spenden: Für besondere kirchliche Aufgaben engagieren sich die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, um Spenden und freiwillige Dienstleistungen zu gewinnen.

Auf vermögensrechtlichem Gebiet hat der Kirchenvorstand folgende Aufgaben:

  • Er verwaltet das Ortskirchenvermögen.
  • Er beschließt über Haushaltsplan und Rechnung, die Erhebung des Kirchgeldes und stellt Mitarbeitende in der Kirchengemeinde ein.

Aber nicht nur innerhalb der Gemeinde kann der Kirchenvorstand Einfluss nehmen – auch auf landeskirchlicher Ebene wirkt er mit:

  • Die Kirchenvorstände schicken aus ihrem Team Frauen und Männer in die Dekanatssynoden, die regionalen Kirchenparlamente.
  • Alle sechs Jahre wählen sie die Mitglieder der Landessynode. Diese besteht aus Ehrenamtlichen der verschiedensten Berufe und Regionen, aus Pfarrern, Hochschullehrern, Hausfrauen und Hausmännern. Die Entscheidungen der Synode spiegeln die Vielfalt des evangelischen Glaubenslebens wieder.

Quelle: www.kirchenvorstand-bayern.de

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2024/08/kirchenvorstand/ https://pfarramt-ottensoos.de/2024/08/kirchenvorstand/#respond Wed, 31 Jul 2024 22:37:50 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13113 Kirchenvorstandswahl 2024

Am 20. Oktober 2024 ist Kirchenvorstandswahl – das ist einerseits ein Kraftakt, andererseits der Auftakt zu einer neuen Phase. Kraftakt ist es, weil wir 12 Menschen finden wollten, die sich als Kandidierende zur Verfügung stellen mit dem Ausblick, sich in die Gremienarbeit der Kirchengemeinde für einen Zeitraum von 6 Jahren zu begeben. Auftakt zu einer neuen Phase ist es, weil sich mit neuen Persönlichkeiten […]]]>
Kirchenvorstandswahl 2024

Am 20. Oktober 2024 ist Kirchenvorstandswahl – das ist einerseits ein Kraftakt, andererseits der Auftakt zu einer neuen Phase.

Kraftakt ist es, weil wir 12 Menschen finden wollten, die sich als Kandidierende zur Verfügung stellen mit dem Ausblick, sich in die Gremienarbeit der Kirchengemeinde für einen Zeitraum von 6 Jahren zu begeben.

Auftakt zu einer neuen Phase ist es, weil sich mit neuen Persönlichkeiten die Arbeit im Gremium ändern wird.

Ich bin sehr froh, dass wir diese 12 Menschen gefunden haben, die sich vorstellen konnten, zu kandidieren und Teil der Kirchengemeindeleitung zu sein. Der Kirchenvorstand ist nicht nur da, um im Gottesdienst aus der Bibel zu lesen und das Gemeindefest auszurichten. Der Kirchenvorstand ist vor allem da, um im Hintergrund dafür zu sorgen, dass Menschen zusammen kommen können, um unseren Glauben gemeinsam zu leben. Der Zugang zur Botschaft der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung ist ein wichtiges Kriterium. Wie können möglichst viele Menschen von Gottes Liebe hören und diese in ihrem Leben erfahren? Der Kirchenvorstand stößt Prozesse an, überlegt Konzepte, probiert aus, was gewünscht wird, was funktioniert. Wo Glaube ins Leben kommt.

12 Kandidierende stellen sich im Kirchenboten vor. Am 11. Oktober wird es eine Gemeindeversammlung geben, zu der alle eingeladen sind: wir werden auf die vergangenen sechs Jahre zurückblicken und wir werden mit den Kandidierenden ins Gespräch kommen, was ihnen für die kommenden sechs Jahre wichtig ist. Ich freue mich, wenn sich viele Menschen aktiv für unsere Gemeinschaft in der Kirchengemeinde interessieren und dann auch am 20. Oktober wählen.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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