Passion – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 28 Jun 2026 14:04:14 +0000 de hourly 1 Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2022/02/auf-ein-wort-passion-2/ Mon, 31 Jan 2022 23:27:44 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=10905 Albrecht Kessel

Am Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Mir kommt es aber so vor, als ob wir schon seit bald zwei Jahren in der Leidenszeit sind. In der Passions-Zeit denken wir an den Leidensweg, den Jesus gehen musste. In der „Corona-Zeit“ seit Mitte März 2020 sehen wir das Leid, das viele Menschen durchmachen müssen. Wobei sehen nicht ganz stimmt. Sehr viel ist verborgen, nicht im Blick der Öffentlichkeit. Und das Leid […]]]>
Albrecht Kessel

Am Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Mir kommt es aber so vor, als ob wir schon seit bald zwei Jahren in der Leidenszeit sind.

In der Passions-Zeit denken wir an den Leidensweg, den Jesus gehen musste. In der „Corona-Zeit“ seit Mitte März 2020 sehen wir das Leid, das viele Menschen durchmachen müssen. Wobei sehen nicht ganz stimmt. Sehr viel ist verborgen, nicht im Blick der Öffentlichkeit. Und das Leid durch die von Corona bestimmte Zeit hat eine sehr große Bandbreite. Das geht von Menschen, die unter einem schweren Krankheitsverlauf leiden oder gar daran gestorben sind und die Angehörigen unter dem Verlust leiden, bis hin zu wirtschaftlichen Nöten und Abrutschen in prekäre Situationen wie Obdachlosigkeit durch unser eingeschränktes öffentliches Leben. Dazwischen liegt eine große Bandbreite. Manche belächeln das Problem des anderen, weil die einen die Pandemie für eine normale Krankheit ansehen und unter den Einschränkungen leiden, und die anderen die Viren für hochgefährlich halten und Ängste davor haben.

Leider schwindet das gegenseitige Verständnis: die einen für die harten Maßnahmen, die tief in die persönliche Freiheit eingreifen, die anderen für den ausweichenden Umgang mit den Einschränkungen, die als Bedrohung wahrgenommen wird.

Es ist eine mehrjährige Passionszeit, in der wir stecken, in der wir an der Pandemie und auch an unserem Miteinander leiden. Wir kommen da nicht raus. Was wir tun können, ist ernst zu nehmen, dass wir in unserer menschlichen Situation von Gott wahrgenommen werden. Wir können ihm sagen, was uns hart bedrückt, wir können unser Leid klagen. Und Gott hat in Jesus gesehen, was es bedeutet als Mensch zu existieren. Er versteht uns. Davon gehe ich fest aus.

Was wir noch tun können: diese Zeit nicht zusätzlich mit gegenseitigem Misstrauen anzufüllen, sondern auch die Lage derjenigen zu sehen, die ganz anderer Meinung sind. Denn wir sind gemeinsam auf diesem Leidensweg, ob wir wollen oder nicht.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2020/04/auf-ein-wort-passion/ Wed, 08 Apr 2020 20:53:01 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=7722 Albrecht Kessel

Vom Dunkel zum Licht – so feiern wir die Zeit vom Gründonnerstagabend bis zum Ostermorgen. Am Gründonnerstag verdecken wir allen Schmuck in unserer Veitskirche. Lange, schwarze Tücher verdecken die Altäre. Es wird sinnlich verdeutlicht, dass Jesus am Kreuz leiden muss, dass er sogar schreit: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der ungewohnte Blick ins Schwarze macht die Gottferne greifbar. Karfreitag, Karsamstag – zwei lange […]]]>
Albrecht Kessel

Vom Dunkel zum Licht – so feiern wir die Zeit vom Gründonnerstagabend bis zum Ostermorgen. Am Gründonnerstag verdecken wir allen Schmuck in unserer Veitskirche. Lange, schwarze Tücher verdecken die Altäre. Es wird sinnlich verdeutlicht, dass Jesus am Kreuz leiden muss, dass er sogar schreit: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der ungewohnte Blick ins Schwarze macht die Gottferne greifbar. Karfreitag, Karsamstag – zwei lange Tage in Trauer. Und dann auf dem Mainberg in Weigenhofen – die Nacht ist noch nicht gewichen – da brennt lichterloh das große Osterfeuer und frisst ein Loch in die Dunkelheit, in die Trauer, in die Gottferne. Jesus überwindet den Tod, mit der Auferstehung. Der Posaunenchor macht es hörbar, lautstark in alle Richtungen: „Christ ist erstanden!“ Und wir haben die Absage der Gottferne und die Zusage der Nähe und Begleitung: Jesus ist der Immanuel, der Gott mit uns. Zuverlässig, kontinuierlich.

Auch wenn wir das gerade anders spüren: die Zeit mit Corona wird lang. Es gibt noch keine Entwarnung. Und unsere Gedanken bleiben ja da nicht stehen: Wird es jemals ein Nach-dem-Corona geben? Und wie wird unser Alltag mit Corona sein, wenn wir ihn wieder aufnehmen dürfen? Ich glaube, dass sich sehr viele Menschen da ihre Gedanken machen, oft für sich selber, sorgenvoll.

Jesus hat uns deutlich gemacht, dass wir uns von unseren Sorgen nicht erdrücken lassen sollen. „Sehet die Vögel unter dem Himmel.“ Auch wenn wir keine Sorgen leichtfertig auf die Seite wischen, wir müssen an uns arbeiten: den Sorgen dürfen wir nicht den ganzen Platz in uns geben. Unsere Seele braucht große Bereiche, wo sie loslassen kann: ich nehme mich in Acht vor dem Virus, aber ich suche meine Lebensfreude: für die einen ist es das Singen, andere die Bewegung, manche durchforsten ihre Adressbücher und beleben alte Kontakte, aber auch Aufräumen bringt viel an Freude über abgeworfenen Seelenballast.

Und auch wenn wir nicht zum Gottesdienst zusammenkommen dürfen: wir dürfen in unseren Häusern von Gottes Liebe reden und singen, loben und danken.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Videobotschaft zum Palmsonntag 5. April 2020 https://pfarramt-ottensoos.de/2020/04/videobotschaft-2/ Sun, 05 Apr 2020 16:09:28 +0000 https://fb.venzel.de/wp_pfarramt/?p=7967

Bildnachweis: Kessel]]>

Palmsonntag 5. April 2020

Es tut gut, mal wieder in unserer Kirche zu verweilen. Altarkerzen und Osterkerze sind angezündet. Ein paar Gedanken zum Beginn der Karwoche von eurem Pfarrer Albrecht Kessel.

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Videobotschaft Glockenläuten 22. März 2020 https://pfarramt-ottensoos.de/2020/03/videobotschaft/ Sun, 22 Mar 2020 22:26:17 +0000 https://fb.venzel.de/wp_pfarramt/?p=7898

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Glockenläuten am Sonntag Lätare 22. März 2020 in St. Veit

Heimat Kirche – die Kerzen sind angezündet, die drei Glocken läuten zur Erinnerung, dass wir am Sonntag normalerweise zum Gottesdienst zusammenkommen. Innehalten, ein Bibelwort lesen, beten – das geht immerhin auch zu Hause vor dem Monitor – mit gewohntem Blick auf unseren Altar.

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