Posaunenchor – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sat, 01 Jun 2024 17:56:07 +0000 de hourly 1 Posaunentag in Hamburg https://pfarramt-ottensoos.de/2024/06/posaunentag-in-hamburg/ Sat, 01 Jun 2024 17:56:07 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=13096 Posaunentag Hamburg

Vom 3. – 5. Mai war es nach 8 Jahren wieder soweit und ein Deutscher Evangelischer Posaunentag (DEPT) hat stattgefunden. Unter dem Thema mittenmang (= mittendrin) lud die Hansestadt Hamburg zahlreiche Bläserinnen und Bläser zu diesem großartigen und unvergesslichen Erlebnis ein. Wir aus Ottensoos waren dabei – mit 1596 Posaunenchören mit ca. 15.000 Bläserinnen und Bläsern und Gästen aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Südafrika. […]]]>
Posaunentag Hamburg

Vom 3. – 5. Mai war es nach 8 Jahren wieder soweit und ein Deutscher Evangelischer Posaunentag (DEPT) hat stattgefunden. Unter dem Thema mittenmang (= mittendrin) lud die Hansestadt Hamburg zahlreiche Bläserinnen und Bläser zu diesem großartigen und unvergesslichen Erlebnis ein.

Wir aus Ottensoos waren dabei – mit 1596 Posaunenchören mit ca. 15.000 Bläserinnen und Bläsern und Gästen aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Südafrika. Nach den deutschen Posaunentagen in Leipzig im Jahr 2008 und Dresden im Jahr 2016 war es wieder ein christlich-musikalisches Großereignis mit bleibenden Eindrücken. Freude und Fröhlichkeit waren zu spüren bei diesem großen Musik- und Glaubensfest – und wir waren mittenmang dabei.

Eröffnung des Posaunentages
Eröffnung des Posaunentages

Das Wochenende wurde durch einen Eröffnungsgottesdienst am Freitagabend auf der Moorweide eingeläutet. Musikalisch wurden neben Chorälen wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ und dem Mottolied „Mittenmang!“ auch einige neu komponierte Werke präsentiert. Die liturgische Leitung übernahm Landesbischof em. Dr. h.c. Gerhard Ulrich und der Leitende Obmann des Deutschen Posaunenverbands EPiD Frank Möwes. Auch der Erste Bürgermeister Hamburgs, Dr. Peter Tschentscher, sprach ein Grußwort.

Anschließend gab es noch viele Möglichkeiten kleineren Konzerten in verschiedenen Hamburger Kirchen zu lauschen.

Samstagnachmittag ertönten vielerorts insgesamt 126 Platzkonzerte über ganz Hamburg verteilt. Hierunter auch der Posaunenchor aus Offenhausen, welcher durch mehrere Märsche und Volkslieder, wie beispielsweise dem Böhmischen Traum, ein bisschen Bayern in den Norden brachte.

Zeitgleich gab es sieben Themenveranstaltungen für jeweils ca. 500 Bläser zu „Hamburg klingt“. Einer unserer Bläser spielte hier an der Viermastbark Peking mit, dem Museumsschiff des Hafenmuseums. Aus dem exklusiven Notenheft nur für diese Veranstaltung wurde unter anderem „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, „Anchors aweigh“, der Song der US Navy, und „The Wellermann Song“ gemeinsam musiziert.

Serenade an der Elbe
Serenade an der Elbe

Auf der Jan-Fedder-Promenade fand am Samstagabend eine Serenade direkt an der Elbe statt. Gegen 20:15 Uhr begannen Turmbläser vom Michel zu spielen und pünktlich um 20:24 Uhr wurde dann mit dem Programm gestartet. Der kleine Chor, bestehend aus den vereinigten Landesjugendposaunenchören, stand auf dem Museumsschiff „Cap San Diego“ dem großen Chor auf der Promenade gegenüber. Neben weiteren Liedern durften Hamburger Klassiker wie die Titelmelodie zum „Großstadtrevier“ nicht fehlen, schließlich spielten wir extra auf der Jan Fedders Promenade. Durch die Moderation des Hamburger Entertainers Yared Dibaba lernten wir die drei wichtigsten Begriffe kennen, um in Hamburg überall durchzukommen: „Moin“ zur Begrüßung, „Jo“ als Antwort auf die einfachen Fragen, und „Hilft ja nix“ für alle anderen Angelegenheiten. Mit „Guten Abend, gut Nacht“ und „Bleib bei mir, Herr“ klang schließlich der Abend im Licht von Hamburg aus.

Geendet hat das musikalische Wochenende mit einem Schlussgottesdienst am Sonntag um 12:00 Uhr im Stadtpark, der auch live im Internet übertragen wurde. Hier gaben alle nochmal ihr Bestes, sodass alle 22.000 Gottesdienstbesucher miteinander feiern konnten. Die Predigt hielt die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs. Der kleine Chor bestand hier aus einem Ensemble der Posaunenwarte unter der Leitung unseres bayerischen Landesposaunenwarts Dieter Wendel. Schon mit den Teilnehmerunterlagen bekam jeder einen Umschlag, der erst zum Schlussgottesdienst gemeinsam geöffnet werden sollte. Darin befand sich ein Armband aus einer Fülle von verschiedenen Farben mit unterschiedlichen Sprüchen „In Gottes Weite – …“ in Anlehnung an den Psalm 139.

Auch Hamburg zeigte sich von seiner schönsten Seite: Freitag und Samstag wechselten sich Sonnenschein und leichte Bewölkung ab und auch der Sonntagsgottesdienst blieb bis auf sehr wenige Tropfen trocken, erst beim Abbau der Stühle fing es an zu regnen. Auch die erwartete „steife Brise“ blieb aus, der Hamburger würde wohl von windstill sprechen.

Probe im Stadtpark
Probe im Stadtpark

Trotz mehrerer Jahre Vorbereitung ist der Veranstalter des Posaunentags neben vielen gut abgelaufenen Punkten leider auch in einige organisatorische Fettnäpfchen gestapft, wodurch bei so einigen die Stimmung im Moment gedämpft wurde. Viele zogen so die früheren Posaunentage als Vergleich heran, ganz nach dem Motto „früher war alles besser“. Zum nächsten Posaunentag, wohl im Jahr 2032, wird genug Gras über die Sache gewachsen sein, sodass allen wieder ein wunderbarer Posaunentag in Erinnerung geblieben sein wird.

Den weit im Voraus stattgefundenen Kompositionswettbewerb gewann Stefan Mey mit seiner „Brass Fantasia“. Den zweiten Preis erzielte Jens Uhlenhoff mit „Segel setzen“ vor „Wie ein neuer Tag“ von Matthias Bucher. All diese Stücke aus dem Notenheft „Gloria 2024“ und viele mehr wurden dieses Wochenende musiziert. Der Gesang zum Mottolied „Mittenmang!“ wurde von Pfarrer Christian Kollmar auf die Melodie von „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ getextet.

Beim Hafenmuseum
Beim Hafenmuseum

Loben, preisen, danken mit den Instrumenten verbindet – und führt mit 15.000 Bläsern zu einem einmaligen Klangerlebnis. Wir haben Hamburg mit unseren Trompeten, Posaunen, Tuben und gemeinsamen Singen zum Klingen und Schwingen gebracht. Gefreut haben wir uns dabei vor allem auch über die vielen Begegnungen mit anderen Bläserinnen und Bläsern. Natürlich haben wir auch die Highlights Hamburgs mit seiner Elbphilharmonie, dem größten Hafen Deutschlands und dem beeindruckenden Rathaus kennengelernt. Es ist eine Freude und Geschenk bei einem der größten Bläsertreffen der Welt dabei gewesen zu sein.

 

Die Ottensooser Abordnung beim Posaunentag in Hamburg
Die Ottensooser Abordnung beim Posaunentag in Hamburg

 

Bericht von Ida Adelmann, Werner Wolf und Matthias Huth

 

Bildnachweis: Huth

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„Gott Loben, das ist unser Amt“ – Chronik zum 115-jährigen Jubiläum 2020 https://pfarramt-ottensoos.de/2020/12/gott-loben-das-ist-unser-amt-115-jahre-posaunenchor-ottensoos/ Tue, 01 Dec 2020 14:58:59 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=8537

Obwohl der Chor normalerweise alle fünf Jahre eine große Feier zum Gründungsjubiläum veranstaltet, hatten wir uns schon länger dazu entschlossen, zum 115-jährigen Jubiläum nicht im üblich großen Ausmaß zu feiern. Dies lag auch an den beiden großen Jubiläen der Feuerwehr und des FCO, die für Mai bzw. Juli geplant worden waren. Am Gemeindefest Ende Juni hätte es dann aber eine höhere Beteiligung des Chores mit […]]]>

Obwohl der Chor normalerweise alle fünf Jahre eine große Feier zum Gründungsjubiläum veranstaltet, hatten wir uns schon länger dazu entschlossen, zum 115-jährigen Jubiläum nicht im üblich großen Ausmaß zu feiern. Dies lag auch an den beiden großen Jubiläen der Feuerwehr und des FCO, die für Mai bzw. Juli geplant worden waren.

Am Gemeindefest Ende Juni hätte es dann aber eine höhere Beteiligung des Chores mit besonderen Aktionen und mit einigen Gastbläsern geben sollen und eben mit dem „Posaunenchor“ als Thema. Dass die Pandemiemaßnahmen dem Ganzen einen anderen Verlauf geben würden, hatten wir auch nicht kommen sehen, aber uns hat es dadurch wohl am wenigsten getroffen, zumindest in Hinblick auf Jubiläumsfeiern.

Nun ein kurzer Rückblick über die letzten 115 Jahre des Chors:

Ausschnitt aus der Chronik

Gerade aus den Anfangsjahren lassen sich im kirchlichen Archiv etliche Unterlagen finden, die viel über die damalige Zeit aussagen:

Der Gründungsbeitrag, der von den ersten Mitgliedern gerne aufgebracht wurde, betrug 15 Mark pro Person. Diese Einzahlungen und einige zusätzliche Spenden nahm man zeitgleich zur Hand, um entsprechende Instrumente anzuschaffen, wobei die Flügelhörner mit je 26 Mark und die Tenorhörner mit je 42 Mark zu Buche schlugen. Wenn man versucht, dies in die aktuelle Finanzlage umzurechnen und für ein ordentliches Tenorhorn 2.500€ einrechnet, ergäbe sich ein Gründungsbeitrag von ca. 900€. Ein Betrag, der nicht zu unterschätzen ist, aber wohl dennoch auch heutzutage genug Unterstützung finden würde, um einen Posaunenchor gründen zu können.

So geschah es also an Luthers 422. Geburtstag am 10.11.1905, dass neun junge Männer den „Posaunenchor Ottensoos-Rüblanden“ gründeten.

Dies erfolgte, da der drei Jahre zuvor gegründete Posaunenchor Eschenbach viel Anerkennung genoss und bei seinen vielen Gastauftritten in der ganzen Region, auch in Ottensoos, etliche Nachahmer bekam. Ortspfarrer Peter und sein Sohn Vikar Peter gaben schließlich dem Drängen nach und stimmten einer Gründung in Ottensoos zu.

Dass der erste öffentliche Auftritt am Ostersonntag, den 15.04.1906, stattfand, ist in den Chroniken schon lange enthalten. Dass allerdings der Chor die zweite Beteiligung an einem Gottesdienst bereits am Tag darauf, dem Ostermontag, in Reichenschwand hatte, war bisher noch nicht betont worden. Auch die Konfirmation eine Woche später wurde vom Posaunenchor festlich umrahmt, im Gottesdienst als auch am Nachmittag bei einem Ständchen für die Konfirmanden im Pfarrhaus. So wurde der Chor schon sofort nach seiner Gründung für die Festgottesdienste eingebunden und musizierte neben Ostern auch an Pfingsten, dem Erntefest, Reformationsfest, Adventsfest, am Weihnachtsfeiertag und an Silvester.

Ein Weihnachtsmarkt findet heuer nicht statt – hier eine bildliche Erinnerung an 2019

Zum „Posaunenfest“ im Oktober 1906 lud der Chor dann bereits zur Feier des einjährigen Bestehens zahlreiche Gastbläser aus der Umgebung ein, sodass mit insgesamt 33 Bläsern gefeiert werden konnte, davon neun aus dem Ottensooser Chor.

Auch die zahlreichen Briefe im Archiv zeugen davon, wie interessiert viele umliegende Ortschaften schon kurz nach der Gründung an unserem neuen Posaunenchor waren: 1907 kamen Anfragen vom „Arbeiter-Verein Lauf“ zum Festabend des 300-jährigen Geburtstags von Paul Gerhard und von den Kirchengemeinden in Osternohe und Schnaittach anlässlich der „Familien-Abende“ zur jeweiligen Kirchweih. Letzteres, das 25-jährige Kirchweihfest Schnaittach, wurde im damaligen Pressebericht wie folgt beschrieben: „Wie noch in keinem Jahre fand der Familienabend bzw. das Kirchweihfest der hies. protestantischen Gemeinde in Bezug auf Beteiligung und Inhalt des Festprogramms einen schöneren Verlauf als heuer. Der Gottesdienst selbst erhielt eine hehre* Feier dadurch, daß der Posaunenchor Ottensoos unter der Leitung des Herrn Vikars Peter seine Kräfte zur Verfügung stellte.“ [*hehre: Ehrfurcht gebietend]

Nach der Gründung eines Posaunenchorverbands in Bayern im Jahre 1921, dem heutigen „Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern e.V.“, trat unser Chor diesem im Jahre 1924 bei. Somit ist bei dessen 100-jährigem Jubiläum 2021 unser Chor zumindest als Mitglied bereits 97 Jahre am Verband beteiligt. Zu diesem Zeitpunkt gab es im „Gaubezirk Pegnitzgau“ erst sechs Posaunenchöre: Eschenbach, Lauf, Ottensoos-Rüblanden, Reichenschwand, Henfenfeld, Förrenbach (nach Gründungsjahr aufgezählt); heute sind es 28 Chöre.

Die Gemeinschaft von Ottensoos und Rüblanden im Chor stand über die Jahre auch immer wieder einmal auf dem Prüfstand: So war es Anfang 1924 sogar einmal der Fall, dass aufgrund von zu vielen einzelnen Proben in den jeweiligen Ortschaften eine Trennung in zwei Chöre, dem Chor Ottensoos (zehn Bläser) und Chor Rüblanden (sieben Bläser) mit jeweils eigenem Chorleiter und eigenen Proben erfolgte. Vor größeren Auftritten gab es allerdings trotzdem gemeinsame Proben der beiden Chöre. Dieses Problem löste sich bereits ein Jahr später bei der Übernahme der Pfarrstelle durch Pfr. Dietzfelbinger. Es kam zur Wiedervereinigung und der Chor nannte sich wieder Posaunenchor Ottensoos-Rüblanden. Auch später, als es einmal aus Rüblanden nur wenige Bläser gab, wurde hin und wieder der Name des Chors diskutiert, einige forderten die Streichung des Namens Rüblanden. Zu dieser Differenzierung von Ottensoos und Rüblanden muss man natürlich bedenken, dass erst im Jahre 1966 Rüblanden nach Ottensoos eingemeindet wurde, zuvor gehörte es noch der Gemeinde Weigenhofen an, wenn auch evangelisch zu Ottensoos gehörend, wovon auch noch der alte Kirchenweg, der Fußweg durch den Wald, zeugt. Heutzutage ist es uns aus unserer Tradition heraus ein wichtiges Anliegen, den Namen des Chors so zu führen, wie er auch gegründet wurde, und wir sind den Rüblandnern wie auch Ottensoosern Gründern dankbar für die Errichtung eines solchen Chors im Ort.

Seit bereits 115 Jahren bereichert der Posaunenchor Ottensoos-Rüblanden nun schon das Leben in Ottensoos, Rüblanden und Umgebung; manchmal sogar im Ausland, wie zuletzt bei den Christlichen Begegnungstagen in Polen. Zu den Jubiläen gab es auch immer wieder Bezirksposaunentage, seit dem zweiten Weltkrieg mindestens alle zehn Jahre, zuletzt im Jahr 2015, der nächste wäre somit wieder 2025 fällig.

Dem Chor gehören derzeit 29 aktive Mitglieder an, 10 Frauen und 19 Männer, davon befinden sich noch 5 Jungbläser in Ausbildung bei Markus Schuhmann. Die Chorleitung bzw. das Dirigat übernehmen Werner Wolf und Linda Gottschalk sowie aushilfsweise Markus Schuhmann, Max Gebhardt und Obmann Matthias Huth. Neben den wöchentlichen Proben freitagabends ist der Chor bei vielen Gottesdiensten und Veranstaltungen im Ort und auch im Umkreis tätig. So wird an Hochzeiten, zu Geburtstagen, bei Bestattungen, an Weihnachtsfeiern und vielem mehr gespielt. Sollten Sie sich ein Ständchen für sich oder jemand anderen zu einem bestimmten Anlass wie Geburtstag, Hochzeit oder auch anderen Feierlichkeiten wünschen, wenden Sie sich doch gerne an einen Bläser Ihres Vertrauens oder auch an den Obmann.

Nach den Einschränkungen und Auflagen seit Anfang des Jahres kann der Chor leider nicht in gewohntem Maße seine Arbeit durchführen. Zur Feier des Jubiläums hätte es neben dem Gemeindefest auch wieder einen Bläsergottesdienst mit Ehrungen am 1. Advent gegeben, welcher aber auch nicht im geplanten Rahmen stattfinden kann.

 

Matthias Huth

Bildnachweis: Huth

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