Planung – Kirchengemeinde Ottensoos https://pfarramt-ottensoos.de Evang. Luth. Kirchengemeinde Ottensoos Sun, 28 Jun 2026 13:42:00 +0000 de hourly 1 Landesstellenplanung und Pfarrhausbedarfsanalyse https://pfarramt-ottensoos.de/2023/06/landesstellenplanung-2022-2/ Wed, 31 May 2023 22:54:17 +0000 https://pfarramt-ottensoos.de/?p=12771

Das Jahr 2022 war für den Dekanatsausschuss von zwei großen konzeptionellen Überlegungen geprägt. Zum einen musste angesichts zurückgehender Pfarrer die zukünftige Stellenverteilung neu gedacht und festgesetzt werden. Ein Ergebnis davon ist zum Beispiel die Pfarreibildung in drei Regionen unseres Dekanatsbezirkes. Damit im Zusammenhang steht die Frage nach dem zukünftigen Bedarf an Dienstwohnungen für Pfarrer. Eine neue Rahmenrichtlinie der Landeskirche sieht hier eine Bedarfsprognose für in 20 Jahren vor, nicht zuletzt, um […]]]>

Das Jahr 2022 war für den Dekanatsausschuss von zwei großen konzeptionellen Überlegungen geprägt. Zum einen musste angesichts zurückgehender Pfarrer die zukünftige Stellenverteilung neu gedacht und festgesetzt werden. Ein Ergebnis davon ist zum Beispiel die Pfarreibildung in drei Regionen unseres Dekanatsbezirkes. Damit im Zusammenhang steht die Frage nach dem zukünftigen Bedarf an Dienstwohnungen für Pfarrer. Eine neue Rahmenrichtlinie der Landeskirche sieht hier eine Bedarfsprognose für in 20 Jahren vor, nicht zuletzt, um die finanziellen Bedarfe für Instandsetzungsmaßnahmen heute schon abschätzen zu können. In den kommenden 10 bis 15 Jahren wird sich aber vermutlich auch die Zahl der diensthabenden Pfarrer bayernweit halbieren. Dies lässt sich aus den aktuellen Zahlen der Studenten und Vikare im Gegenüber zu den absehbaren Ruheständlern der kommenden Jahre klar berechnen. Weniger Pfarrer bedeutet aber auch einen geringeren Bedarf an Dienstwohnungen für diese Berufsgruppe.

Der Dekanatsausschuss hat sich nach mehreren Sitzungen am Ende mehrheitlich dafür ausgesprochen, neun von derzeit 25 Dienstimmobilien in unserem Dekanatsbezirk zukünftig nicht mehr als Dienstwohnung vorzuhalten. Leitend war die Frage: Wo sollen zukünftig in unserem Dekanat Pfarrer wohnen (müssen)? Mit dieser Frage verbunden war ein Abwägen komplexer Fragestellungen zu den einzelnen Immobilien:

  • Regionale kirchliche Verortung und Wege
  • Infrastrukturanbindung
  • Staatliche Baulast
  • Zustand der Immobilie
  • vermutete Instandsetzungskosten
  • Geschichte der Instandsetzungs- maßnahmen
  • Ensemble oder freistehend
  • Denkmalschutz
  • verkäuflich
  • andere Nutzung denkbar
  • bewohnt/nicht bewohnt
  • „schön“
  • Trennung von Privat und Dienst
  • faire Verteilung von Dienstimmobilien in der Fläche

In der Abwägung des Dekanatsausschusses (Stand Januar 2023) werden zum Beispiel in der zu bildenden Pfarrei Hersbruck-Sittenbachtal die Pfarrdienstimmobilien Altensittenbach und Johanneskirche mit dem nächsten Stellenwechsel künftig als Dienstwohnung aufgegeben. Bei Stellenwechsel würde dann für einen Nachfolger auf  der 2. Pfarrstelle eine Dienstwohnung angemietet werden. Bezuschusst mit 75% der Kaltmiete durch die Landeskirche. Für den Dekanatsausschuss überwogen in dieser Pfarrei mehrheitlich die Argumente wie „Nähe zum Pfarramt“, „Ensemblesituation/Nähe zum Gemeindehaus“ und „bessere Weiterverwendungsmöglichkeit“, um sich für das Pfarrhaus 1 bei der Stadtkirche/Pfarramt und gegen das Pfarrhaus an der Johanneskirche zu entscheiden. Kirchensittenbach sichert die Präsenz in der Fläche, das Pfarrhaus 3 ist mit Dekanat und Pfarramt im EG als Dienstwohnung gesetzt. So die im Dekanatsauschuss mehrheitlich vertretene Meinung.

Die Aufgabe als Dienstwohnung bedeutet letztlich die Entbindung einer Pfarrstelle von der Residenzpflicht in einer bestimmten Wohnung. Diese Pflicht gilt aber auch nur für die Berufsgruppe der ordinierten Pfarrer, weil das Wohnen in einem Pfarrhaus Teil ihrer Besoldung ist. Andere kirchliche Berufsgruppen wie Diakone oder Kantoren u.a. müssen nicht in Pfarrdienstwohnungen einziehen, selbst wenn sie eine Pfarrstelle übertragen bekommen (berufsgruppenübergreifender Einsatz).

Weitere Beispiele im Dekanat:

Die Entbindung einer Immobilie von einer Pfarrstelle kann deshalb durchaus auch zu einer besseren und wirtschaftlicheren Nutzung eines Pfarrhauses führen. Unter Umständen könnte sogar eine solche Immobilie auch von einem Pfarrstelleninhaber angemietet werden. Verschiedene Möglichkeiten werden bereits ausprobiert. In Hartmannshof wird die Dienstwohnung vermietet, in Eschenbach wird ein Haus für dekanatsweite Dienste eingerichtet (Projekt auf 5 Jahre, gefördert durch die Landeskirche), in Lauf plant man die Weiternutzung des Pfarrhauses an der Christuskirche als Treffpunkt und Arbeitsplatz für Jugendreferentin, Pfarrstelleninhaber und Kantorin. Tatsache ist, dass diese Konzeptentwicklung und die Aufgabe von Dienstwohnungen auch dem Dekanatsausschuss nicht leicht fällt, weil es doch schmerzlich deutlich macht, dass sich bisherige Selbstverständlichkeiten in unseren Gemeinden in den kommenden Jahren dramatisch verändern werden. Wir alle hätten es gerne anders und wünschten uns in jedem Pfarrhaus Licht. Doch der Realität können wir uns als Kirche nicht verschließen, sondern müssen umso gewissenhafter mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen an Personal und Kirchensteuermitteln ordentlich haushalten. Wohlwissend und darauf vertrauend, dass dort, wo der Herr nicht das Haus baut, umsonst arbeiten, die daran bauen. Bitten und beten wir um seine Geistesgegenwart in allen laufenden und kommenden Veränderungsprozessen.

Dekan Tobias Schäfer

Wunderschön sind die Pfarrhäuser in unserer Region „Mittleres Pegnitztal“, links das Pfarrhaus in Reichenschwand direkt neben der Albanuskirche, in der Mitte das Pfarrhaus in Schönberg, ebenfalls mit wunderbar renoviertem Fachwerk oder auch das Ottensooser Pfarrhaus aus Sandstein mit Sattelwalmdach und dem großen Garten mit Scheune 

Pfarrhausbedarfsanalyse

Dahinter steckt ein schwer verdaulicher Vorgang. Es analysiert die Situation, was gebraucht wird und was bezahlt werden kann angesichts schrumpfender Kirchenmitgliedzahlen. Natürlich brauchen wir alles, wie wir es gewohnt sind: Kirchen als Versammlungsorte für unsere Gottesdienste, Gemeindehäuser als Veranstaltungsorte gemeinsamen christlichen Lebens und Pfarrhäuser als Wohnstätte für die Pfarrerinnen und Pfarrer, gerne auch mit Familien. Das Pfarrhaus spielt deshalb eine große Rolle, weil es der Garant ist, den Pfarrer oder die Pfarrerin anzutreffen, wenn es nötig und wichtig ist. Das ist an den Scharnierpunkten unseres Lebens wichtig: wenn neues Leben entstanden ist, wenn sich Menschen zusammengefunden haben, wenn Abschiedssituationen gekommen sind. Es geht darum, sich Gottes Segen zu vergewissern und persönlich zugesprochen zu bekommen; dazu braucht es eine geistliche Person, die das kompetent tun kann. Das Pfarrhaus gibt die augenfällige Sicherheit jederzeit den entsprechenden Kontakt bekommen zu können. Geht das auch ohne Pfarrhaus? Tatsache ist, dass die Mehrheit der bayerischen Ortschaften auch ohne ein Pfarrhaus auskommt. Es gibt mehr Ortschaften ohne kirchliches Zentrum als mit. Nur sind diese Ortschaften es gewohnt, dass das Pfarrhaus nicht in unmittelbarer Nachbarschaft steht. Wir betreten Neuland, indem wir Änderungen in unserer Kirchenlandschaft herbeiführen und manche Pfarrhäuser als solche aufgeben. Der Prozess, deren Teil die Pfarrhausbedarfsanalyse ist, ist ein sehr schmerzlicher Vorgang. Er vollzieht den Schrumpfungsprozess unserer Kirche nach, der schon im vollen Gang ist. In Deutschland leben inzwischen weniger Menschen mit Kirchenzugehörigkeit als ohne. Und das wird noch weiter gehen. Am liebsten würden wir alles so belassen, wie es ist und ausblenden, was uns die Realität vorgibt. Dieses Verhalten hat natürlich keine Zukunft. Bevor wir aber angesichts der anstehenden Aufgaben in Angst und Mutlosigkeit erstarren (wie die Jünger vor Pfingsten), bitten wir um die Begleitung des Heiligen Geistes, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Dekanatsausschuss hat nun in einem längeren Prozess eine Pfarrhausbedarfs-Konzeption erstellt (siehe dazu den oberen Abschnitt von Dekan Schäfer). Diese Konzeption muss noch vom Landeskirchenamt in München überprüft und bestätigt werden. Sie teilt in unserer Region „Mittleres Pegnitztal“ die Pfarrhäuser in drei Kategorien ein: bleibt bis zum nächsten Stellenwechsel Pfarrhaus (Schönberg), bleibt noch bis zu 20 Jahren Pfarrhaus (Reichenschwand) und bleibt mindestens die nächsten 20 Jahre Pfarrhaus (Ottensoos). Zu trennen ist immer die Funktion „Pfarrhaus“ und die Immobilie selbst. Bei der Konzeption des Dekanats geht es nur um die Funktion „verpflichtender Dienstsitz des Pfarrers/ der Pfarrerin“, und nicht um die Eigentumsverhältnisse. Die Kirchengemeinde bleibt Eigentümerin der Immobilie. Sie ist nur nicht mehr verpflichtender Dienstsitz und die Landeskirche ist nicht mehr finanziell verpflichtet sie zu erhalten. In der Region „Mittleres Pegnitztal“ wird die Konzeption natürlich nicht positiv aufgenommen. Denn sie macht greifbar, was sich schon in den letzten Landesstellenplanungen abzeichnet: dass auf absehbare Zeit alle drei Pfarrstellen in unserer Region „Mittleres Pegnitztal“ nicht zu halten sind. Natürlich wollen wir alles behalten wie es ist, dass alle in der Fläche Zugang zu kirchlichen Institutionen haben und vielen Menschen der einfache Zugang zur Liebe Gottes ermöglicht wird. Deshalb steht derzeit die Bildung der Region im Vordergrund. Damit ist eine Zusammenarbeit gemeint, mit der wir uns gegenseitig die Arbeit erleichtern und mit weniger Aufwand auch in Zukunft das ermöglichen, was wir an gemeindlichem Leben haben. Mit dieser Blickrichtung setzen wir um, was uns an Pfingsten mitgegeben wurde: den Heiligen Geist bitten, unsere Prozesse zu begleiten, mit Mut und Hoffnung anpacken.

Albrecht Kessel, Pfarrer

Bildnachweis: elkb.de, Polifke

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Auf ein Wort https://pfarramt-ottensoos.de/2022/08/auf-ein-wort-planung/ Sun, 31 Jul 2022 22:30:07 +0000 https://fb.venzel.de/wp_pfarramt/?p=11618 Albrecht Kessel

Der Mensch denkt, Gott lenkt. Das beliebte Sprichwort zeigt, wie wenig wir manchmal ausrichten können. Unsere Gedanken versuchen zu erfassen und zu planen und zu machen, um ein Ziel zu erreichen. Aber das kann alles ganz schnell ins Leere führen. Weil Gott einen anderen Plan hat. Wir in unserer Landeskirche machen uns ganz viele Gedanken, wie das mit unserer Kirchenstruktur und unserer Personalplanung weiter gehen […]]]>
Albrecht Kessel

Der Mensch denkt, Gott lenkt. Das beliebte Sprichwort zeigt, wie wenig wir manchmal ausrichten können. Unsere Gedanken versuchen zu erfassen und zu planen und zu machen, um ein Ziel zu erreichen. Aber das kann alles ganz schnell ins Leere führen. Weil Gott einen anderen Plan hat.

Wir in unserer Landeskirche machen uns ganz viele Gedanken, wie das mit unserer Kirchenstruktur und unserer Personalplanung weiter gehen soll. Eigentlich ist das ein laufender Prozess, alle paar Jahre werden wir wieder damit konfrontiert.

Unsere Vertrauensfrau im Kirchenvorstand Elfriede Deinzer erklärt im Schwerpunkt, was der Hintergrund ist und wie alles zusammenhängt. Da sind sehr viele Menschen am Denken und Entscheiden, was vorangebracht werden soll und was zurückgestellt wird. Wo ist da Gott, der lenkt?

Ich glaube, dass Gott im Prozess mit dabei ist. Wir beten um seinen Beistand, die richtigen Ideen und Pläne zu finden. Natürlich ist da auch der menschliche Faktor dabei: der Unwille, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen; die Versuchung, zum eigenen Vorteil zu entscheiden; es sich in der Gleichgültigkeit bequem zu machen; oder sich dahin zu versteigen, dass alles planbar ist. Der Mensch denkt, Gott lenkt.

Ich habe das Vertrauen, dass Gott auch im Landesstellenplan lenkt, aber auch mal etwas anderes entstehen lässt, als der Landesstellenplan vorgibt. Ich glaube, dass wir als evangelisch-lutherische Landeskirche eine Zukunft haben und wir eine Gemeinschaft bleiben, in der Menschen gemeinsam ihren Glauben leben können. Ich glaube, dass es sich lohnt, auf Gottes Geist zu setzen, der uns manchmal andere Wege führt, als wir das im Kopf haben und wollen. Geh los, sagte Gott zu Abraham, und vertrau auf mich. Ich will dir ein neues Land zeigen, in dem du wohnen wirst. Mach dich auf, Gemeinde, und schau mal, wo interessierte Menschen sind und wie du mit ihnen Glauben leben kannst.

Ihr Albrecht Kessel, Pfarrer

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Landesstellenplanung https://pfarramt-ottensoos.de/2022/08/landesstellenplanung-2022/ Sun, 31 Jul 2022 22:19:12 +0000 https://fb.venzel.de/wp_pfarramt/?p=11627 Landesstellenplanung

Interview mit Elfriede Deinzer, Mitwirkende bei der Umsetzung des Landesstellenplans Was verbirgt sich hinter dem Begriff Landesstellenplan? Beim Landesstellenplan wird evaluiert, wie sich die Mitgliederzahl im Verhältnis zu den hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeitern (i.d.R. Pfarrerinnen und Pfarrer) entwickelt. Die Frage lautet: welche Ressourcen (sprich Pfarrer und andere Kirchenmitarbeiter) haben wir und wie können sie möglichst gerecht innerhalb der Landeskirche verteilt werden? Das ist nicht neu und findet in […]]]>
Landesstellenplanung

Interview mit Elfriede Deinzer, Mitwirkende bei der Umsetzung des Landesstellenplans

Elfriede Deinzer
Elfriede Deinzer

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Landesstellenplan?

Beim Landesstellenplan wird evaluiert, wie sich die Mitgliederzahl im Verhältnis zu den hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeitern (i.d.R. Pfarrerinnen und Pfarrer) entwickelt. Die Frage lautet: welche Ressourcen (sprich Pfarrer und andere Kirchenmitarbeiter) haben wir und wie können sie möglichst gerecht innerhalb der Landeskirche verteilt werden? Das ist nicht neu und findet in der Regel alle 10 Jahre statt. Der letzte Landesstellenplan war 2010 und der nächste sollte 2020 stattfinden, wurde aber wegen Corona auf 2024 verschoben. Im Jahr 2010 wurden die Pfarrstellen oft sehr aufgesplittet, was sich dann bei der Umsetzung als schwierig herausstellte. Daraus wollte man lernen und es diesmal besser machen.

Besondere Brisanz hat der Landesstellenplan dieses Mal vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen bedingt auch durch Kirchenaustritte und damit geringere finanzielle Mittel, aber auch der Tatsache, dass es in Zukunft sehr viel weniger Pfarrer geben wird.

Durch den Landesstellenplan möchte man für den nächsten Turnus Ruhe in die Dekanate bringen, damit alle auf der ausgehandelten Grundlage ihre Arbeit verrichten können.

Wie war die Vorgehensweise um zu einem Beschluss zu kommen?

Zunächst wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, welche den Prozess koordinierte und die Ergebnisse aus den Gemeinden bündelte. Die Steuerungsgruppe bestand aus dem Dekan und dessen Stellvertreter, zwei Pfarrern und zwei Laien. Im Dezember 2020 (Online-Konferenzen) begann die sogenannte Erkundungsphase, in der die Gemeinden ihre Gemeindearbeit vor Ort beschrieben und Schwerpunkte im Dekanat benannt wurden. Bis April 21 stellte die Steuerungsgruppe die Ergebnisse zusammen und diese wurden auch in den Pfarrkonferenzen besprochen. Parallel bekam die Steuerungsgruppe zu dieser Zeit vom Landeskirchenamt die zugewiesenen Zahlen und Stellen. Jetzt ging es an die eigentliche Arbeit, nämlich die weniger werdenden Stellen gerecht zu verteilen. Der zweite Verteilungsvorschlag wurde im Mai vom Dekanatsausschuss beschlossen und danach wurden die Gemeinden ins Benehmen gesetzt, um nochmal die Möglichkeit für eine Stellungnahme zu bekommen. Bei der Dekanatssynode im Juli wurde der Beschluss erläutert. Er wurde zur Genehmigung an das Landeskirchenamt weitergeleitet.

Waren die Diskussionen sehr kontrovers?

Kontrovers ist ein harter Begriff, aber die Diskussionen waren teilweise schon sehr emotional, da jeder für das seiner Meinung nach Mögliche zum Wohl des ganzen Dekanats gekämpft hat.

Wurden immer Kompromisse gefunden oder musste auch einmal ein „Machtwort“ gesprochen werden?

Es wurden meines Erachtens schon gute Kompromisse gefunden, aber es war wirklich auch ein langer Weg mit sehr vielen Gesprächen. Manchmal musste die Einsicht reifen, dass es eben nicht anders geht. Ich denke, dass am Ende gangbare Lösungen gefunden wurden.

Landesstellenplanung
Gremienarbeit

Was sind die großen Veränderungen/ Leitlinien für die Zukunft?

Manche Arbeitsbereiche wurden zentralisiert, bei manchen war das schon immer so, z.B. beim Erwachsenenbildungswerk oder der Kirchenmusik. Wirklich neu ist die Zentrierung der Jugendarbeit. Damit soll erreicht werden, dass die Jugendarbeit nicht vom Vermögen vor Ort abhängt und dann sehr unterschiedlich in der Quantität und Qualität ist, sondern die Möglichkeiten sollen gleichmäßiger im Dekanat verteilt werden.

Die zweite große Neuerung ist der Zusammenschluss von Gemeinden zu Pfarreien. Diese Zusammenschlüsse werden in zwei Regionen erfolgen; in einer Region soll ein solcher Zusammenschluss bis zur nächsten Landesstellenplanung vorbereitet werden.

Was ändert sich für Ottensoos?

Wir bilden gemeinsam mit Schönberg und Reichenschwand eine Region, dazu haben schon Regionalgespräche stattgefunden und es gab Begegnungen mit den drei Kirchenvorständen. Welche nächsten Schritte muss Ottensoos/ müssen die drei Gemeinden unternehmen?

Die Zusammenarbeit soll gelebt werden. Dazu kann man auch überlegen: was kann welche Gemeinde besonders gut? Welche Angebote hat welche Gemeinde und kann diese für die anderen öffnen. Die Pfarrer mit ihren vielen Aufgaben sollen durch die Teamarbeit auf jeden Fall entlastet werden, um mehr Zeit für die Menschen zu haben.

Es heißt nach dem Landesstellenplan ist vor dem nächsten Landesstellenplan – ist das richtig?

2024 soll der jetzige Plan vollumfänglich vollzogen sein und ab 2025 beginnt dann schon die Arbeit für den nächsten Landesstellenplan 2030, weil sich die Personalsituation weiter zuspitzen wird. Im Jahr 2035 wird es nur noch 50% der jetzigen Pfarrer geben. Auch der Mitgliederschwund wird weitergehen. Es handelt sich also sowohl um ein finanzielles aber vor allem auch um ein personelles Problem.

Landesstellenplanung
Frau Hirschmann von der Gemeindeakademie in Rummelsberg begleitete den Reformprozess

Gab es für dich „Kröten“ zu schlucken?

Es war für mich belastend zu sehen, dass es einzelne Gemeinden gibt, die sehr engagiert sind, aber eben auch einsparen müssen, obwohl sie eigentlich zusätzliche Unterstützung bräuchten. Man leidet dann mit, wenn Kürzungen durchgesetzt werden müssen. Es muss schlicht und ergreifend Einsparungen geben und irgendwer muss dies auch entscheiden und durchsetzen.

Welche Chancen siehst du bei dieser Neuerung?

Der Prozess führt zu einem größeren Bewusstsein. Man kann den Blick vor der Realität nicht verschließen und muss sich auf die Kernkompetenzen der Kirche besinnen. Durch den Plan wird der Blick über den Tellerrand in die Region hinein gestärkt. Man nimmt andere Gemeinden besser wahr und kann gegenseitig von der Arbeit profitieren und sich zu den Gruppen und Kreisen einladen. Es muss dann auch nicht jeder alles machen, sondern es kann ein Austausch stattfinden. Dankbar bin ich auch, dass sich die Pfarrer/innen und Kirchenvorstände gemeinsam gerne auf den Weg machen.

Danke für das Interview.

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Bildnachweis: Dekanat Hersbruck, Wirth

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